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Die Simpsons

Review von Chris Pfeiler

Fangen wir heute mal zur Abwechslung mit den positiven Aspekten an.

Das sieht doch gleich deutlich besser aus, als letzte Woche. Viele nette Jokes und Referenzen, recht gut funktionierende Handlung, keine bizarren oder kruden Einlagen - wenn man es als Urlaubsfolge betrachtet, dann ist es wohl die beste Urlaubsfolge seit vielen Jahren. Im Unterschied zu den plumpen Gagreihen von S11/S12-Urlaubsfolgen trägt die Reise hier nämlich auch zu einer Entwicklung von Handlung und Charakteren bei.

Die Charakterisierung ist gelungen, auch Bart wirkt nun wieder deutlich besser getroffen als in S1x üblich. Selbst die üblichen Meta-Jokes ("Ay Carumba", "mothballs in the beef stew.") sind hier nicht störend. Homer bleibt eher im Hintergrund, dafür wird der emotionaleren Komponente mit Seymour und Edna mehr Gewicht gegeben. Wenn die Folge schief gegangen wäre, hätte sie leicht zu "Homer und sein Partner Sidekick Seymour in Disneys visuellem Gag-Land" werden können. Das ist sie zum Glück nicht, die Balance zwischen Inhalt und Humor ist recht gut getroffen.

Viele gelungene Jokes wie etwa das IMAX, der Kommentar zu "Dead Poets Society", das in der OV absolut brillante Electric Car ("presented by the gasoline producers of America"), der Enron-Ride, Homer und Little Richard ("Purple Rain"/"Michael Jackson just told me to shut up.") und noch einiges mehr. Auch der Promi-Auftritt wirkt nicht störend, kleine Referenzen wie etwa Skinner in "Phantom der Oper"-Pose sind ebenfalls amüsant und gut genutzt, ohne aufgesetzt zu wirken.

Sehen wir uns die (dezent) negativen Aspekte an.

Ein recht großer Teil der Folge baut natürlich auf den gelungenen Gags auf, trotz guter Balance wirkt die Handlung selbst leicht substanzleer, was aber kaum stört. Teile der Gagreihe in den ersten Minuten (z.B. die Blackhawk-Szene) oder zu überzogenes Material wie die "Eastern Airlines World Domination" stören den Eindruck da schon eher. Manche Jokes sind mal wieder deutlich recycelt, z.B. die "fireworks of our own"-Szene.

Die deutsche Synchro dürfte die Qualität der Folge senken, vermutlich auch wegen der neuen deutschen Skinner-Stimme. Viel Humor ist speziell wegen Harry Shearers Skinner so gelungen. Auch andere Szenen wie das in der OV genial gesprochene Electric Car oder Begriffe wie "Pranken- stein" lassen sich kaum übersetzen. Kann jemand was zur Synchro sagen? Die gute Note von mir gibt es natürlich für die OV.

Fazit: eine amüsante Folge mit vielen guten Einfällen und bisweilen recht klassischem Stil. Ein paar überzogene Jokes und ein leichter Mangel an Substanz - manchmal brauchen Folgen aber wohl nicht unbe- dingt viel Substanz, um unterhaltsam zu sein. Note B.

Chris

Review von Andreas Roth

Vorweg gesagt: Die beste Folge seit langem! Schön, daß die Hoffnung nicht völlig verloren ist und die Autoren immer noch im Stande sind, etwas anderes als den üblichen Schrott, den wir die letzten Jahre ertragen mußten, zu schreiben.

Schon der erste Akt erinnert an frühere Zeiten; zwar ist das Thema "Bart muß einen Aufsatz schreiben, beschäftigt sich aber lieber mit anderen Sachen" nicht neu, aber Bart wird endlich wieder so charakterisiert wie in den ersten Staffeln, als ein immer zu einem Streich aufgelegten Jungen, der trotzdem ein großes Herz hat. Man merkt an einigen etwas übertriebenen Gags zwar trotzdem, daß man es mit S1x zu tun hat (Hubschraubertrip mit Milhouse, Augenseife von Flanders), andere hingegen sind einfach brilliant umgesetzt (Kopierer).

Zwar dauert es auch diesmal ein wenig, bis die eigentliche Handlung einsetzt, jedoch wirkt der erste Akt keineswegs deplatziert, zumal die Überleitung sehr gut gelungen ist. Auch weiterhin halten sich krude Jokes sehr in Grenzen, hier ist mir so gut wie nichts negativ aufgefallen, im Gegenteil, ich konnte seit langem einmal wieder richtig lachen - vor allem bei der Szene mit dem Elektroauto im Efcot Center ("gesponsort von der benzinproduzierenden Industrie Amerikas").

Leider gingen die emotionalen Szenen angesichts dieses Gagfeuerwerks etwas unter, so daß die Handlung insgesamt etwas dünn wirkt. Die Qualität der Folge schmälert dies jedoch kaum, im Gegensatz zur deutschen Synchro - vor allem Skinners neue Stimme ist sehr gewöhnungsbedürftig und paßt einfach nicht zum Charakter. Skinners Heiratsantrag war schon lange überfällig, aber auch hier kommt die Emotionalität der Szene kaum zur Geltung, wenngleich der Auftritt des mittlerweile üblichen Gaststars nicht unbedingt deplatziert wirkt.

Insgesamt betrachtet konnten wir endlich wieder einmal eine sehr gelungene Episode erleben, die zwar einige kleine Schwächen hat, sich aber deutlich vom üblichen Niveau der vergangenen Jahre abhebt. Die Note 2 hat sich die Folge redlich verdient.


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