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Die Simpsons

Review von Chris Pfeiler

... Die heutige Ep ist IMO zwar nicht überragend, aber deutlich besser als letzte Woche.

Fangen wir dennoch mit den negativen Aspekten an.

Grundsätzlich fällt auf der negativen Seite die recht einfallslose Art des Hauptplots auf. Lisa hat eine Chance auf Erfolg, gerät dann in den Gewissenskonflikt und tut am Ende das, was sie für richtig hält. Diese Handlung hat zwar einen recht klassischen Touch, wirkt aber auch wenig innovativ und etwas leblos. Zum Teil hapert es sicherlich auch bei der Ausführung, die sich zu stark auf Standard-Comedy-Routinen verläßt.

Das wird speziell am Schluß deutlich. Es ist zwar eine schön Szene, als Lisa von der Stadt jubelnd begrüßt wird (ganz im Sinne des Prinzips der "sympathy for the second best"). Auf der anderen Seite wirkt der Schluß aber seltsam sitcomig und ohne die Schärfe, die vorher zumindest öfters mal angedeutet war. Die Übertreibung mit dem großen Steinkopf mag dabei sicher eine Rolle spielen. Auch wenn mir die positive Art des Schlusses für Lisa gefällt, wirkt er für OFF-Verhältnisse einfach zu holprig.

Ein paar der Jokes sind leicht daneben (man denke an Skinners "wanking time") und einige zünden nicht so recht. Im Gesamtbild ist die Episode humoristisch wohl eher im Mittelfeld zu sehen, die besten Jokes finden sich dabei meist im recht netten Homer-Subplot. Homers etwas hastiger Entschluß für Lisa und gegen das Ribwich wirkt allzu konstruiert.

Sehen wir uns die positiven Aspekte an.

Trotz der kritischen Anmerkungen mag ich diese Folge. Kein Unfug und kein allzu kruder Humor, gute Charakterisierung, schwache, aber nette Satire, Handlung mit Sub- und Hauptplot. Der Hauptplot versucht auch durchaus kritische Ansätze zu haben (etwa durch die Betonung, daß der Gewinner "crowd-pleasing and cute" sein soll), ist aber schlicht und einfach nicht besonders gut ausgeführt.

Der Auftritt von George Plimpton ist eine recht nette Idee, satirisch das Thema "Pseudo-Promis" zu betrachten, die solche Wettbewerbe (die natürlich nicht von großem Interesse sind) moderieren. Sein Satz bei seinem Abgang "And I go back to whatever it is I do..." ist amüsant. Der Subplot um Homer und sein Ribwich enthält guten Humor, besonders die Anspielungen auf die Hippie-Szene.

Die Folge ist extrem schwer zu übersetzen, das bezieht sich nicht nur auf die Buchstabier-Szenen (z.B. "whether/wheater"), sondern auch auf andere Stellen mit Dialoghumor, etwa "I.M.P." und Ralphs "I made Bart in my pants" oder "the lease-a to my car" und anderes. Kann jemand was zur Ivarisierung sagen? Die Note bezieht sich natürlich auf die OV.

Fazit: eine Folge, die mir ein bißchen wie der Versuch erscheint, eine zu übliche Lisa-Folge im "Light"-Stil zu machen - mit wenig Innovation und leider auch wenig Schärfe. Amüsanter Humor und gute Einfälle finden sich auf der positiven Seite, im Gesamtbild deshalb besseres Mittelmaß. Note C+ bzw. Note 3+ als deutsche Note.

Chris

Review von Andreas Roth

IVAR hat es zugegebenermaßen nicht leicht gehabt, diese Folge zu übersetzen, und so ist die DV oberflächlich betrachtet gar nicht mal so schlecht. Bei näherem Hinhören fallen einem leider doch einige Hämmer auf, aber das ist man ja mittlerweile gewohnt...

Doch kommen wir zur eigentlichen Folge, die zwar kein echtes Highlight darstellt, aber streckenweise durchaus zu überzeugen vermag, und zwar sowohl in der Haupt-, als auch in der Nebenhandlung. Als Hauptkritikpunkt kann man anführen, daß alles schon einmal in irgendeiner Form dagewesen ist, wohl ein Tribut auf das mittlerweile doch recht fortgeschrittene Alter der Serie.

Schon die ersten Szenen leiten überraschend gelungen beide Handlungsstränge ein, und auch im weiteren Verlauf gibt es nur wenige unnötige Längen. Krude Gags und Ekelhumor bleiben glücklicherweise außen vor, wenngleich man an einigen Szenen doch deutlich an S1x erinnert wird (z. B. die freigelassenen Bienen beim Buchstabierwettbewerb). Auch die Charaktere verhalten sich weitgehend klassisch und werden ohne Überzeichnung dargestellt.

Nicht alle Gags zünden, einige Lacher gibt es dennoch. Besonders die Szene, als sich Lisa ihre Hochzeit mit Milhouse vorstellt, ist ausgesprochen witzig. Die Schlußszene mit dem Steinkopf im Mt.-Rushmore-Stil wirkt etwas übertrieben, aber es ist wohltuend, einmal nicht ein allzu hastiges "Back-to-normal"-Ende erleben zu müssen. Obwohl Lisa den Wettbewerb schlußendlich doch nicht gewonnen hat, wird sie herzlich empfangen, eine schöne Geste ganz im Sinne des olympischen Geistes "Dabeisein ist alles".

Trotz all der positiven Aspekte wirkt die Episode dennoch etwas steril, wobei man die Schuld zumindest teilweise bei der deutschen Synchro suchen muß, die im direkten Vergleich einfach lahm ist. Mittlerweile tendiert IVAR wohl auch dazu, Szenen, in denen nicht gesprochen wird, unsynchronisiert zu lassen, und so wirkt Homers Gestöhne mit der Stimme von Dan Castellaneta beim Verputzen der Ribwichs im Krustyburger zumindest auf den unbedarften Zuschauer ein wenig merkwürdig. Aber auch die Handlung läßt, wie eingangs bereits erwähnt, an Innovation missen. Da jedoch einige positive Ansätze vorhanden ist, vergebe ich diesmal die Note 3+.

Viele Grüße, Andreas


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