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Die Simpsons

History of Reviews/CABF05

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Revision 2 . . July 18, 2003 14:57 by Elzoido
Revision 1 . . July 18, 2003 14:57 by Elzoido
  

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Review von Chris Pfeiler




Und wieder ist es Zeit für S12 - jetzt zum Glück nur noch einmal pro Woche neue
Folgen.

Ich denke heute haben wir eine Folge die für beide Gruppen von Fans eher
enttäuschend ist - dem Fan moderner Folgen ist sie viel zu langsam und unwitzig
und dem Fan klassischer Folgen bietet sie einfach keinen echten Tiefgang oder
Handlung sondern bleibt sitcomig oberflächlich mit dem typisch unfertigen
Schluß. Aber mal der Reihe nach...

Fangen wir gleich mit dem Negativen an.

Die Handlung hat IMO sehr starke Mängel bezüglich Motivation und Dynamik und
plänkelt deshalb ohne konkretes Ziel auf recht spaßlosem Sitcom-Niveau vor sich
hin. Die Charaktere bewegen sich einfach nur unmotiviert von Dialog zu Dialog
und es ist nicht wirklich erkennbar das sich das ganze dynamisch als Storyline
entwickelt. Die Handlung läuft auf einer viel zu flachen Linie ab und endet
abrupt und ohne echte Auflösung (zum alten Thema "Schluß" später mehr).

Im Gegensatz zu klassischen Folgen bei denen oftmals der komplexere Hintergrund
einen Mangel an Humor entschuldigt hat haben wir hier auch keinen echten
Hintergrund. Die Botschaft der Folge ist völlig unklar und Jack Crowley selbst
bleibt als Charakter viel zu flach um irgendwie glaubwürdig zu wirken. Was will
uns die Folge denn sagen? Ex-Sträflinge bleiben immer stereotype Kriminelle?
Vom Ursprung der US-Gesellschaft und den Vorurteilen den Spiegel vorzuhalten
ist diese blasse Nummer meilenweit entfernt. Der Humor ist IMO auch nicht
wirklich zurückgenommen um der Handlung den Vorzug zu geben sondern die meisten
der simplen Jokes funktionieren schlicht und einfach nicht.

Da so ziemlich alle der Jokes flach fallen und nicht funktionieren kann man
nicht mal von joke-in-a-row sprechen, heute trifft vielleicht eher
talk-in-a-row zu. Ob leicht cartooniger Slapstick (Homer beim Rodeo) oder recht
einfallslose Sitcom-Sprüchlein ("There´s no air in space" - "There´s air in
space museum") oder Material das auch nach wiederholter Anwendung nicht witzig
wird wie z.B. die Sache mit dem Sundae-Eisbecher - die Jokes zünden nicht und
plänkeln genau wie die Story auf wenig ansprechendem Niveau dahin. Mit dem
sprühenden Witz und der Tiefgründigkeit klassischer Stories und Jokes hat diese
sitcomige Nullnummer nicht mehr viel zu tun.

Der Schluß ist natürlich wie üblich ein weiterer Kritikpunkt und es ist im
Grunde gar kein Schluß zu erkennen. Die Handlung endet so ziellos und
motivationslos wie sie 20 Minuten lang war ohne auch nur die Spur einer
Auflösung oder Botschaft zu haben. Jack hat Marge angelogen. Marge ist sauer.
Jack und Chief Wiggum lassen ein paar banale und sinnlose Sprüche ab. End of
Story. Wenn dann der Abspann läuft fragt man sich doch ernsthaft um was es
eigentlich ging und warum die Handlung jetzt auf einmal zu Ende ist, oder? Der
Schluß zeigt hier aber weder Absicht noch irgendwelche fiese Selbstironie - der
Schluß zeigt einfach nur (und ich sage es jetzt hart) Unfähigkeit der Autoren.

Wenden wir uns noch kurz dem Homer-Subplot zu und rekapitulieren mal die
Handlung: Homer fällt über eine Tonne und wird von seinem Rückenleiden geheilt
worauf er mal eben eine eigene Klinik in seiner Garage eröffnet in der er
andere Leute über die Wundertonne schubst. Die Sache geht nur so lange gut bis
ein paar limbotanzende Chiropraktiker vorbeikommen und Homers Wundertonne mit
Wirbelsäulen zu Klump schlagen. End of Story. In den früheren Staffeln hätte
man bei sowas wohl abgeschaltet aber in S12 ist die Nummer ja fast noch harmlos
wobei hier kurioserweise sogar noch eine dünne Satire zum Thema überbezahlte
Chiropraktiker zu finden ist. Die Sache ist aber wohl so speziell und so vom
Sinn abgehoben das es auch nicht wirklich witzig ist.

Was gibt es Positives zu sagen?

Die Handlung beginnt mal wieder mit dem üblichen Schema das aber dann zumindest
als Auslöser für einen Hauptplot und einen Subplot dient und ein Subplot ist
was seltenes in modernen Staffeln. Der Homer-Subplot wird sogar mit dem Ende
von Homers "Klinik" noch halbwegs abgeschlossen (die Referenz auf China Town
ist ganz nett) während einen der Marge-Hauptplot wie gesagt völlig im Regen
stehen läßt. Von ein paar negativen Beispielen (wie etwa der dummen
"Blut"-Szene am Anfang) abgesehen ist die heutige Folge für S12-Verhältnisse
sogar noch halbwegs realistisch und verzichtet auf gröbere Geschmacklosigkeiten
Marke Pandabär.

Die Charakterisierung ist akzeptabel und Marge bekommt wenigstens etwas Tiefe
und geht ein Stück weg von ihrem modernen Image der schrillen Cartoon-Mom - für
eine wirkliche Charakterentfaltung wie in den klassischen Jahren ist die Story
aber bei weitem zu dünn und Marges Stereotypisierung als einfältiges
Hausfrauchen zu überdeutlich. Es wird zwar nicht grell ausgeflippt aber ein
bißchen mehr Tempo hätte speziell Marge nicht geschadet denn sie agiert in
Teilen der Folge sehr müde und lustlos und Julie Kavners Leistung ist in der OV
auch auffallend schwach und desinteressiert.

Die Sache mit Jack und seinen Gemälden sollte vielleicht noch etwas
künstlerischen und intelligenten Anspruch zeigen aber da sich hinter dem
flachen Charakter am Schluß doch nicht mehr verbirgt als ein wütender und
platter Krimineller verliert die Gemälde-Anspielung fast jeden Sinn. Ach ja,
falls sich jemand über den bandagierten Sideshow Bob und über Marges Satz das
Bob versprochen hat Bart bald mal zu besuchen wundert - P7 zeigt die Folgen
natürlich in der falschen Reihenfolge und CABF05 von heute kam im US-Fernsehen
einige Zeit vor CABF10 von letzter Woche.

Fazit: eine müde und unmotivierte Sitcom-Handlung in der ein Großteil der Jokes
einfach flach fällt und nicht funktioniert. Die Charaktere und selbst die
Sprecher agieren müde und der Schluß ist mal wieder kaum als solcher zu
erkennen, die Folge endet ohne Auflösung und erkennbare Botschaft. Die Folge
ist nicht allzu grell, überdreht, geschmacklos oder völlig surreal - die Folge
ist einfach nur lahmes Geplänkel. Der flach reale Umgang mit den Charakteren
rettet die Episode noch vor der ganz schlechten Note, vielleicht ist sie auch
nur zu bedeutungslos um wirklich schlecht zu sein. Note D+.