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Die Simpsons

[1F05] Bart, Das Innere Ich

Originaltitel: [Bart's Inner Child]
Erstausstrahlung in N.A.: 11.11.93
Erstausstrahlung in Deutschland: 15.04.95
Erstellt von: Björn Larsson <bjoernlarsson@hotmail.com>
Letztes Update: 19.11.99

 Tafel: 
Sax:
Couch: Fetter Mann sitzt auf Sofa, UBF quetscht sich links daneben

Das Simpsonhaus. Ein schöner Morgen. Bart und Lisa frühstücken. Bart schneidet seiner Schwester Grimassen.

 Lisa:               Hör auf, Bart. Laß das. Laß das! Laß das! Mom, Bart
                     schneidet Grimassen!
 Marge:              Hör auf damit, Bart. Homer, sag' es ihm!

Homer hingegen schneidet dem Hund und der Katze auch Grimassen.

 Homer:              Hehe, dämliche Viecher.

Er dreht sich an den Eßtisch und nimmt die Tageszeitung.

 Homer:              Ah, die gute Tageszeitung. Oh, das Obdachlosenasyl für
                     Männer verschenkt 60 besudelte Matrazen!
 Marge:              Warum liest du überhaupt diese 'Zu verschenken'-Annoncen.
                     Da findet man nie 'was Brauchbares.

In diesem Moment hat Homer eine brauchbare Annonce gefunden: 'Free Trampoline 534 Center St.'. [<I>Kostenloses Trampolin]</I>

 Homer:              Du meine Güte!
 Lisa:               Was ist denn?
 Homer:              Ein Trampampolin! Äh, ein Trapampolin!
 Bart:               Was denn nun, bitte?
 Marge:              Ach bitte Homer, schlepp' uns nicht noch mehr alte Krücken
                     an.

Homer ist schon im Wagen und fährt mit quietschenden Reifen davon. Ein brauner Wagen setzt auf einer Straße rückwarts aus einer Einfahrt.

 Homer:              Das könnte dir so passen! Das Trampolin krieg' ich!

Er rammt das Auto und es kippt auf die Seite. An seinem Ziel angekommen springt Homer aus dem Wagen. Er rennt zur Haustür und klingelt. Als er den Klingelknopf drückt, ertönt eine Clownshupe und Wasser spritzt ihm ins Gesicht. Beim ersten Mal ist Homer sauer und spuckt das Wasser aus. Nach der zweiten 'Dusche' lacht er und drückt mit Absicht lange auf die Klingel, um seinen Kopf zu waschen. Krusty, der Clown, öffnet die Tür.

 Krusty:             Hey! Das Wasser ist nicht gratis!
 Homer:              Hu - Krusty!
 Krusty:             Ich bihin's! <lacht clownisch, ändert dann schlagartig
                     seine Laune> Kommen sie wegen des Trampolins?
 Homer:              Ja. Wie sieht's denn aus?
 Krusty:             Bei meinen Auftritten gab's immer viel Artistik. Statt dessen
                     werd' ich jetzt mehr schmutzigen [?] ins Programm nehmen:
                     Es gab mal 'nen Mann namens Enis...
 Homer:              Und das Ding darf ich umsonst mitnehmen?
 Krusty:             Klar doch. Jetzt gehört es ihnen. <lacht hämisch>

Er tritt langsam zurück und rennt dann ins Haus. Homer hat das Trampolin auf seinem Autodach befestigt und fährt davon. Eine Gardine wird zurückge- schoben und Krusty blickt, sich umschauend, auf die Straße. Bei den Simpsons zu Hause, Barts Zimmer.

 Bart:               Du bist ein braver Hund. Ja, das bist du doch auch, oder!?

Vor Barts Fenster hüpft Homer auf und ab.

 Homer:              Hallo Junge!

Bart guckt ertaunt. Homer verschwindet kurz, um nach einem quietschenden Geräusch wieder aufzutauchen.

 Homer:              Hallo Junge! Hallo Junge!

Bart kapiert. Er rennt aus seinem Zimmer in den Garten. Lisa ist auch dort. Homer springt mit Jubelschreien auf dem Trampolin.

 Bart:               Wow! Ich kann es einfach nicht glauben!
 Lisa:               Dad, das läßt einen fast vergessen, was für ein trostloser
                     Vater du all die Jahre warst.

Lisa und Bart fangen auch an, auf dem Trampolin zu springen.

 Bart:               Davon werd' ich nie genug kriegen!
 Lisa:               Darauf werd' ich meine Hochzeit feiern!

Marge kommt in den Garten und sieht ihrer Familie mit verschränkten Armen und ernstem Gesicht zu.

 Marge:              Ich weiß nicht, ob das so eine gute Idee ist.
 Homer:              Marge, das ist die beste Gymnastik, die es gibt! Und es
                     verdoppelt den Wert unseres Hauses. Außerdem gab's das
                     umsonst!
 Marge:              Ist es auch stabil genug?
 Homer:              Aber selbstverständlich! Und das ist erst der Anfang. Ich
                     habe nämlich - große Pläne!

In Homers Gedanken sieht man Homer, wie er von kleinen Kindern, unter anderem Milhouse, den Eintritt für Homerland, $50, kassiert. Im Hintergrund hört man Zirkusmusik. Glücklich Kinder springen in Trampoline World auf einem Trampolin, andere vergnügen sich mit einer Schlammschlacht in Muckville USA. Bei Fort Adventure, einem Gang aus besudelten Matrazen, steht Homer und schaut Milhouse zu, wie er gerade aus dem Matrazentunnel kriecht.

 Milhouse:           Bäh, das riecht aber komisch da drin!
 Homer:              Nein, es riecht nicht!

Wieder in der Realität kassiert Homer wirklich von Kindern Eintritt, die auf dem Trampolin springen wollen. Der erste ist Otto, der Busfahrer. Nach ein paar Hüpfern schlägt Otto mit dem Rücken auf einer Trampolinstange auf. Er liegt verdreht am Boden. Bart rennt zu ihm.

 Bart:               Otto! Bist du verletzt?
 Otto:               Nein, renk' mir nur die Schulter wieder ein. Danke, mein
                     Junge.

Ein anderes Kind springt schon auf dem Trampolin.

 Otto:               Hey, jetzt hat er sich vorgedrängelt.

Auch dieses Kind schlägt bald auf eine Stange des Trampolins und schreit "Au, mein Arm!" Ralph springt und beißt sich in die Zunge. Rodd und Todd meinen zuerst, durch das Springen immer näher zu Gott zu kommen, prallen aber bald in der Luft gegeneinander. Sie liegen am Boden:

 Rod:                Was haben wir getan, daß Gott wütend auf uns ist?
 Todd:               Du bist schuld!

Milhouse liegt auf dem Trampolin und hat seine Mühe, nicht von anderen springenden Kindern getroffen zu werden.

 Milhouse:           Springt nicht auf mir 'rum. Ich bin verletzt.
 Homer:              Kinder, Kinder! Wenn einer verletzt ist, beiseite treten
                     und and're springen lassen!
 Marge:              Homer, das ist ja furchtbar!
 Homer:              OK, ist ja gut. Ich werd' mir was einfallen lassen!

Homer schlägt ein Schild mit der Aufschrift "Caution" [<I>Vorsicht] in den Boden. Im Hintergrund hört man klagendes Stöhnen. Homer bemerkt dies. In einem Schwenk über den Rasen sieht man hunderte von Kindern, die in Schmerzen auf dem Boden liegen.</I>

 Marge:              Ich hab' dir gleich gesagt, das ist keine gute Idee.
 Homer:              Naja, wie du meinst. Dann schaff' ich das Trampolin wieder
                     weg.

Krusty sitzt auf seiner Veranda und schaukelt in seinem Schaukelstuhl.

 Homer:              Hey, Krusty, ich möchte ihnen das Trampolin...

Krusty ergreift eine Schrotflinte und zielt auf Homer.

 Krusty:             Fahren sie weiter! Und zwar sofort!

Homer guckt verdutzt auf das Gewehr und gibt Gas. Man sieht Homer, wie er das Trampolin auf eine überhängende Klippe schiebt. Er schmeißt es in eine tiefe Schlucht, wo es, auf dem Boden angekommen, von einem spitzen Felsen gespannt und wieder nach oben geschleudert wird.

 Homer:              Weg ist es! Das war das letzte, was wir von unserem Trampolin
                     gesehen haben. Damit sind wir's endgültig los.

Ein Schatten bildet sich über Homer. Er blickt zum Himmel. Das Trampolin fällt genau auf Homer und rammt ihn in den Boden.

 Homer:              Wenn das 'n Trickfilm wär', würde der Felsen jetzt abbrechen.

Es ist Nacht. Der Felsen ist noch nicht abgebrochen.

 Homer:              Ich hab' Durst.

Nachdem Homer das gesagt hat, bricht der Felsen ab und Homer stürzt samt Trampolin in die Tiefe. Das Trampolin steht wieder in UBF's Garten. Homer hat eine Kreissäge in der Hand und geht auf das Trampolin los.

 Homer:              Schachmatt, Mister Trampolin!

Doch die Schnur ist zu kurz. Homer fällt auf den Boden, die Kreissäge wickelt sich um das Trampolin und zieht so an dem Kabel, daß in der Küche die Steck- dose, in der die Säge gesteckt hat, mitsamt einem großen Stück Wand heraus- gerissen wird und ein großes Loch hinterläßt.

 Homer:              Na schön. Im Moment hast du zwar gewonnen, aber eines Tages
                     wirst du rosten. Rosten wirst du! <lacht wie ein Verrückter>
 Bart:               Dad. Dad! Willst du das Trampolin wirklich loswerden?
 Homer:              Oh ja.
 Bart:               Paß mal auf. Das ist ein Fahrradschloß.

Bart bindet das Trampolin mit dem Schloß an eine Stange.

 Bart:               Und jetzt dreh'n wir uns um und zählen bis drei. Eins, zwei,
                     drei.

Als sie sich umdrehen, versucht Snake mit einer Zange, das Schloß zu knacken.

 Bart:               Naja, zähl'n wir doch bis fünf.
 Snake:              Jetzt hab' ich endlich ein Bett. Sehr gut!

Es ist Nacht. Homer und Marge liegen im Bett. Draußen hört man Kinder: [Kind1 und 2: Jimbo und Kearney?]

 Kind1:              Leise, sonst weckst du den alten Simpson auf.
 Kind2:              Hey, das Trampolin ist weg!
 Kind1:              Dann hüpfen wir statt dessen auf dem Auto 'rum.
 Homer:              Ach, ich geb zu, das Trampolin war ein Reinfall. Aber weißt
                     du was? Zumindest versuch' ich mich zu entfalten! Wenn's
                     nach dir ginge, würden wir nur arbeiten und in die Kirche
                     latschen.
 Marge:              <ärgerlich> Nein, das ist nicht wahr!
 Homer:              Dann nenn mir eine Sache, die im letzten Monat Spaß gemacht
                     hat!
 Marge:              Ich kann dir sogar zehn nennen! - eh - ich hab 'n Eintopf
                     gekocht.
 Homer:              Der war garnicht komisch.

In UBF's Wohnzimmer.

 Marge:              Bitte sagt mir die Wahrheit, Kinder. Bin ich wirklich
                     humorlos? Nörgel' ich immer nur 'rum? - hm?

Bart und Lisa weichen der Antwort zuerst mit nichtssagenden Lauten aus. Doch dann erzählen sie ihrer Mutter doch ihre Meinung. Man sieht Ausschnitte aus Marges Leben, wie sie andere Leute zurechtweist, gefolgt von Marges typischen Mhm's. Wieder in der Realität ist Homer stolz, aber ärgerlich, Sieger dieser Diskussion zu sein.

 Homer:              Siehst du, Marge!?
 Marge:              Ich hatte keine Ahnung, daß die Leute mich so einschätzen.
 Lisa:               Bist du jetzt wütend?
 Marge:              <wütend> Nein, überhaupt nicht. - Ich werde meine Schwestern
                     besuchen.

Marge geht aus dem Haus und rennt zum Auto. Als sie mit quietschenden Reifen losfährt, streift sie fast Ned Flanders. In der Wohnung der Schwestern:

 Patty:              Dein Blutdruck wird schon garnicht mehr angezeigt.
 Selma:              Und deine Urinprobe gefällt mir auch nicht.
 Patty:              Du bist auf dem besten Weg zum Nervenzusammenbruch, halt dich
                     an Brad Goodman.
 Selma:              Seine Informationssendung läuft rund um die Uhr auf Kanal 77.

Im Fernsehen sehen wir Brad Goodman.

 Brad:               Danke, Marther Quinn. Sie haben es selbst gehört. Spontane
                     Äußerungen von berühmten und wichtigen Persönlichkeiten. Sie
                     zählt zu meinen Lieblingen. Ich fand sie toll in dem Dings
                     den ich geseh'n habe. Mein Kursus kann ihnen bei jeder Form
                     von Persönlichkeitsstörung helfen, die im Bereich der
                     Regenbogenskala "Ich fühle mich nicht wohl" liegt.
                     Sehen wir uns den Regenbogen an! Was sagt er uns?
                     Depression, Schlaflosigkeit, Schwatzsucht, Augenrollen,
                     Unentschlossenheit, Entschlossenheit, Rumkommandieren, un-
                     kontrolliertes Hinfallen, altersbedingte Vulgärsprache oder
                     AVS - und chronisches Nörgeln nörgeln nörgeln ...

Marge ist von dieser Persönlichkeitsanalyse überrascht. Brad Goodmann 'nörgelt' immer noch. Selma haut auf den Fernseher.

 Selma:              Tut mir leid, das hat er manchmal.

Bei UBF zu Hause. Homer kommt zur Tür herein. Marge sitzt auf dem Sofa.

 Homer:              Was gibt's, Marge?
 Marge:              Ich seh' mir 'ne Videokassette an, die vielleicht unser Leben
                     verändert.

Im Fernsehen sehen wir einen Südseestrand. Es läuft die Sendung 'Adjusting your self-o-stat. Troy McClure begrüßt die Zuschauer:

 Troy:               Oh, hallo. Ich bin Troy McClure. Sie kennen mich vielleicht
                     noch aus den bekannten Selbsthilfevideos wie 'Rauchen sie 
                     sich schlank' oder 'Mehr Selbstvertrauen, Dummkopf'. Heute 
                     will ich ihnen vom einzig wahren Weg zu geistiger Gesundheit
                     berichten. Ganz recht, es handelt sich um die Brad 
                     Goodman... - das kann ich nicht mehr genau erkennen.

 Homer:              Marge, darf ich draußen spielen geh'n?
 Marge:              Ssh!

 Troy:               Noch vor 'n paar Wochen war ich 'n abgetakelter Schauspieler
                     mit Alkoholproblemen. Dann lief mir Brad Goodman über den
                     Weg. Er kam mir diese Rolle und eine Dose mit hochprozentigem
                     Stoff. <trinkt aus der Dose> Ah, schon ein kleiner Schluck
                     lindert den Schmerz. Und nun will ich ihnen den man vor-
                     stellen, der ihren Lebens - äh, inhalt aufbessern wird:
                     Braad Gooodman!
 Brad:               <ruhig> Ich bedanke mich ganz herzlich, Troy. Es freut mich
                     übrigens garnicht, daß du noch immer trinkst. Aber wenigstens
                     hast du's von über fünfzig auf eine reduziert.

Marge und Homer sitzen gebannt auf dem Sofa.

 Brad:               Man fragt mich häufig nach meiner Qualifikation, Freunde.
                     Nun, ich mag nicht viele <er deutet Anführungsstriche mit den
                     Fingern an> Urkunden oder <erneut Anführungsstriche> 'ne
                     tolle Ausbildung haben. Aber eins versicher' ich Ihnen: Ich
                     hab' eine Doktorarbeit abgeliefert, was Schmerzen betrifft.
                     Und nun möchte ich ihnen zeigen, wie sie ihr Leben grund-
                     legend ändern können.

Brad und Troy stehen vor einer Tafel. Brad malt einen Kreis.

 Brad:               Troy! Dieser Kreis - bist du.
 Troy:               Wahnsinn, als ob sie mich mein ganzes Leben schon kennen
                     würden.

Marge und Homer sitzen immer noch gebannt vor dem Fernseher. Im Verlauf der Sendung rücken sie immer näher zusammen. Am Ende sitzen sie Arm in Arm in der Mitte des Sofas. Troy umarmt auch Brad.

 Troy:               Tja, Doktor. Damit haben sie all meine Probleme gelöst.
Er trinkt ein Glas Sekt und lutscht es bis auf den letzten Tropfen aus.

 Marge:              Dieses Video hat mir die Augen geöffnet. Jetzt sehe ich, daß
                     ich nur passiv aggressiv mitschuldig bin. Durch mein Nörgeln,
                     wenn du Dummheiten machst, unterstütze ich nur deine
                     Lebensauffassung.
 Homer:              Und das versetzt mich in eine Schamspirale.
 Marge:              Haargenau! Ab sofort werde ich nicht mehr nörgeln, sondern 
                     nur noch lustig sein.

Homer sitzt auf dem Sofa und liest ein Buch mit dem Titel 'Owning your Okay- ness' Marge schaut aus der Küchentür.

 Marge:              Homer, hast du all die Buttercremetörtchen vom Blech 
                     verputzt?
 Bart:               O-oh! Jetzt bist du dran, Dad!

Homer geht mit schuldvoll verzogenem Gesicht in die Küche. Bart und Lisa folgen ihm.

 Homer:              Marge, ich schäme mich sehr für das, was ich getan habe.
 Marge:              Ja Homer, ich höre wie sehr du dich schämst.
 Homer:              Und ich spüre, daß du hörst, wie ich mich schäme.
 Marge:              Ich empfinde Ärger und Frustration. - Aber auch Toleranz.
 Homer:              <glücklicher, schnell> Damit fühle ich mich in meinem
                     Gefühl bestätigt.
 Marge:              Gut! Ich freu' mich über dieses Gespräch.
 Homer:              Ich auch!

Homer geht pfeifend und lässig aus der Küche. Lisa und Bart, die eigentlich eine heftige Diskussion erwartet hatten, schauen sich verdutzt an. Morgens liest Homer wieder die 'Zu verschenken'-Annoncen.

 Homer:              Wow! Und gratis! Überzählige Eimer mit Mayonaise aus dem
                     Golfkrieg.

Als Marge Homer ein Toast auf den Tisch stellt, entdeckt sie auch etwas in der Zeitung.

 Marge:              Hu! Brad Goodman kommt zu uns auf Tournee.
 Homer:              Aber Marge, uns beiden geht's doch gut. Wozu brauchst du
                     Brad Goodman?

Man sieht Bart, wie er mit einem Stuhl mittels des Abfallhächslers in der Spüle Rodeo reitet. Man sieht das Äußere des Springfield Community Centers. Das Schild kündigt Brad Goodman an. UBF parkt gerade ihr Auto.

 Homer:              So, da wären wir. Zum Vortrag von Brad Goodman.
 Lisa:               Das wissen wir auch.
 Homer:              Ich wollte euch nur daran erinnern. Immerhin haben wir
                     einstimmig beschlossen, dieses Selbsthilfeseminar zu 
                     besuchen.
 Bart:               Was für 'ne abwegige Bemerkung.

Innerhalb des Centers sitzen viele Leute. Über der Bühne hängt ein Plakat. 'Brad Goodman's Inner Child Workshop'. Die Leute jubeln Brad zu.

 Brad:               Hallo! OK, Leute. Dann erzählt, was euch bedrückt. Keine
                     Hemmungen! Schreit es heraus, alle miteinander.
 Quimby:             Ich bin zu keiner festen Beziehung fähig.
 Burns:              Ich bin zu nett.
 Apu:                Ich hab' Probleme mit...
 Lenny:              <unterbricht Apu> Und ich muß immer alle Leute unterbrechen!
 Brad:               OK, OK. dann würde ich jetzt sehr gern mit euch ein 
                     interessantes Experiment machen. Es ist kein Trick dabei, 
                     es ist nur ein ganz einfacher Trick. Schließt für einen
                     Moment die Augen und lauscht der Stimme tief in eurem
                     Innern - dem Kind in euch. - Hört ihr, was es sagt?
 Neds Kind:          Einfach durchhalten, großer Ned! Das machst du super!
 Homers Kind:        <zeigt auf Mund> Da kommt das Essen 'rein.
 Homer:              Allerdings, oh jaa.
 Moes Kind:          Hey Moe, was iist denn mit dirr passiert? Du sprrichst ja
                     plötzlich nicht mehr mit Ack-Tzent!
 Moe:                Mama mia!

Skinner steht mit Brad auf der Bühne. Auf einem Stuhl zwischen ihnen sitzt eine Stoffpuppe mit schrecklichem Hut.

 Brad:               Rektor Skinner, versuchen wir's mal mit Wutausbrüchen.
                     Ich darf sie bitten, sich einfach vorzustellen, diese
                     Puppe wär' ihre Mutter.
 Skinner:            OK, ich versuch's <lacht angespannt>
 Brad:               Und nun erzähl'n sie dieser Mutterpuppe, was genau sie
                     empfinden. Es kann losgeh'n! <geht beiseite>
 Skinner:            Ich bin sauer auf dich, Mutter. Nicht einfach sauer, stock-
                     sauer! Immerhin bin ich ein erwachsener Mann - und kann
                     mit allem selbst fertig werden.

Rektor Skinner nimmt die Puppe, würgt sie, schlägt die und beißt Stücke aus ihr raus.

 Brad:               Ssh, ssh, ich bitte sie, beruhigen sie sich. Ergreifend. Sie
                     könn' sich wieder hinsetzen.
 Skinner:            <setzt sich auf seinen Stuhl> Trotzdem geh'n wir Samstag auf
                     den Flohmarkt, ja Mutter?
 Brad:               Da seht ihr's, Leute. Wir versuchen immer, es ander'n
                     Recht zu machen und zu gefallen. Wir sind also nicht nur
                     menschliche Wesen, sondern vielmehr menschliche - Täter.
                     Und wie geht es weiter?
 Bart:               Mit dem menschlichen Sichverdrücker!

Die Menge lacht. Marge weist ihn zurecht. Doch Brad nutzt die Gelegenheit, Bart auf die Bühne zu holen.

 Brad:               Was hat dich zu diesem Zwischenruf veranlaßt?
 Bart:               Keine Ahnung.
 Brad:               Du wolltest dich einfach irgendwie ausdrücken, stimmt's?
 Bart:               Ich tu' wonach mir ist.
 Brad:               Absolute Spitzenklasse. Das hätt' ich selbst nicht besser
                     vormulieren können. Ich tu - wonach - mir ist. Freunde,
                     dieser junge Mann hier ist das Kind in sich, von dem ich eben
                     gesprochen hab'.
 Lisa:               Was!?
 Brad:               Sag mal, du hast nie ein Buch von mir gelesen, oder?
 Bart:               Ts, Erde an Langweiler. <Menge lacht>
 Brad:               Das soll vermutlich nein bedeuten. So schwer von Begriff bin
                     ich nicht. Deine Eltern haben fantastische Arbeit geleistet.
                     Mama, Papa. Würdet Ihr mal zu mir 'raufkommen?

Die Menge jubelt. Homer ißt zwei Bratäpfel.

 Homer:              Danke. Haben sie vielen Dank.
 Brad:               Das ist wirklich mehr als bemerkenswert. Hier haben wir einen
                     Mann mit einem gestörten Verhältnis zum Essen, und eine Frau
                     mit einer bizarren Frisur, die sie, ich bin sicher, nur 
                     trägt, um zu schockieren.
 Marge:              Mhm!
 Brad:               Und dennoch ist es ihnen gelungen, einen emotional gesunden
                     Jungen großzuziehen. <wendet sich zu Marge> Das find' ich
                     fantastisch.
 Marge:              Oh, danke.
 Brad:               Von diesem jungen Mann hier können wir alle eine Menge 
                     lernen. Unser...
 Bart:               Rüdiger.
 Brad:               Gut, Rüdiger. Wenn wir also alle ein bißchen mehr wie unser 
                     kleiner Rüdiger wären...
 Marge:              Er heißt aber Bart.
 Brad:               <herrscht Marge an> Der Name ist _unwichtig! <wechselt seine
                     Laune> Wichtig ist nur, das der Junge hier über ein
                     vollentwickeltes, ungebrochenes Ego verfügt. Mit klar
                     definierten Grenzen.
 Bart:               <täuscht schnarchend Schlaf vor> <Menge lacht>
 Brad:               <täuscht lachen vor> Niedlich. Freunde, ich bin begeistert.
                     Ich spüre, daß heute Abend ein Wandel in der Luft liegt.
                     Ja, ihr werdet alle angangen zu leben. Richtig zu leben.
 Menge:              Jaaa! Leben, leben...
 Brad:               Seid wie der Junge!
 Menge:              Wir sind wie der Junge, wir sind wie der Junge!
 Brad:               Jetzt nur die Damen!
 Damen:              Wir sind wie der Junge, wir sind wie der Junge!
 Brad:               Nur die Senioren da hinten!
 Senioren:           Leid in der Lunge, Leid in der Lunge.

Die begeisterte Menge stürzt sich auf Brad Goodmans Bücher und Videos. Lisa ist ratlos. Kent Brockman verkündet in den Nachrichten, was sich im Community Center abgespielt hat, am Ende der Nachricht spritzt er sich Schlagsahne in den Mund.

 Bart:               Lisa, seit heute bin ich ein Gott!
 Lisa:               Sitzt du aus diesem Grund auf einer Eiscremeschnitte?
 Bart:               Igitt, igitt! Hier! <Knecht Ruprecht schleckt die Schnitte 
                     ab>

In der Kirche. Today's Topic: 'Be like unto the Boy'

 Lovejoy:            Statt euch mit einer endlosen Predigt zu langweilen, verlese 
                     ich nur einen Leitsatz aus dem Buche Bart: Tut etwas, was ihr
                     schon immer tun wolltet. <geht zur Orgel> Machen sie 'ne
                     Pause, Mrs. Fish.

Reverend Lovejoy probiert mehrfach, den Entertainer auf der Orgel zu spielen. Da ihm dies nicht gelingt, muß er die Gemeinde anhalten, zu bleiben. Bart leidet sehr. In der Schule.

 Mrs. Krababbel:     Der drahtlose Funk war eine Erfindung von Juliano Malconi.
                     Wer kann mir sagen, wie sein erster Funksprich lautete?

Bart meldet sich, um einen lustigen Spruch abzulassen, doch Milhouse drängelt sich vor.

 Milhouse:           Ich - äh - möchte - äh - meinen - äh - Namen - äh - ändern.

Die Klasse lacht.

 Mrs. Krababbel:     Sehr witzig, Milhouse.
 Milhouse:           <lacht in sich hinein>
 Mrs. Krababbel: Noch jemand? Wie war der erste Funkspruch?
 Bart:               Der lautete...
 Martin:             Der zehnte Anrufer bekommt Eintrittskarten für Supertramp.
 Bart:               Du meine Güte, hier ist wohl jeder ein Komiker.

Bart geht mit Händen in den Hosentaschen die Straße entlang.

 Bart:               Ich bin traurig. Ich werd' mich mit meiner patentierten
                     Spuckorgie von der Brücke trösten - Das gibt's nich'!

Bart ist nicht der einzige, der von der Brücke spucken möchte. Viele Leute stehen am Geländer und spucken auf die Autos. Das Simpsonhaus, Barts Zimmer.

 Bart:               Oh, Lisa. Jeder in der Stadt führt sich jetzt auf wie ich.
                     Warum ist das so ätzend?
 Lisa:               Ganz einfach, Bart. Du hast dich selbst als Rebell definiert,
                     und in der Mangelung eines repressiven Mileus wird 
                     nun deine soziologische Nische übervölkert.
 Bart:               Verstehe!
 Lisa:               Seit dieser 'Hilf dir selbst'-Typ aufgetaucht ist, hast du
                     deine Identität verlor'n. Du bist durch den Rost unserer
                     Schnellreparatureinstundenphotopulversuppengesellschaft
                     gefallen.
 Bart:               Das hat zur Folge?
 Lisa:               Damit hast du die Chance, eine neue und bessere Identität
                     zu entwickeln. Darf ich einen gutmütigen Fußabtreter
                     vorschlagen?
 Bart:               Klingt gut, Schwesterchen! Was soll ich tun?

Im Fernsehen.

 Kent Brockman:      Springfield feiert an diesem Samstag sein erstes jährliches
                     'Tu wonach dir ist'-Festival. Wann es ihnen paßt, schau'n sie
                     vorbei; eine willkommene Abwechslung zu unserem 'Tu was man
                     dir sagt'-Festival 1946 von unseren deutschen Siedlern ins
                     Leben gerufen.

Vor dem Gemeindehaus laufen Vorbereitungen für das Festival. Willie, der Hausmeister, hält eine Rede vor keinem Publikum.

 Willie:             Wenn ich Bürgermeister wär', würd' ich euch sofort alle 
                     umbringen und euer Drecknest hier in Schutt und Asche legen.
 Arbeiter:           <flüstert> Das Mikro ist an.
 Willie:             Ich weiß, daß es an ist!

Otto, der Busfahrer weist an einem Parkplatz Autos ein.

 Otto:               Parkt, wo ihr wollt, Leute. Ich bin heute nicht auf dem
                     Vorschriftentrip.

Diese Haltung hat sehr negative Auswirkungen für die Autofahrer. Auf dem parkplatz hat sich ein Massenkarambolage gebildet. Auf dem Marktplatz der Stadt ist ein Jahrmarkt aufgebaut worden. Es läuft fröhliche Musik.

 Mr. Burns:          Ich fühle mich heute ganz als Freigeist und genieße in vollen
                     Zügen mein - äh, mhm - Aißöcreme. <leckt sein Eis>
 Smithers            Äh, Sir, im Geiste dieses Festivals und überhaupt, Sir, hab'
                     ich mich entschlossen, ihnen zu gestehen - ähm - - Ich liebe
                     Sie!
 Mr. Burns:          <guckt entsetzt>
 Smithers            <schnell> ...naja, in diesen bunten Farben. <dreht sich weg>
                     Warum mach' ich mir was vor? Im Bootshaus war die Gelegen-
                     heit.

Patty und Selma reiten nackt auf einem Pferd und wollen in die Waschanlage. Der Kapitän macht gleich ein Photo, um sich damit auf See trösten zu können. Alle Leute sind komisch angezogen. So auch UBF. Homer trägt einen Morgen- mantel, Marge trägt übergroße Kinderklamotten.

 Homer:              Ah, find ich toll. Endlich kann ich mal ausgeh'n wie ich
                     will, ohne von Polizisten aufgewischt zu werden.

Apu und seine Familie umkreisen UBF mit Skateboards, Barts Lieblingsfortbe- wegungsmittel.

 Bart:               Skateboards! Ihr müßt mir immer alles nachmachen!

Bart wird von einem Steinchen getroffen. Rektor Skinner hat ihn mit einer Steinschleuder, Barts Markenzeichen, beschossem.

 Skinner:            Hey, friß meine Hose, junger Mann!

Bürgermeister Quimby hält eine Ansprache. Neben ihm steht ein blondes Dummchen.

 Quimby:             Einen schönen guten Tag und herzlich beim 'Tu wonach dir 
                     ist'-Festival. Die Dame neben mir ist übrigens nicht meine 
                     Frau, allerdings schlafe ich mit ihr. Ich erzähl' euch daß,
                     weil ich mich über meine Schürzenjägerei sehr freue.

Die Photographen jubeln und machen Photos von der Dame, die eine elegante Pose annimmt, allen voran der Kapitän.

 Quimby:             Und nun werden die Pforten zu einer neuen &AUML;ra des Sich-Wohl-
                     Fühlens geöffnet von dem König des Soul, James Brown!

James Brown singt 'I feel good' Doch nach einigen Takten bricht die Bühne zusammen. Die Menge ist entsetzt.

 James Brown:        Hey, Augenblick mal, einen Moment. Das Podium ist nicht
                     richtig verschraubt worden.
 Arbeiter:           Mir war nicht danach. Ich hab' keine Lust gehabt.
 Homer:              Das kann ich dir nachfühlen, mein Lieber.
 Marge:              Ich will ihnen ihr Recht auf ihre Egozentrierung durchaus
                     nicht streitig machen, aber mein innerer Kritiker sagt mir,
                     sie hätten ordentlich arbeiten soll'n.
 Ned Flanders:       He-he-hey, Marge. Jetzt aber Schluß, Marge. 'Soll'n' sie
                     mir den armen Kerl nicht zu Tode.
 Willie:             Als nächstes jagen sie mir Schuldgefühle ein, weil ich keine
                     Lust hatte, das Riesenrad zu ölen.

In dem Moment löst sich das Riesenrad aus seiner Halterung und rollt davon. Es zerstört die Eingangstür des Zoos. Nun haben die wilden Tiere freie Bahn. Die Menschen flüchten.

 Quimby:             Dem Geiste dieses Tages entsprechend darf ich wohl sagen,
                     was ich denke: Ihr beide habt 'n Riesenmist gebaut!
 Arbeiter:           Augenblick! Mir ist zufällig nicht danach, mich von ihnen
                     beschimpfen zu lassen.
 Skinner:            Und mir ist danach, daß sie den Mund halten!
 Moe:                Sie geh'n mir auf den Senkel, Skinner, mit ihrem abgenudelten
                     Einheitshaarschnitt, mit ihrer ewig strammen Haltung..
 Verkäufer:     <mit unsympathischer Stimme> Ja, und mir geht der Klang ihrer
                     Stimme auf die Nerven.
 Moe:                Ach wirklich? Verschwinde!
 Dr. Hibbert:        Halt, sofort aufhören. Das ist kein Grund, gewalttätig zu 
                     werden.
 Moe:                Das seh' ich anders! <schlägt Skinner>

Dieser Schlag löst eine Massenschlägerei aus.

 Marge:              Ich hab's gewußt. Hätt' ich doch nur noch mehr genörgelt.
 Lovejoy:            Gottes Zorn trifft uns. Wie haben diesen Brad Goodman zu
                     unserem Götzen gekürt.

Engelsähnliche Frauen sitzen auf einer goldenen Brad Goodman Statue und beweihräuchern sie mit Blumen und Jauchzern.

 Apu:                Sie brauchen sich keine Vorwürfe zu machen, Reverend. Der
                     kleine Junge da drüben hat schuld. Der hat angefangen.
 Verkäufer:     <mit unsympathischer Stimme> Packt ihn!
 Bart:               <realisiert seine Lage> Eeeeh!

Der Mob rennt hinter Bart her. Doch Homer kann Bart retten, indem er ihn in einem 'Free as a bird'-Wagen versteckt und langsam davonfährt.

 Homer:              Gut festhalten. Achtung!

Mit der Höchstgeschwindigkeit von 5 miles/hour fährt der Wagen davon. Durch dieses Tempo löst sich auch die Verzierung, und Bart und Homer werden im Drahtgestell des Wagens sichtbar.

 Homer:              Lebt wohl, ihr Trottel!
 Skinner:            Verdammt! Ganz langsam aber sicher entwischen uns die
                     beiden jetzt.
 Moe:                Die fahr'n zu der alten Mühle.
 Homer:              <ruft> Stimmt gar nicht.
 Moe:                Was soll's. Gehn wir trotzdem zur alten Mühle und hol'n uns
                     Apfelwein.

Der Mob folgt Moe. Im Simpsonhaus sitzt UBF auf dem Sofa.

 Homer:              Ach ja, wenn unser Bart doch nur ein besseres Vorbild für
                     alle gewesen wäre.
 Marge:              Das ist nicht fair. Wir haben daraus gelernt, daß man
                     Selbstverwirklichung besser Leuten überläßt, die in
                     Großstädten wohnen.
 Lisa:               Nein, Selbstverwirklichung kann man schon erreichen, aber 
                     nicht im Schnellverfahren. Es ist eine lange, mühsame 
                     Reise auf dem Pfad zur geistigen Entdeckung.
 Homer:              Genau das hab' ich doch gesagt. Wir alle sind richtig so, wie
                     wir sind. <schaltet den Fernseher an> Ui, da läuft ja die
                     neue Serie mit dem Polizisten, der in seiner Freizeit Ver-
                     brechen aufklärt.
 Bart:               Lauter, Homer!

Im Fernsehen hört man die Serie. Mit einigen Kommentaren von Homer und einem friedlichen Blick auf das Simpsonhaus endet diese Folge.