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Die Simpsons
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Review von Chris Pfeiler

Fangen wir mit den positiven Aspekten an.

Ich würde FABF07 eindeutig zu den besten Folgen der Staffel zählen, sie zeigt auch wieder jene Rückbesinnung bei den Autoren hin zu klassischen OFF-Themen wie dem Verhältnis von Charakteren zueinander (Bart/Milhouse und Bart/Lisa, im leichteren Subplot aber auch Homer/Marge). Das Ganze in einem fast durchweg realistischen Umfeld ohne punktlose "wackiness" oder Krudheiten und mit guter Balance zu passendem Humor.

Dabei wird auf deplatzierte Gags gelungen verzichtet, dem ernsthafteren Thema wird genug Raum gegeben (wenn auch im Gesamtbild mit einem kleinen Laufzeitproblem.) Gerade auch das Thema Bart/Lisa wird hier sehr gut und mit Gespür für die Charaktere behandelt, deren Verhältnis zueinander vor allem in den Scully-Jahren extrem flach geworden war. Einer der IMO wohl schönsten Dialoge zwischen Bart und Lisa in der Episode ist "Just forget everything you know about gravity", "But I know so much about it.".

Darüber hinaus haben wir jede Menge guten Humor, man achte auch auf den I&S mit Micky Mao´s und auf Barts Kommentar zum Thema Religion. Der Sub- plot mit Homer mag etwas schräg sein, er punktet aber mit einer schönen Leichtigkeit und feinen Einfällen (von "Diamonds - because money equals love" über "Cops took my brain" bis hin zu Marges arg materialistischer Konsequenz am Ende. Das ist klassischer ironic twist bei OFF.)

Kommen wir zu den negativen Aspekten.

Das Hauptproblem der Folge dürfte die zu kurze Laufzeit sein. Hier wird zwar nicht an unpassenden Stellen Zeit vergeudet (wie in vielen anderen Folgen leider immer noch üblich), aber das Hauptthema an sich würde eben einfach mehr Zeit als nur ca. 20 Minuten benötigen. Das fällt gerade am Ende auf, als Milhouse allzu spontan wieder in alter Form da ist. Gerade auch das an sich wichtige Plotelement des Indianergrabs (als ein eigenes Geheimnis nur für Bart und Lisa) hätte mehr Handlungsrelevanz verdient.

Der nachgesetzte Ironieschluß wurde ebenfalls kritisiert, nimmt er doch einer tiefgängigen Charakterfolge etwas den realen Aspekt. Mit der Bart &Lisa-Szene hätte die Folge einen schöneren Abschluß gehabt. Auch wenn mich der "schmalz-korrigierende" Nachsatz jetzt nicht allzu sehr stört, hätte man dessen Laufzeit für die wirkliche Handlung verwenden sollen. Wenige Jokes wirken leicht mißlungen, etwa Grampa und die Inkontinenz.

In der OV haben wir eine sehr gelungene Stimmarbeit von Nancy Cartwright und Yeardley Smith, die Synchro wird da nicht mithalten können.

Fazit: sehr schöne Charakterfolge mit vielen Einfällen und guter Balance zu Humor und leichterem Subplot. Ein dezentes Problem der Folge ist ihre bisweilen etwas zu gering wirkende Laufzeit und wenige mißlungene Gags. Dennoch IMO eine der besten Charakterfolgen der letzten Jahre, Note 1-.



Review von Andreas Roth

Heute haben wir es wieder einmal mit einer Folge zu tun, die man sich tunlichst in der OV anschauen sollte, da die DV deutlich flacher und unemotionaler daher kommt. Wirklich schade, denn wir habe in S15 schon deutlich besseres von den deutschen Sprechern gehört. Die Folge selbst ist leider sehr zweigeteilt zu betrachten, einmal haben wir den brillianten Bart-Lisa-Part, dem der deutlich plumpere Homer-Marge-Part gegenübersteht, was vor allem am Schluß auch zu deutlichen Problemen in Sachen Laufzeit führt.

Zwar ist Homers neuer "Job" als Bettler nicht so schlimm wie manch anderes, trotzdem habe ich mittlerweile genug davon, daß er sich auf ein solches Niveu herabläßt, auch wenn die Motive ehrbar sind und seine Naivität fast automatisch zu so einem Verhalten führen muß. Allerdings haben wir schon deutlich ansprechendere Versuche gesehen, Marges Liebe und Anerkennung (wieder-)zuerlangen.

Ebenfalls deplatziert fand ich Marges Entschluß, die Diamant-Ohrringe am Ende zu behalten - Materialismus paßt einfach nicht zu ihr. Sehr gelungen hingegen sind z. B. das Werbeschild für die Diamanten, und auch die Szenen beim Juwelier entbehren nicht einer gewissen Komik.

Kommen wir zum eigentlichen Highlight der Folge, dem Wegzug von Milhouse und die anschließende Geschwisterbeziehung zwischen Bart und Lisa. Auch wenn dieser Teil wie erwähnt viel zu kurz kommt (man hätte problemlos die ganze Folge damit auffüllen können), strotzt die Geschichte nur so vor witzigen, beschwingten und emotionalen Szenen, die Charakterisierung ist hier ausgezeichnet gelungen und hätte auch in den Hochzeiten der Serie nicht besser gemacht werden können. Mit etwas mehr Zeit hätte man Milhouse' Rückkehr nicht allzu schnell abhandeln müssen, auch die Sequenz mit der indianischen Begräbnisstätte hätte eine ausführlichere Behandlung verdient.

Unnötig abrupt wirkt die Unterbrechung der Umarmungsszene, auf die Rahmenhandlung mit der Museumstour hätte man größtenteils verzichten können, darüber können auch die netten Inside-Jokes nicht hinwegtrösten. Gerade das Ausblenden einer emotionalen Szene wie der Umarmung hat früher die Qualität der Episoden ausgemacht, schade, daß man hier so eine Holzhammermethode auffahren muß. Wäre der Bart-Lisa-Part etwas ausführlicher behandelt worden, hätte ich der Folge eine glatte 1 gegeben, so bleibt es "nur" bei einer 2+.

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Letzte Änderung am February 24, 2005 14:07 (zeige Änderungen)
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