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Die Simpsons

deutsche Mitschrift der kompletten Folge von Andreas Roth

 [8F15] Der Eignungstest
 Originaltitel: Separate Vocations
 Erstausstrahlung in N. A.: 27.02.1992
 Erstausstrahung in Deutschland: 27.01.1993
 Erstellt von: [Andreas Roth]
 Letztes Update: 03.08.2003
 Tafel: Mich würgt es nur noch, wenn ich krank bin.
 Sax:
 Couch: UBF rennt zur Couch und setzt sich. 
 Bart kommt als letzter und wirft sich quer über den Schoß der anderen.

In der Grundschule von Springfield.

Mrs. Krabappel: Also Kinder, für heute hatte ich euch eine 
                Überraschung versprochen.
Milhouse:       [stellt sich einen Indianer vor, der einen Alligator 
                erwürgt] Wow!
Sherry / Terry: [stellt sich ein kleines Männchen vor, dass ihr ein Eis 
                schenkt] Oh!
Bart:           [stellt sich Mrs. Krabappel vor, die eine Gummimaske von 
                ihrem Kopf abzieht und sich als Alien entpuppt] Ich 
                hab’s gewusst!
Mrs. Krabappel: Und hier ist sie. [hält einige Aufgabenblätter hoch] Wir 
                werden heute einen Test machen!
Alle:           Ohhh!
Bart:           [schlägt sich vor die Stirn]

Die Kamera fährt einen Stock tiefer zu Ms. Hoovers Klassenzimmer. In der 
Zwischendecke sieht man eine Schlange, die sich um ein Rohr windet.

Ms. Hoover:     Wir machen heute einen Test.
Lisa:           [hebt jubelnd die Arme] Oh ja, ein Test!
Ms. Hoover:     Er nennt sich "Qualifikationsaufgabentest für 
                Schulabgänger" – kurz: "QUATSCH".

Blende zu Mrs. Krabappels Klasse. Sie teilt die Aufgabenblätter aus.

Mrs. Krabappel: Einige werden durch ihn eine wunderbare Berufslaufbahn
                entdecken, von der sie nicht einmal wussten, dass sie 
                überhaupt existiert. [ungehalten] Andere bestraft das 
                Leben; trotz eines Harvard-Diploms endet man vielleicht 
                als Babysitter für eine Horde stumpfsinniger 
                Viertklässler, während der Ehemann nackend am Strand 
                'rumläuft, mit deiner Eheberaterin. [guckt verbittert]
                Tja, hmmm, erste Frage: Wenn ich ein Tier sein müsste, 
                wäre ich dann gern: a) ein Weberknecht, b) ein 
                Sekretärsvogel, oder c) ein Waschbär?
Bart:           [kreuzt unsicher eine Antwort auf dem Fragebogen an]

Schnitt zu Ms. Hoovers Klasse. Ms. Hoover sitzt mit dem Buch, in dem die 
Testfragen stehen, auf dem Lehrerpult.

Ms. Hoover:     Frage sechzig: Am liebsten mag ich den Geruch von: a) 
                Benzin und Diesel, b) Pommes Frites oder c) Bankkunden.
Lisa:           [füllt eifrig ihren Test aus]

Ms. Hoover sammelt die Fragebögen ein.

Janey:          Das war doch die reinste Zeitverschwendung.
Lisa:           Unterricht ist niemals Zeitverschwendung, Janey.
Ms. Hoover:     Bis zur Pause haben wir noch eine Viertelstunde Zeit. 
                Bitte legt eure Bleistifte hin und schaut konzentriert 
                vor euch ins Nichts.

Eine Viertelstunde später. Ms. Hoover korrigiert Tests, als zwei 
uniformierte Männer zur Tür hereinkommen.

Mann:           Wir kommen die Tests abholen.
Ms. Hoover:     [steckt die Fragebögen in eine Tasche, die die Männer 
                mitgebracht haben]

Die Tests kommen per Flugzeug auf dem "Iowa Non-International Airport" 
an. Ein Mann lädt die Säcke mit den Tests – Aufschrift: "Standardized 
Tests – Handle with care" (Stimme: "Vorsicht, genormte Tests – Na ja.") 
– in einen Lieferwagen um, der sie zum "National Testing Center" bringt. 
Er fährt an einem Schild vorbei: "Welcome to Proctorville, Iowa. Home of 
the National Testing Center" (Stimme: "Willkommen in Iowa, Heimat des 
nationalen Testzentrums."). Über der Einfahrt des Zentrums ist ein 
weiteres Schild zu sehen: "National Testing Center – Controlling your 
destiny since 1925" (Stimme: Wir kontrollieren Ihr Schicksal seit 
1925.").

Ein Mann schüttet die Tests in einen Trichter, woraufhin sie sauber 
aufgereiht auf einem Fließband zur Auswertungsmaschine transportiert 
werden. Nacheinander leuchten die Namen der Testpersonen auf: Wesley 
Smith, Debbie Silver, Lisa Simpson, Bart Simpson. Plötzlich stottert die 
Maschine und wirft einen Papierstreifen mit einem Fehlerbericht aus. Ein 
alter Mann im Schaukelstuhl erwacht aus seinem Nickerchen und stößt die 
Maschine mit einem Besenstil an.

Alter Mann:     Na mach schon, Emma!

Die Maschine setzt sich wieder in Bewegung.

Blende zur Grundschule von Springfield in das Büro von Schulpsychologe 
Dr. J. Loren Pryor.

Dr. Pryor:      Hier ist deine wissenschaftlich ermittelte 
                Berufslaufbahn.
Janey:          [erfreut] Architektin!
Dr. Pryor:      [nickt] Hm-hm.
Schüler:        [etwas enttäuscht] Versicherungsvertreter!
Dr. Pryor:      [nickt] Hm-hm.
Ralph:          [verächtlich] Fischverwerter!
Milhouse:       [jubelnd] Militärischer Hardliner!
Martin:         [hofft mit gekreuzten Fingern auf das richtige Ergebnis] 
                Systemanalytiker, Systemanalytiker, System...
Dr. Pryor:      Systemanalytiker!
Martin:         [hebt jubelnd die Arme] Oh, super!
Lisa:           [erstaunt] Eine Hausfrau?
Dr. Pryor:      [nickt] Hm-hm, so wie eine Mama!
Bart:           [überrascht] Polizeibeamter? Das haut mir glatt die 
                Sicherung raus.
Dr. Pryor:      [lacht] Wenn du willst, könnte ich es arrangieren, dass 
                du mal abends in einem Streifenwagen mitfährst.
Bart:           [hält verächtlich das Blatt mit dem Testergebnis hoch] 
                Hey, Sie brauche ich dazu nun wirklich nicht, um mich in 
                einen Streifenwagen zu klemmen!
Dr. Pryor:      Ich glaube, du solltest das bedenken. Vor diesen 
                Testergebnissen wollte ich dich schon als Landstreicher 
                abschreiben.
Bart:           Wow, ein Landstreicher! [Stellt sich sein Leben als 
                Landstreicher vor: Bart steht im Regen mit zerzausten 
                Klamotten am Straßenrand und will per Anhalter fahren.] 
                Scheiß Sherrif! Jagt mich aus der Stadt. Ich wähle den 
                nicht mehr! [ein Auto fährt vorbei und spritzt ihn mit 
                Dreck voll.]
Bart: [Wieder in Dr. Pryors Büro.] Cooool!

Im Simpsonshaus beim Abendessen.

Lisa:           Eine Hausfrau, das ist doch so gut wie lebendig 
                begraben!
Marge:          So schlecht ist das ja nun auch wieder nicht.
Homer:          [mit vollem Mund] Und was wirst du werden, mein Junge?
Bart:           Polizeibeamter!
Homer:          [fängt an zu lachen und verschluckt sich]
Marge:          Das ist schön, Bart. Dein Vater wollte auch mal Polizist 
                werden, aber sie haben ihn nicht genommen, er war zu 
                dick.
Homer:          Nein, bei der Armee fanden sie mich zu schwer, bei der 
                Polizei war ich ihnen nur zu blöd.
Lisa:           Ich werde eine berühmte Jazz-Musikerin, habe ich mir 
                alles schon genau überlegt. Der Prophet gilt im eigenen 
                Lande nichts, aber eine Blues-Interpretationen werden 
                Frankreich erobern. Keine Drogen, aber ich werde 
                ungestüme leidenschaftliche Liebesaffären haben. Ich 
                sterbe jung oder auch nicht, da habe ich mich noch 
                nicht festgelegt.
Marge:          Schätzchen, wenn das dein Wunsch ist, tun wir alles, 
                damit er in Erfüllung geht.
Homer:          Augenblick mal, will denn niemand in meine Fußstapfen 
                treten?

Alles schweigt und schaut betreten in die Luft. Man hört die Grillen 
zirpen und in der Ferne heult ein Hund.

Schnitt zu "Li'l Ludwig's Music School".

Lisa:           Sagen Sie mir, ob ich das Zeug habe, eine Blues-
                Musikerin zu werden?
Musiklehrer:    Ähem, aber ja doch. Zeig' mal, was du drauf hast.
Lisa:           [spielt eine Melodie auf ihrem Saxophon]
Musiklehrer:    [nickt mit dem Kopf] Aha... [Lisa spielt weiter] Ja! 
                [Lisa spielt noch ein paar Takte] Gut!
Marge:          [stolz] Finden Sie auch, dass sie Talent hat?
Musiklehrer:    Äh, aber ja!
Marge:          Und glauben Sie auch, dass sie Berufsmusiker werden 
                könnte?
Musiklehrer:    [winkt entsetzt ab] Großer Gott, nein!
Lisa:           Aber ich werde jeden Tag üben!
Musiklehrer:    Ich will ganz offen zu dir sein, Lisa, und wenn ich 
                "offen" sage, meine ich "vernichtend offen". Du hast 
                eine Fingereigenschaft geerbt, die nennen wir 
                "Fummelstummel", gewöhnlich eine Vererbung 
                väterlicherseits.

Blende zu Homer. Er sitzt auf der Couch und trinkt aus einer Bierdose. 
Sie gleitet ihm aus der Hand.

Homer:          Neinnn! Meine dummen Finger!

Zurück in der Musikschule.

Lisa:           [trotzig] Das stimmt nicht, das stimmt nicht! Man 
                braucht keine langen Finger, um Blues zu spielen! Blues 
                kommt von innen heraus. [schaut resigniert auf ihre 
                Finger] Das sind aber auch Stummelfummels.

Das Haus der Simpsons. Lou und Eddie fahren vor und klopfen an der Tür. 
Homer öffnet.

Homer:          Wahhh! Ich habe den Kupferdraht nicht gestohlen! Ich 
                dachte, sie würden ihn sowieso wegwerfen. Hier, nehmen 
                Sie. [überreicht den Polizisten eine Drahtrolle]
Eddie:          [winkt ab] Nein, nein, Sir, wir kommen wegen ihrem Sohn, 
                er macht eine kleine Spazierfahrt mit uns.
Homer:          [erleichtert] Na dann viel Spaß, vielleicht bringt das 
                den Jungen zur Vernunft.
Bart:           [kommt freudenstrahlend aus dem Haus und schlägt die Tür 
                hinter sich zu] Wow, kann ich mal den Knüppel sehen?
Lou:            [zieht den Knüppel hervor und tätschelt ihn mit der 
                Hand] Wir nennen ihn Schlagstock.
Bart:           Und was schlägt man damit?
Lou:            Damit verkloppen wir die Leute.

Mrs. Winfield schaut aus dem Fenster und sieht mit Befriedigung, wie 
Bart "abgeführt" wird.

Mrs. Winfield:  Na also, das wurde aber auch Zeit!

Die Polizisten fahren mit Bart auf dem Rücksitz Streife.

Bart:           Und macht euch das an, Bulle zu sein?
Lou:            [steuert den Wagen] Oh, klasse, du kannst alle roten 
                Ampeln überfahren, im Halteverbot parken, lernst einen 
                Haufen netter Miezen kennen...
Eddie:          ...und wenn Du abends nach Hause fährst, dann weißt du, 
                du hast etwas bewirkt.
Lou:            Hey Bart, siehst Du den Caddy da drüben? [Man sieht 
                Mayor Quimby’s Caddillac, der vor dem "Who’s to know 
                Motel" parkt]
Bart:           Hm-hm.
Lou:            Das ist die Mühle von Bürgermeister Quimby. Heute abend 
                zieht er wieder ein paar unentschlossene Wähler auf 
                seine Seite.
Quimby:         [im Motelzimmer, eine junge Dame neben sich auf dem 
                Bett] Ach, weißt du, ich könnte zum Beispiel auch eine 
                Straße nach dir benennen...
Bart:           [pfeift anerkennend]

Der Streifenwagen fährt an Sideshow Mel vorbei, der auf Inline-Skates 
seinen Hund ausführt.

Eddie:          Tja, diese Spinner. Die kannst du nur bei Nacht 
                besichtigen.

Schnitt zu Lisas Zimmer. Lisa sitzt am Schreibtisch und schreibt in ihr 
Tagebuch.

Lisa:           [traurig] Liebes Tagebuch! Das wird mein letzter Eintrag 
                sein. Du warst das Logbuch meiner Hoffnungen und Träume. 
                Aber die kann ich jetzt begraben.

Lisa schlägt betrübt ihr Tagebuch zu.

Der Streifenwagen hält vor dem Kwik-E-Mart an einer roten Ampel. Man 
sieht, dass Apu gerade von Snake überfallen wird, aber niemand bemerkt 
es. Die Ampel schaltet auf grün und der Streifenwagen fährt weiter.

Bart:           Muss man nur Einser haben, um Bulle zu werden?
Lou und Eddie:  [brechen in schallendes Gelächter aus]
Bart:           Hey Jungs, wollen wir jetzt nicht 'n paar Verbrecher 
                abknallen?
Lou:            Oho, so einfach funktioniert die Sache nicht, Söhnchen.
Eddie:          Die Leute sehen Filme wie McBain und denken, bei uns 
                geht das alles nur "Peng-peng", knallt sie ab, Räuber 
                und Gendarm. [Snake saust mit quietschenden Reifen am 
                Polizeiauto vorbei] Lass’ rollen!

Lou schaltet die Sirene ein und nimmt die Verfolgung auf.

Eddie:          [ins Sprechfunkgerät] Hier Ocean Tango, wir verfolgen 
                eine rasende Person in einem roten ... [schaut mit 
                zusammengekniffenen Augen nach vorne] Wagen. Das 
                Kennzeichen ist: E-X-C-O-N – könnte ein Ex-Knacki sein.
Snake:          [hat die Registrierkasse und eine Schachtel Lose 
                geklaut] Oh nein, die Bullen! [tritt aufs Gas]

Schnitt zum Kwik-E-Mart: Apu ist an einen Stuhl gefesselt.

Apu:            [beeindruckt] Ein fesselndes Erlebnis, mit feinster 
                Nylonschnur! Liegt sanft und geschmeidig an der Haut. Es 
                vermittelt mir ein Gefühl von Sinnlichkeit.

Zurück zur Verfolgungsjagd. Snake düst durch die Stadt, die Polizei 
immer im Nacken. Bart schaut begeistert zu und wird ganz schön 
durchgeschüttelt.

Bart:           Uhhh, Baby!

Ein Wagen kommt ihnen entgegen. Der Fahrer schreit auf und reißt das 
Lenkrad herum. Er kracht in einen Milchtanker, der daraufhin explodiert. 
Die Verfolgungsjagd geht weiter durch enge Gassen, die mit leeren Kisten 
vollgestellt sind.

Lou:            Scheiß Schachteln!

Schließlich kommen sie in einem Hinterhof an. Lou bremst scharf und 
bringt den Wagen zum Stehen.

Eddie:          Er sitzt fest!

Die Polizisten steigen aus und ziehen ihre Waffen. Sie schauen sich 
ratlos um, denn von Snake ist nichts zu sehen.

Lou:            Wo bleibt die Verstärkung?
Eddie:          Keine Ahnung. [geht zurück zum Streifenwagen] [zu Bart] 
                Söhnchen, es ist zwar gegen die Vorschriften, aber 
                [reicht ihm einen Revolver] gibst Du uns Feuerschutz?
Bart:           Wow!

Bart steht etwas unschlüssig mit der Waffe in der Hand vor einer 
Einfahrt. Die Polizisten schwärmen aus. Plötzlich leuchten die 
Scheinwerfer von Snakes Wagen auf. Er gibt Gas und hält direkt auf Bart 
zu. Bart feuert mehrmals den Revolver ab, trifft aber außer einem 
Blumentopf nichts. Als die Waffe leer ist, wirft er sie weg und hält 
schützend die Arme vors Gesicht.

Snake:          Widerseh’n in der Hölle, Giftzwerg!
Bart:           [schreit]

Snake steuert weiter auf Bart zu, bleibt aber kurz vor ihm stehen, da 
die Wände der Einfahrt sich konisch verengen. Er fliegt durch die 
Windschutzscheibe und bleibt stöhnend auf der Motorhaube liegen. Die 
Polizisten rennen herbei, im Hintergrund hört man die Sirenen der 
Verstärkung.

Eddie:          Mann, das war knapp!
Lou:            Gut, dass die Bauaufsicht bei dieser Durchfahrt 
                geschielt hat.

Ein Polizeihubschrauber sowie mehrere Streifenwagen kommen an. Chief 
Wiggum steigt aus und nähert sich dem Ort des Geschehens.

Wiggum:         Das nenne ich saubere Arbeit, Jungs. [holt die Lose aus 
                Snakes Wagen hervor] Da hast du ja 'nen Trostpreis in 
                der Lotterie gewonnen, 'ne Freifahrt in den Knast!
Lou:            Er ist bewusstlos, Sir.
Wiggum:         Ach, hören können die immer noch.
Bart:           [nähert sich Wiggum und reibt sich die Hände] Sir, ich 
                weiß jetzt, was ich werden will, wenn ich groß bin: 
                Polizist!
Wiggum:         Und bis es soweit ist, Kleiner, ernenne ich dich zum 
                Polizeibeamten ehrenhalber. Eddie, geben Sie mir ihr 
                Abzeichen.
Eddie:          [überrascht] Wirklich?

Blende zum Simpsonshaus. Marge macht Frühstück. Lisa kommt 
niedergeschlagen in die Küche und setzt sich an den Tisch.

Marge:          Guten Morgen, Schätzchen!
Lisa:           [stützt den Kopf auf die Arme] Was ist gut daran, an den 
                Herd gefesselt zu sein?
Marge:          Lisa, ich weiß, dass dich Hausfrauenarbeit deprimiert, 
                aber auch dabei kann man kreativ sein. [zeigt Lisa zwei 
                Teller mit dem Frühstück für Bart und Homer] Schau: 
                Heute morgen habe ich aus Speck, Eiern und Toast für 
                Bart und Homer ein Smiley-Gesicht gezaubert.
Lisa:           Was soll’s, die merken das doch gar nicht.
Marge:          [optimistisch] Was? Na, dann wirst du dich aber wundern.

Bart und Homer kommen herein und stürzen sich auf ihr Essen, ohne Marges 
Arbeit auch nur eines Blickes zu würdigen. Ihr Lächeln schmilzt dahin.

Marge:          Hrmmmm.
Homer:          [rülpst]

Bart spielt mit Maggie "Polizeiwache". Er drückt ihre Hand in ein 
Stempelkissen und nimmt ihre Fingerabdrücke.

Bart:           Und jetzt bitte die Hand ganz locker lassen. [drückt 
                Maggies Hand auf ein Blatt Papier] Danke Madam, Sie 
                waren sehr kooperativ.

Maggie krabbelt davon und hinterlässt eine Spur schwarzer Handabdrücke 
auf dem Teppich.

Wieder in der Küche. Knecht Ruprecht schnüffelt an den Resten eines 
Kuchens und wird von Marge erwischt.

Marge:          Böser Hund! Ganz großes Pfui!
Bart:           [kommt hinzu, in der Hand einige Fotos] Mom, bevor Du 
                den Hund beschuldigst, wirf’ einen Blick auf diese 
                Überwachungsfotos.
Marge:          [schaut sich die Fotos an, man sieht Homer, wie er den 
                Kuchen verputzt] Oh! Ooh! [entdeckt ein Foto, auf dem 
                Bart seinen nackten Hintern fotografiert] Also Bart!
Bart:           [nimmt ihr das Foto weg] Möchte bloß mal wissen, wie das 
                da 'reingerutscht ist...

Lisa liegt in ihrem Zimmer bäuchlings auf dem Boden, futtert Chips und 
blättert lustlos in einem Comic. Marge kommt herein.

Marge:          Lisa, warum bist du nicht bei der Orchesterprobe?
Lisa:           [gelangweilt] Da bin ich 'raus.
Marge:          Liebling, du bist jetzt etwas mutlos, aber innerlich 
                weißt du genau, dass du das Saxophonspielen liebst. 
                [setzt sich auf Lisas Bett] Du solltest im 
                Schulorchester bleiben.
Lisa:           [sarkastisch] Wenn Du das so toll findest, warum trittst 
                du da nicht ein?
Marge:          Lisa, es wird überall auf der Welt Leute geben, die dir 
                weismachen wollen, was du nicht kannst. Aber sie wissen 
                oft gar nicht, wovon sie reden. [Marge erinnert sich an 
                ihre Kindheit zurück. Sie ist in ihrem Zimmer und setzt 
                sich einen "Astronautenhelm" auf. Ihre Schwestern kommen 
                herein.] Wisst ihr, was ich werden will, wenn ich groß 
                bin?
Patty / Selma:  Das Mädchen mit der Haferflockenbüchse. [beide lachen]
Marge:          Nein, ich möchte Astronaut werden.
Selma/Patty:    Frauen können nicht Astronaut werden.
Marge:          Warum nicht?
Patty/Selma:    Die würden die männlichen Astronauten ablenken, und das 
                wäre schlecht für den Verkehr.
Marge:          Aber einmal wird es Astronautinnen geben.
Patty/Selma:    [lachen und gehen aus dem Zimmer]
Marge:          [läuft hinter ihnen her] Das stimmt aber! Und dann gibt 
                es auch Städte auf dem Mond. [wieder zurück in der 
                Gegenwart] Heute wissen wir, dass meine Schwestern 
                Unrecht hatten – mal abgesehen von den Städten auf dem 
                Mond, da hatte ich wohl ein bisschen Unrecht. 
                Jedenfalls: Du siehst ja, dass jeder mal Unrecht haben 
                kann.
Lisa:           [guckt entnervt] Hrmmmm.

In der Grundschule Springfield.

Skinner:        [poliert mit einem Tuch einen ausgestopften Puma] 
                Geschmeidiger, wachsamer Puma. Jäger und Herrscher in 
                der Bergwelt.

Lisa und Janey kommen vorbei.

Janey:          Lisa, kannst du mich mal über die Vokale ausquetschen?
Lisa:           Ich würde am liebsten das ganze stinkende Drecksalphabet 
                hinschmeißen.

Janey bleibt mit offenem Mund stehen. Lisa läuft mit hängendem Kopf an 
der Mädchentoilette vorbei. Auf der Tür steht "Stay the hell out!" 
("Bleib’ zur Hölle draußen!"). Lisa bleibt stehen und öffnet die Tür. 
Eine Zigaretten-Qualmwolke weht ihr ins Gesicht.

Janey:          [entsetzt] Lisa, was willst du denn da? In dem Klo sind 
                lauter böse Mädchen drin!
Lisa:           [genervt] Und was weiter?

Sie betritt den Toilettenraum. Im Waschraum hängen zwei ältere Mädchen 
mit Punkfrisur herum. Beide rauchen, und eine liest ein Magazin.

Mädchen 1:      Knallen wir Skinner Eier an die Birne?
Mädchen 2:      Ok. [sie bemerken Lisa]
Mädchen 1:      Was hast du denn hier zu glotzen?
Lisa:           Gar nichts.
Mädchen 2:      Dann hau ab, wir machen gerade unseren Eierplan. [sie 
                drängen Lisa gewaltsam zur Tür]
Lisa:           [gepresst] Ok, aber ich sage euch, wenn ihr Skinner 
                richtig sauer machen wollt, dann solltet ihr euch über 
                das einzige hermachen, was ihm wirklich wichtig ist. 
                [sie dreht sich bedeutungsvoll um]

Blende zu Skinner, der entsetzt vor dem mit Eiern beschmierten und mit 
Toilettenpapier umwickelten Puma steht.

Skinner:        [schüttelt fassungslos den Kopf] Ich habe furchtbare 
                Dinge in Vietnam gesehen. Aber ich frage mich, wie tief 
                muss ein Mensch sinken, um einen wehrlosen Puma zu 
                schänden? Wer hätte gedacht, dass es soweit kommt, aber 
                die Taugenichtse beherrschen unsere Schule.

Er dreht sich um. Im Hintergrund hört man Willy schreien.

Willy:          Lasst mich gefälligst los!
Skinner:        [seufzt] Ich brauch’ endlich mal einen freien 
                Nachmittag.

Er geht nach draußen, um nachzusehen, woher die Schreie kommen. Willy 
wird gerade von Lou und Eddie verhaftet.

Willy:          Ihr kommt euch wohl toll vor mit euren Handschellen und 
                verfluchten Schlagstöcken.
Bart:           Schafft ihn endlich hier 'raus!
Willy:          [wütend] Das zahl’ ich dir heim, Bart Simpson! Und wenn 
                es das letzte ist, was ich tue!
Skinner:        Was geht denn hier vor, Bart?
Bart:           [dreht sich zu Skinner um] Das ist nicht schwer zu 
                erklären. Ich hab’ Gärtner Willy dabei erwischt, wie er 
                unter eklatanter Missachtung der Umweltgesetze trockenes 
                Laub verbrannt hat.
Skinner:        [überrascht] Bart Simpson auf der Seite von Gesetz und 
                Ordnung!? Hat sich jetzt die Welt auf den Kopf gestellt?
Bart:           Richtig, Mann. Ich habe das erste Mal Autorität 
                geschmeckt. [reibt sich die Hände] Und der Geschmack 
                schmeckt mir!
Skinner:        [überlegt] Hmmm.

Schnitt zu Skinners Büro.

Skinner:        Bart, es gibt viele Unruhestifter in der Schule, und ... 
                weiß Gott, ich kann nicht überall auf einmal sein.
Bart:           Nur weiter!
Skinner:        Also, lassen wir die Schönfärberei, ja? Schluss mit dem 
                Blödsinn – willst du Schulüberwacher werden?
Bart:           [überrascht] Hieße das, andere Kinder zu verpetzen?
Skinner:        In gewisser Weise - ja.
Bart:           Hmmm.

Bart stellt sich seine Zukunft als Schulüberwacher vor. Er sitzt im 
Gerichtssaal als Zeuge, sein Kopf ist mit einem blauen Kreis unkenntlich 
gemacht.

Staatsanwalt:   Und nun, Zeuge X, würden Sie dem Gericht bitte 
                schildern, was Sie gesehen haben?

(Einblendung: Die Stimme des Zeugen wurde unkenntlich gemacht.)

Bart:           [mit Boris-Becker-Stimme] Aber mit Vergnügen, äh, hähä. 
                Ich habe Mr. Montoni (?) und den verstorbenen Mr. 
                Palachi (?) in ein Ölfass eingeschweißt, äh, [man sieht 
                einen wutentbrannten italienisch aussehenden Mann auf 
                der Anklagebank] und, äh, von der Mole runtergerollt.
Angeklagter:    [zieht ein Messer] Ich brrringe dich um! [stürzt sich 
                auf Bart und schnappt ihn an der Gurgel]

Wieder zurück im Rektorzimmer. Bart schaut nicht gerade begeistert aus.

Bart:           Ich weiß nicht...
Skinner:        [versucht Bart zu überzeugen] Aber du kriegst eine 
                Aufseherschärpe! [überreicht sie ihm]
Bart:           Ooh! Sie haben soeben einen Fahnder gewonnen!

Bart geht in seiner neuen Aufseherkluft – Schärpe, coole Sonnenbrille 
sowie einem roten Papptrichter als Megaphon - den Gang der Grundschule 
entlang.

Bart:           [durch sein "Megaphon"] Hey, Jimbo, halte deine Nase 
                sauber! Braver Junge. [dreht sich zu einem der bösen 
                Mädchen um] Hey, Donna, du siehst heiß aus!

Ein Junge fährt mit einem Skateboard durch den Gang. Bart stoppt das 
Skateboard mit dem Fuß, der Junge geht mit einem Salto zu Boden. Bart 
schnappt sich das Skateboard.

Bart:           Nicht auf meinem Flur, Blödmann!

Bart beaufsichtigt die Kinder am Trinkbrunnen. Sein Schatten fällt auf 
ein Mädchen, dass daraufhin erschrocken davongeht.

Bart:           Du hast genug getrunken, Schwester! Los, der nächste!

Wieder in der Schule: Jimbo, Dolph und Kearny schlagen dem auf dem Boden 
liegenden Milhouse fortwährend auf den Bauch, der schon ganz rot ist.

Schüler:        Rosabauch! Schweinebauch!
Bart:           [geht dazwischen] Ok, macht Schluss, Jungs, für heute 
                ist der Bauch rosa und schweinisch genug.
Jimbo und Dolph: [stellen Milhouse wieder auf die Beine] Ok, Schluss für 
                heute! [ziehen seine Unterhose bis zum Bauch]
Schüler:        [lachen und trollen sich]
Milhouse:       Ich danke Dir, Bart! [läuft x-beinig davon]

Schnitt zum Simpsonshaus. Marge unterhält sich vor dem Schlafengehen mit 
Homer im Bett. Sie hat einen Zettel in der Hand.

Marge:          [stolz] Barts Noten sind ganz erheblich besser geworden. 
                [schaut auf einen anderen Zettel] Dafür sind Lisas Noten 
                miserabel.
Homer:          [seufzt] Immer haben wir nur ein gutes Kind und ein 
                schlechtes Kind. Warum können nicht beide Kinder gut 
                sein?
Marge:          Wir haben drei Kinder, Homer!
Homer:          Marge, das Hundekind ist doch kein echtes Kind.
Marge:          Nein, Maggie!
Homer:          [erinnert sich] Ach ja...

Wieder in der Schule. Bastelstunde. Lisa sitzt mit hinter dem Kopf 
verschränkten Armen an ihrem Tisch und langweilt sich.

Ms. Hoover:     Also, nehmt jetzt etwas Leim und verteilt ihn auf der 
                Zeichenpappe. Ralph, du sollst den Leim nicht essen!
Ralph:          [mit der Leimtube im Mund] Nein, Ms. Hoover.
Ms. Hoover:     Gut, und jetzt streut euren Glitzerstaub auf den Leim. 
                [bemerkt Lisa] Lisa, du bist auch eingeladen, 
                mitzumachen.
Lisa:           [frech] Schieb’ ab!
Ms. Hoover:     [schnappt ganz erschrocken nach Luft]

Lisa sitzt in Skinners Büro. Sie kaut auf einem Zahnstocher herum. 
Skinner hält einen Tadel von Ms. Hoover ("Comments: Disrespectful 
behaviour. Derogatory language, i. e. "Shove it" - Miss Hoover") in 
seinen Händen.

Skinner:        [liest den Tadel] "Despektierliches Verhalten mit groben 
                Unverschämtheiten." Sag’ mal, Lisa, gegen was 
                rebellierst du eigentlich?
Lisa:           [nimmt den Zahnstocher aus dem Mund] Was hast’n 
                anzubieten?
Skinner:        [erschrocken] Oh!

Schnitt zur Toilette mit den bösen Mädchen.

Mädchen 1:      [begeistert] Und Lisa hat der Hoover gesagt, sie soll 
                abschieben. Ich sag’ ‚Das gibt’s nicht!’ und sie sagt 
                ‚leider wahr’. Also, total cool! [Lisa kommt herein]
Mädchen 2:      Hey, Lisa, alte Haut, ich bin echt beeindruckt. In der 
                zweiten Klasse war ich noch auf [tut geziert] 
                ‚Hallöchen, ich bin ja so brav!’ [hält Lisa ihre 
                Zigarettenschachtel hin] Willst du 'ne Lulle?
Lisa:           [nimmt zögerlich eine Zigarette heraus] Ähhhm, ich 
                rauch’ sie im Unterricht [steckt sie hinters Ohr]
Mädchen:        [zucken zusammen] Wow!

Skinner läuft mit Bart den Flur entlang.

Skinner:        [voll des Lobes] Bart, du machst deine Sache richtig 
                gut. Früher gab’s hier ein paar Flure, da wagte man gar 
                nicht mehr 'reinzugehen. Jetzt fühle ich mich wieder 
                überall sicher.
Bart:           Jeder Tag ist ein neuer Kampf, Sir.
Skinner:        [streichelt ihm den Kopf] Bart, unsere Schule ist der 
                reinste Polizeistaat. Die Schüler haben schon Angst zu 
                niesen. Und das verdanke ich dir. Komm' mal mit. [öffnet 
                die Tür zum "Seized property room", wo alle Waffen und 
                sonstige von Schülern einkassierte Gegenstände 
                aufbewahrt werden]
Bart:           Madre de dios! Das Gerücht stimmt also.
Skinner:        Ja, Bart. Jedes Mal, wenn eine Lehrkraft irgendwas 
                einkassiert, landet es hier. [zeigt auf diverse 
                Gegenstände] Obszöne Büstenhalter, komplette MAD-
                Sammlungen, Crack, und gelegentlich Exemplare von 
                "Crazy" und dieses falsche Plastikhinterteil. [hält es 
                Bart hin]
Bart:           [zeigt darauf und fängt an zu lachen]
Skinner:        [guckt finster und grummelt] Also, um dir meine 
                Dankbarkeit zu zeigen, darfst du dir einen von diesen 
                Gegenständen aussuchen.
Bart:           [schaut sich kurz um und greift dann nach einer 
                Armbrust] Oh, das hier!
Skinner:        [erschrickt] Oh, sei aber vorsichtig mit der Armbrust!
Bart:           [abwinkend] Aber ja doch.

Es folgen einige mit Musik untermalte Szenen im Stil alter 
Detektivfilme, bei denen man Barts und Skinners Silhouetten hinter einer 
Milchglasscheibe sieht, jeweils mit einer Einblendung des Wochentags.

(Einblendung: "Monday")
Skinner (aus dem Off): Montag
(Skinner schüttelt Bart die Hand)
(Zeitung mit Schlagzeile rotiert ins Bild: "Foodfight Foiled Fishsticks 
Seized")
Bart (aus dem Off): Essenskampf am Montag geschlichtet. Fischstäbchen 
                beschlagnahmt.

(Bart sitzt am Leuchtpult und untersucht zwei Zettel mit der Lupe)
Bart:           Das ist ein Entschuldigungsbrief von Nelsons Mutter und 
                das [zeigt auf den zweiten Zettel] sind Nelsons 
                Englischhausaufgaben. Beachten Sie die beiden 
                identischen spitz zulaufenden "D"s.
Skinner:        [ballt erbost die Faust] Eine Fälschung! Er hat also 
                doch nicht die Lepra gehabt.

(Einblendung: "Tuesday")
Skinner (aus dem Off): Dienstag
(Skinner klopft Bart auf die Schulter)

(Skinner kommt mit Mr. Dickarsch aus seinem Büro)
Mr. Dickarsch:  [erleichtert] Ein großer Tag. Ich hatte schon 
                befürchtet, ich würde nie mehr unterrichten.
Skinner:        [legt ihm die Hand auf die Schulter] Ja, es hat sich 
                einiges geändert. Niemand macht sich mehr über Ihren 
                Namen lustig, Mr. Dickarsch.

(Einblendung: "Wednesday")
Skinner (aus dem Off): Mittwoch
(Skinner spendiert Bart einen Squishee)

(Bart steht mit seiner Aufseherschärpe in gleißendem Licht und schattet 
seine Augen mit einer Hand ab. Schnitt zur Cafeteria.)
Milhouse:       [schaut sich um] Hey, Louis, kuck’ mal! [schießt Dolph 
                ein Papierkügelchen mit einem Strohhalm in den Nacken]
Dolph:          Ah! Bart, tu’ doch was!
Bart:           [schnappt Milhouse am Kragen] Los, gehen wir, Milhouse! 
                [schleift ihn weg]
Milhouse:       [jammert] Ja, hier herrscht jetzt Ordnung! Aber um 
                welchen Preis!

Lisa sitzt gelangweilt im Unterricht und ritzt einen Totenkopf mit 
Seestern"frisur" in ihren Tisch.

Ms. Hoover:     So, und jetzt wollen wir mal die Hausaufgaben 
                korrigieren. [schaut in ein Buch] Lisa, welche Gestalt 
                des 19. Jahrhunderts hatte den Spitznamen "Old Hickory"?
Lisa:           [frech] Keine Ahnung. Sie?
Schüler:        [lachen]
Ms. Hoover:     Lisa! Wenn du deine Hausaufgaben ordentlich gemacht 
                hättest, wüsstest du die Antwort. Sie lautet... 
                [blättert in ihrem Buch] äh... die Schlacht von New 
                Orleans ... das heißt... [schaut wieder in ihr Buch] 
                Andrew Jackson.
Lisa:           [herablassend] Sie ackern ganz schön für Ihre mickrigen 
                drei Mille im Monat.
Schüler:        [lachen]
Ms. Hoover:     [schnappt nach Luft und guckt grimmig]

Lisa muss nachsitzen. Sie klopft die Tafelschwämme am Fenster aus.

Lisa:           [hustet] Die blöde Hoover-Kuh! Denkt, sie wär’ schlau. 
                [hustet wieder] Aber sie wäre dumm dran, wenn in ihrem 
                Lehrerbuch nicht alle Antworten stehen würden.

Lisa hat eine Idee. Sie dreht sich um und schaut mit einem Lächeln auf 
die Lehrerausgabe des Übungsbuches, die Ms. Hoover auf ihrem Pult 
liegengelassen hat. Sie schnappt sich das Buch und steckt es in ihre 
Schultasche. Vorsichtig schleicht sie sich in die anderen Klassenräume 
und nimmt auch von dort die Lehrerbücher mit. Sie versteckt sie in ihrem 
Spind, wo schließlich ein bedrohlich schwankender Bücherturm lagert. 
Schnell schlägt sie die Spindtür zu und geht mit einem Kichern davon.

Im Lehrerzimmer herrscht große Aufregung. Skinner kommt herein.

Skinner:        Meine Damen und Herren. Das Unfassbare ist geschehen: 
                Irgend so ein ... perverses, krankhaftes Individuum hat 
                sämtliche Lehrerausgaben gestohlen.
Lehrerin:       Was machen wir jetzt?
Mrs. Krabappel: Wir geben den Kindern frei!
Lehrer:         Kann denn jemand von uns das Einmaleins auswendig?
Skinner:        [beschwichtigend] Bitte, bitte, keine Panik. [schaut 
                durch einen Spalt in der geschlossenen Jalousie auf den 
                Schulhof] Sie können unsere Angst riechen.

In Barts Klasse. Mrs. Krabappel verkündet die aktuelle Lage.

Mrs. Krabappel: [mit Glockenstimme] Ich weiß, Kinder, es ist 
                ungewöhnlich, aber für den Rest des Tages wird Martin 
                den Unterricht übernehmen.
Martin:         [überrascht] Ach, wirklich? Aber womit soll ich denn 
                anfangen?
Mrs. Krabappel: [ungehalten] Egal, du Superstreber!

In einer anderen Klasse. Der Lehrer sitzt im Schneidersitz auf dem Pult.

Lehrer:         Hab’ ich euch eigentlich schon mal von den 60er Jahren 
                erzählt?

In Ms. Hoovers Klasse. Alle Kinder stehen vor ihr und wedeln mit ihren 
Aufgabenblättern, die sie korrigiert haben wollen. Ms. Hoover ist völlig 
überfordert.

Schüler: [schreien wild durcheinander]
Ms. Hoover:     Ich ... muss ... unbedingt ... hier 'raus. Und zwar ... 
                ganz schnell. [flüchtet aus dem Klassenzimmer und 
                schlägt die Tür hinter sich zu] [zu sich selbst] Ruhig, 
                blaue See, ruhig blaue See, ruhig blaue See. [massiert 
                ihre Schläfen]

Mr. Dickarsch stürmt entnervt in Rektor Skinners Büro.

Mr. Dickarsch:  Ich hänge den Beruf wieder an den Nagel!
Skinner:        Oh, Mr. Dickarsch, bitte überlegen Sie sich das...
Mr. Dickarsch:  [jammert und verlässt das Büro wieder]
Skinner:        [schnappt nach Luft]

Man hört eine Toilettenspülung und Bart öffnet die Tür von Rektor 
Skinners WC. Er trocknet sich pfeifend die Hände ab und wirft das 
Handtuch über seine Schulter.

Skinner:        Bart, die Polizei hat bei der Suche nach den Büchern 
                noch kein Glück gehabt.

Schnitt zur Stadtbücherei von Springfield. Einige Spürhunde der Polizei 
verbellen lautstark die Bibliothek.

Wiggum:         Die Hunde haben die Witterung von den Büchern 
                aufgenommen. Schickt die Sturmwagen vor!

Totale: Man sieht einen Panzerwagen, der die Treppen zur Eingangstür der 
Bibliothek hochfährt und mehrmals die Tür rammt, bis sie zersplittert.

Schnitt zurück zu Rektor Skinners Büro.

Skinner:        Wir werden jedes einzelne Buch nachbestellen müssen. 
                [greift zum Telefon]
Bart:           [drückt auf die Gabel] Seymour, ich wette mit Ihnen mein 
                Steak mit Fritten, dass die Bücher noch hier sind. Wir 
                sollten mal alle Schränke durchsuchen.
Skinner:        [zweifelnd] Ob willkürliche Schrankdurchsuchungen vom 
                obersten Bundesgericht legalisiert sind?
Bart:           Pff, oberstes Bundesgericht, was tun die denn für uns?
Skinner:        Also gut... [legt wieder auf]

Ein Bart-Gesicht fährt im Stil von "Batman" vor einem rotierenden 
Hintergrund zur passenden Musik vor und zurück. Blende zu den 
Schülerspinden. Bart und Skinner durchsuchen nacheinander alle Schränke. 
Bart findet einen Haufen Geld, Skinner einen Pandabär, dessen Kopf er 
abreißt (ohne die Bücher zu finden).

Man sieht Lisa, die gerade in ihren Spind mit den Lehrerbüchern schaut. 
Als sie ihn wieder schließt, sieht sie erschrocken Bart und Skinner, die 
in den anderen Spinden wühlen. Sie atmet schwer und stellt sich 
schützend vor ihren Spind. Zur Musik von "Axel F" kommen Bart und 
Skinner von beiden Seiten immer näher.

Bart öffnet wieder einen Spind und entdeckt den Bücherstapel. Er nimmt 
einige Bücher heraus und sieht ein Familienfoto mit den Simpsons auf der 
Couch. Er atmet tief, als er realisiert, dass es Lisas Spind ist.

Bart:           [erschrocken] Lisa!
Lisa:           [kommt hinzu und stößt die Spindtür zu] Ja, ganz recht, 
                das war ich!
Bart:           Lis, warum hast du das denn gemacht?
Lisa:           Hör’ schon auf, Bart, in deinen präfaschistischen Tagen 
                kanntest du den schwindelerregenden Kitzel totaler 
                Rebellion.
Bart:           Ja, aber selbst für mich gab es Grenzen. [besorgt] Dafür 
                könntest du von der Schule geschmissen werden.
Lisa:           [in Tränen ausbrechend] Ich weiß, ich weiß! [wendet sich 
                ab und schlägt die Hände vors Gesicht]
Bart:           [legt tröstend seine Hand auf ihre Schulter]
Skinner:        Oh! Die Bücher! [kniet sich erleichtert vor den Haufen] 
                Oh, alle Antworten, alle Antworten! Oh, Simpson, du hast 
                der Schule soeben dreihundert Dollar gespart. [richtet 
                sich erbost auf] Wer steckt hinter diesem monströsen 
                Verbrechen?
Lisa:           [schaut ängstlich und will ihre Tat zugeben]
Bart:           [kommt ihr zuvor] Ich!
Lisa:           [schnappt erstaunt nach Luft]
Skinner:        [schnappt erstaunt nach Luft] Was?

Kurze Totale: Die Grundschule. Dann Schnitt zum Rektorzimmer.

Skinner:        Ich war ja völlig blind. Im Nachhinein weisen alle 
                Anzeichen auf den schurkischen Flurüberwacher.
Bart:           [keck] Tut mir leid, Ihr Vertrauen missbraucht zu haben, 
                Direktor Spinner.
Skinner:        [schaut in eine Akte] Also Bart, wegen Deiner guten 
                Dienste lasse ich Milde walten: 400 Tage Arrest!
Bart:           Oi, 400 Tage... Na, die reiße ich Ihnen doch im 
                Kopfstand 'runter.
Skinner:        Also gut, 500 Tage!
Bart:           [belustigt] Uhuhuhuhu! Dollykopski!
Skinner:        [richtet sich erbost auf] 600 Tage!
Bart:           Vielleicht sollte ich lieber meine große Klappe 
                halten...
Milhouse:       [kommt ins Bild und packt Bart an der Schulter] Geh’n 
                wir, Simpson! [führt ihn ab]

Milhouse geht mit Bart den Flur entlang. Lisa entdeckt die beiden und 
läuft auf sie zu.

Lisa:           Bart, warum hast du das für mich gemacht?
Bart:           Weil ich nicht wollte, dass du dir dein ganzes Leben 
                versaust. Du hast genug Köpfchen, um weit nach oben zu 
                kommen. [verschmitzt] Und wenn du soweit bist, bin ich 
                sofort wieder da, um mir Kohle von dir zu pumpen.
Lisa:           [faltet bewundernd die Hände] Ach, Bart! [Milhouse geht 
                mit Bart weiter]

Bart muss nachsitzen und schreibt seinen Strafsatz an die Tafel. ("I 
will not expose the ignorance of the faculty.") Vor dem Fenster steht 
Lisa auf einer Bank und spielt Saxophon für ihn.

Bart:           "Ich werde nie wieder die Unwissenheit des Lehrkörpers 
                bloßstellen." [zu Lisa] Guter Sound, Lis! [streckt den 
                Daumen in die Höhe]

Blende nach oben, Credits
mit freundlicher Genehmigung des Autors [Andreas Roth]