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Die Simpsons
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Den Fernsehzuschauern sind die Simpsons so sympathisch, dass die Serie fünfzehn Jahre nach ihrem Start in der amerikanischen "Tracey Ullman Show" in mehr als 70 Ländern der Welt läuft. Simpsons-Erfinder Matt Groening, 47, hat mit seinem Team bisher über 290 Episoden erfunden und es so längst zum Multimillionär gebracht. In Deutschland sind die Simpsons seit 1990 zu sehen. Die Erfolge im Bezahlfernsehen von Premiere und später im ZDF waren mäßig; erst im früheren Kirch-Sender ProSieben (ab Montag, 9. September, wieder wochentäglich um 19 Uhr) wurde die Serie zum Hit: Bis zu 32 Prozent Marktanteil bei den 14- bis 29-Jährigen erfreuen seit 1994 Werbekunden und Programmchef.
Den Fernsehzuschauern sind die Simpsons so sympathisch, dass die Serie fünfzehn Jahre nach ihrem Start in der amerikanischen "Tracey Ullman Show" in mehr als 70 Ländern der Welt läuft. Simpsons-Erfinder Matt Groening, 47, hat mit seinem Team bisher über 290 Episoden erfunden und es so längst zum Multimillionär gebracht. In Deutschland sind die Simpsons seit 1990 zu sehen. Die Erfolge im Bezahlfernsehen von Premiere und später im ZDF waren mäßig; erst im früheren Kirch-Sender ProSieben (ab Montag, 9. September, wieder wochentäglich um 19 Uhr) wurde die Serie zum Hit: Bis zu 32 Prozent Marktanteil bei den 14- bis 29-Jährigen erfreuen seit 1994 Werbekunden und Programmchef.

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TV-Serie
Matt Groening und die Simpsons

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aus Stern: http://stern.de/unterhaltung/comic/index.html?id=520418&nv=ct_cb

TV-Serie =


Matt Groening und die Simpsons ==

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Artikel aus http://stern.de/unterhaltung/comic/index.html?id=520418&nv=ct_cb

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Der American Way of Life zerbröselt
Der American Way of Life zerbröselt


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Ein Figuren-Universum mit allen gesellschaftlichen Gruppen
Ein Figuren-Universum mit allen gesellschaftlichen Gruppen


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Subversion ist ein Merkmal der Simpsons
Subversion ist ein Merkmal der Simpsons


Die Simpsons

Die wunderbare Katastrophe

Artikel aus http://stern.de/unterhaltung/film/index.html?id=512577&nv=ct_cb


© Anja Wechsler Bart (re.) wird von Sandra Schwittau (re.) gesprochen. Lisa (li.) erhält ihre Stimme von Sabine Bohlmann (li.). Den Part von Mutter Marge hat Elisabeth Volkmann übernommen. Vater Homer spricht Norbert Gastell

Der Kerl frisst wie ein Schwein. Er ist fett, stinkfaul und von schlichtem Verstand. Meist hängt er auf dem Sofa oder in der Kneipe rum. Obwohl es sein Job wäre, hat er von den Vorgängen im örtlichen Atomkraftwerk von Springfield nicht den Hauch einer Ahnung. Kurz: Homer Simpsons Leben ist eine einzige Katastrophe. Und trotzdem: In England wurde Homer Simpson gerade zum großartigsten Fernseh-Charakter aller Zeiten gewählt. In einer Umfrage des Kaufhauskonzerns "Woolworth" sagte fast jedes vierte Kind, es würde gerne seinen Vater eintauschen, wenn es dafür Homer Simpson bekäme. Irgendwie ist dieser Mann so fürchterlich menschlich, dass dem Zuschauer das Herz aufgeht.

Nicht aus Mitleid, sondern aus liebevoller Anteilnahme: Das Schöne an Familie Simpson ist, dass sie sich nicht unterkriegen lässt. Der Alltag mag chaotisch sein und alle Menschen wahnsinnig den Simpsons kann das nichts anhaben. Homer, Marge, Bart, Lisa und Maggie verlieren gemeinsam, und sie triumphieren gemeinsam. Genau so soll das Leben sein.

Den Fernsehzuschauern sind die Simpsons so sympathisch, dass die Serie fünfzehn Jahre nach ihrem Start in der amerikanischen "Tracey Ullman Show" in mehr als 70 Ländern der Welt läuft. Simpsons-Erfinder Matt Groening, 47, hat mit seinem Team bisher über 290 Episoden erfunden und es so längst zum Multimillionär gebracht. In Deutschland sind die Simpsons seit 1990 zu sehen. Die Erfolge im Bezahlfernsehen von Premiere und später im ZDF waren mäßig; erst im früheren Kirch-Sender ProSieben (ab Montag, 9. September, wieder wochentäglich um 19 Uhr) wurde die Serie zum Hit: Bis zu 32 Prozent Marktanteil bei den 14- bis 29-Jährigen erfreuen seit 1994 Werbekunden und Programmchef.

Die Synchronsprecher Zu einem großen Teil am Erfolg in Deutschland beteiligt sind die Synchronsprecher - die Stimmen sind seit zwölf Jahren dieselben und machen aus den Figuren unverwechselbare Persönlichkeiten: Norbert Gastell spricht Homer, Elisabeth Volkmann die Marge, Sandra Schwittau ist Bart, und Sabine Bohlmann leiht Lisa und Maggie Simpson ihre Stimme. Für stern.de trafen sich die Schauspieler erstmals zum Familiengipfel und sprachen über das, was sie mit den Zeichentrick-Figuren verbindet und was sie trennt.

Sie synchronisieren die Simpsons seit mehr als zehn Jahren. Welches Verhältnis haben Sie nach so langer Zeit zu der Figur, der Sie Ihre Stimme geben? Elisabeth Volkmann: Marge Simpson wird mir immer ähnlicher.

Norbert Gastell: So ist das bei mir auch. Ich mag Homer - und Homer mag mich. Er ist in mir drin.

Sabine Bohlmann: Lisa ist mir als Mensch und Charakter sehr vertraut. Wenn ich ins Studio komme, muss ich mich nicht mehr besonders auf sie einstellen.

Sandra Schwittau: Die kleine Lisa ist eben die schlauste Figur der ganzen Serie...

Bohlmann: ...nur merkt das leider niemand in Springfield.

Schwittau: Ich bin nicht Bart! Das ist ein zehnjähriger Junge, und ich bin eine erwachsene Frau. Gott sei Dank.

Aber es gibt Ähnlichkeiten?

Schwittau: Natürlich. Auch ich bin frech. Barts Naturell liegt mir einfach. Ich muss mich nicht verstellen.

Bohlmann: Das ist bei mir genauso. Lisa glaubt ja immer noch, dass sie die Welt verbessern kann. Das glaube ich auch!

Volkmann: Marge hat so viele Facetten. Sie beherrscht die Familie, sie beherrscht ihren Mann. Und trotzdem ist sie letztlich immer wieder ganz lieb.

Ist sie Ihnen sympathisch?

Volkmann: Die Leute behaupten, wir hätten eine gewisse Ähnlichkeit und ich sei wie sie irgendwie schrill. Das kommt wohl noch aus den Zeiten von Klimbim.

Schwittau: Aber Du bist doch wohl emanzipierter als Marge!

Volkmann: Ich und emanzipiert? Unsinn! Ich brauche eine große breite Schulter zum Anlehnen. Emanzipiert! Ich kann's manchmal gar nicht mehr hören. Ich bin es nicht, Marge ist es auch nicht.

Was tun Marge, Homer, Lisa und Bart, was Sie gerne ausleben würden?

Bohlmann: Saxophon spielen!

Volkmann: Marge hat sich in einer Episode so herrlich verliebt! Das würde ich mir auch nochmal wünschen, irgendwann, zum Lebensende. Marge hatte ihren Verehrer beim Bowling kennengelernt. Ein eher schmieriger Typ war das. Aber sie wurde von ihm verehrt, wie sie nie von ihrem Mann Homer verehrt worden war. Marge verliebte sich und wurde ganz weich. So eine Folge würde ich ganz gerne mal wieder sprechen.

Was hat Homer, was Sie nicht haben?

Gastell: Er besitzt diese wunderbare Naivität. Darum beneide ich ihn manchmal. Und er sagt den Menschen offen und direkt, was er von ihnen hält. Er lässt alles einfach raus. Ich bin viel zu diplomatisch.

Und Bart?

Schwittau: Am liebsten mag ich Bart, wenn er merkt, dass er einen Fehler gemacht hat. Er ist dann so richtig geknickt. Bart ist ja nicht unsensibel. Das kenne ich ganz gut. Ich haue auch erstmal drauf und merke dann, was ich getan habe. Ich bin...

Volkmann: ...ihm relativ ähnlich!

Schwittau: Ich bin kein Junge! Aber er berührt mich immer wieder.

Bohlmann: Weinst Du auch wie Bart?

Schwittau: Natürlich weine ich. Das lasse ich mir auch nicht nehmen.


Bohlmann: Sollten die Simpsons jemals mit echten Schauspielern verfilmt werden, würde Sandra Schwittau den Bart spielen...

Schwittau: ...und ich hätte kein Problem damit. Weil ich sein Temperament habe und ihn verstehe.

Sind Lisa Simpson und Sabine Bohlmann dieselben kleinen Genies?

Bohlmann: Sie ist klüger als ich. Fast schon ein bisschen altklug.

Schwittau: Lisa ist das hochbegabte Kind, das in einer Familie minderbemittelter Menschen lebt.

Volkmann: Moment mal! Marge ist nicht dumm! Sie glaubt an das Gute im Menschen.

Wie Sie selbst?

Volkmann: Ich zwinge mich, daran zu glauben. Das Tolle an den Simpsons ist doch: Sie stürzen mit dem Flugzeug ab und leben weiter. Sie verunglücken mit dem Auto und nichts passiert.

Schöne Vorstellung...

Volkmann: Ja! Da denkt man: O je, aus dieser Situation kommen sie nicht lebend raus, und dann stehen sie plötzlich wieder da und lachen wunderbar!

Schauen Sie sich die alten und neuen Folgen im Fernsehen an?

Schwittau: Klar. Alle. Und ich entdecke jedesmal neue kleine Details.

Volkmann: Ehrlich gesagt irritieren mich die vielen Wiederholungen. Eigentlich denke ich: Was weg ist, ist weg.

Müssen Sie für Freunde und Bekannte nicht ständig wie ein Simpson sprechen?

Volkmann: Selten. Die meisten Leute wissen ja gar nicht, dass ich die Marge bin.

Schwittau: Bei mir ist das so: Ich gehe auf eine Party, und dann kommen irgendwelche Leute zu mir, weil irgendjemand erzählt hat: Das da ist die, die den Bart synchronisiert! Dann soll ich allen möglichen Leuten die Mailbox oder den Anrufbeantworter besprechen.

Macht Sie das nicht stolz?

Schwittau: Natürlich, denn ich liebe Bart. Aber ich bin Schauspielerin. Ich habe die vergangenen Monate vor allem Theater gespielt. Das ist wirklich eine größere Leistung, als den Bart zu machen. Und trotzdem interessiert sich kein Mensch für das Theater. Immer nur Bart. Da stimmt das Verhältnis nicht mehr so ganz.

Gastell: Mir hat neulich ein junger Mann gesagt: "Als Homer finde ich Sie klasse. Aber was machen Sie eigentlich beruflich?"

Trifft das Ihre Schauspieler-Ehre?

Gastell: Nein, das ist eben die Naivität des Zuschauers.

Schwittau: Die Leute leben mit der Vorstellung, dass ich jeden Morgen aufstehe, den Bart spiele und abends wieder ins Bett gehe. Bart Simpson bedeutet für mich pro Jahr vielleicht zehn Arbeitstage. Das kann sich niemand vorstellen.

Volkmann: Du Arme! Das wird Dich noch länger verfolgen. Neulich fragte mich ein türkischer Taxifahrer nach "Klimbim". Die letzte Folge entstand 1978. Insofern: Bart wird dir die nächsten 25 Jahre erhalten bleiben.

Interview: Tobias Schmitz

Meldung vom 07. September 2003


TV-Serie

Matt Groening und die Simpsons

Artikel aus http://stern.de/unterhaltung/comic/index.html?id=520418&nv=ct_cb


© ProSieben Wird in 70 Ländern ausgestrahlt und erhielt zehn Emmys : die Simpsons auf Homers Lieblingsmöbel, dem Sofa

Das Jahr 1987 war eines der bedeutendsten in der Geschichte des Fernsehens. Der junge amerikanische TV-Sender Fox wurde auf den Comicstrip "Life in Hell" aufmerksam, der regelmäßig in dem Wochenmagazin "L. A. Reader" erschien. Sein Schöpfer: Matt Groening, der damals Redakteur des Blattes war. Groening erhielt den Auftrag, "Life in Hell" als Zeichentrickserie zu produzieren, um als Pausenfüller für die "Tracy-Ullmann-Show" zu dienen. Aber der Cartoonist Groening schuf stattdessen etwas Neues: eine sehr gelbe, sehr amerikanische Familie als animierten Comicstrip mit dem Namen "The Simpsons", die in der fiktiven Stadt Springfield leben. Die Simpsons waren bald so beliebt, dass sie am 17. Dezember 1989 mit einer eigenen, halbstündigen Sendung starteten.

Die Simpsons wurden zur erfolgreichsten Zeichentrickserie der Welt. Im letzten Jahr der DDR kamen sie auch in das deutsche Fernsehen. Seitdem sind Homer und seine Familie ununterbrochen am Bildschirm zu begutachten, wie sie die amerikanische Welt mit ihren Mythen und Absurditäten darstellen. In 70 Ländern wird die Serie ausgestrahlt, sie erhielt bisher zehnmal den amerikanischen Fernsehpreis Emmy und das zu Recht.

Der American Way of Life zerbröselt

Das mit zahlreichen Figuren ausgestattete Universum der Simpsons stellt die US-Gesellschaft liebevoll ironisch dar. Bei der Familie aus Springfield, der amerikanischten aller amerikanischen Städte, zerbröselt der American Way of Life wie ein trockener Kartoffelchip, den sich der dicke, dumme und sehr faule Homer bei Fernsehen und Bier in den Mund schiebt. Was übrig bleibt, ist eine Familie, die trotzdem zusammenhält und den Zuschauer an den Bildschirm fesselt.

Das Familienoberhaupt benannte Groening, der in diesen Tagen seinen fünfzigsten Geburtstag feiert, nach seinem Vater Homer Groening, ebenfalls Cartoonist. Auch seine Mutter diente als Namensgeberin. Aus Margaret wurde Marge Simpson, eine geborene Bouvier. Da ist der erste Anknüpfungspunkt an amerikanische Mythen, mit denen die Serie ein ganzes Imperium an Verweisen geschaffen hat: Jackie Kennedy war ebenfalls eine geborene Bouvier.

Bei den Simpsons wird aus einer Bouvier keine Ikone des Boulevards, die sich in der Welt der Mächtigen und Reichen bewegt, sondern eine Mutter und Ehefrau, die (meistens) mit souveräner Gelassenheit putzt, kocht und wäscht. Sie liebt ihren Mann und kauft ihm das Bier, dass er in der Regel vor dem Fernseher trinkt. Hinzu kommen die drei Kinder. Sohnemann Bart, zehn Jahre alt, frech, ein Schulhasser, der leidenschaftlich Skateboard fährt. Tochter Lisa, acht Jahre alt, hochbegabt und die personalisierte linksliberale Vernunft (Gleichberechtigung, Umweltschutz) und schließlich Baby Maggie, deren Namen Homer schon mal vergisst.

Ein Figuren-Universum mit allen gesellschaftlichen Gruppen

Im Figuren-Universum sind alle gesellschaftlichen Gruppen vertreten. Korrupte und sexgeile Politiker (Bürgermeister Quimby), Einwanderer, die hart schuften (der Inder Apu), die bigotten christlichen Frömmler (Nachbar Ned Flanders und seine Familie), der böse Kapitalist (Atomkraftwerksbetreiber Montgomery Burns mit seinem schwulen Adlatus Smithers), ein Schuldirektor und Vietnamveteran (Seymour Skinner), der Alkoholiker (Barney aus Moe's Bar), der Jazzmusiker (Zahnfleischbluter Murphy) usf...


© ProSieben Eine große und ehrliche Liebe: Homer und Marge Simpson

Ein Konstruktionsprinzip der Serie ist es, Handlungen berühmter Filme oder einzelne Szenen zu imitieren. Die Figuren aus der Serie übernehmen die Rollen berühmter Filmfiguren. Das dient als handlungsbestimmende Grundlage für eine ganze Folge (Shining, Thelma & Louise, Die Reifeprüfung) oder auch nur für einzelne Gags (Homer als Terminator, der sich mit der Müllabfuhr anlegt).

Ein anderes Prinzip ist die Offenheit des Springfield-Universums. Prominente treten als Trickfiguren in der Serie auf, ausgestattet mit den realen Synchronstimmen in einer Folge zum Beispiel der bekannte Regisseur John Waters. Er freundet sich mit Marge und den Kindern an. Auch Homer ist zunächst angetan von diesem freundlichen und exzentrischen Künstler. Bis er erfährt, dass Waters stockschwul ist. Homer fürchtet nun um seinen Sohn Bart. Er veranstaltet mit ihm Männlichkeitsrituale wie die Jagd auf Rentiere oder besucht mit im ein "anständiges amerikanisches Stahlwerk" mit muskelbepackten Arbeitern, die sich dann alle auch als schwul outen (das Stahlwerk wird zur Disco!).

So entsteht ein Kaleidoskop amerikanischer Befindlichkeiten, gesellschaftlicher Rollenmuster und ihrer medialen Helden, mit sich unendlich widerspiegelnden Verweisen und Anknüpfungspunkten von Fiktion und Realität.

Subversion ist ein Merkmal der Simpsons

Subversion ist ein Merkmal der Simpsons. Alles, was nicht niet- und nagelfest ist am American Way of Life, wird von der offiziellen Bedeutung ins Gegenteil verkehrt. Zum Beispiel wird George Bush senior in einer Folge zum Nachbarn der Simpsons. Als Bart mit einem Streich (allerdings unbeabsichtigt) das Manuskript mit der Autobiografie des Präsidenten in Rente vernichtet, entbrennt ein kleinlicher und gewalttätiger Nachbarschaftsstreit. Homer und Bush hauen sich die Nasen blutig. Das nennt man Entzauberung der Macht.

Trotzdem bleibt die Serie ambivalent. Es ist kein ätzender Spott, den die Figuren dem Zuschauer vorhalten. Die Familie stiftet den Zusammenhalt, Homer und Marge verbindet eine große und ehrliche Liebe. Es ist so gesehen eine Utopie der idealen Familie, die da zum Vorschein kommt. Das ist das, was den Erfolg der Serie ausmacht. Einem ewigen Gesetz der Massenunterhaltung gehorchend, ist das Happy End garantiert. Das ist die Verlässlichkeit, auf die man vertrauen kann.

Spätestens dann wird auch der Zuschauer den geliebten Figuren der Serie sehr ähnlich. Auf bissige Weise kann er mit der Hybris des amerikanischen Traums abrechnen und den fiesen, schnöden Alltag hochleben lassen. Am Ende jeder Folge versinkt er wieder in den heiligen Schoß des Gewohnten wie Homer mit seinem dicken Hintern im Sofa: die angenehmste Art der Identifikation und das innerste Erfolgsprinzip der Serie.

Tim Schulze

Meldung vom 18. Februar 2004

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