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Die Simpsons

Review von Chris Pfeiler

Fangen wir mit den negativen Aspekten an.

Nun wird S16 generell eine recht Marge-lastige Staffel werden - wobei Marge-Folgen immer etwas schwierig zu schreiben sind. Daß es mit Stil auch heute noch geht, hat z.B. "Diatribe" in S15 bewiesen, aber auch in S16 werden wir gelungene Marge-Episoden sehen. Die heutige FAFB20 würde ich allerdings kaum zu dieser Kategorie zählen.

Im Gesamtbild eine eher seichte Mischung aus einer Vielzahl (allzu versuchter) Gags mit einem recht amüsanten Subplot und einer kleinen und wenig ambitionierten "Moralstory" als Hauptplot. Speziell Marges Entscheidung, am Ende das Richtige zu tun, kommt wenig überraschend. Was dem Plot an Substanz fehlt, wird durch Füllmaterial, aufgesetzte Gaststars und semi-lustige Metascherzchen ("2 years later") versucht zu kompensieren. Und das leider mit relativ wenig Erfolg.

Was mich an der Folge desweiteren merklich stört, ist der auffallend krude und/oder fies-aggressive Unterton in vielen Gags. Elektroschock und diverser Slapstick für Homer, Stifte essen für Chief Wiggum, Apu läßt die Familie im Stich, Agnes knallt gegen die Tür, Schwein kotzt, James Caan wird gar am Ende in einer IMO recht aufdringlichen Paten- Parodie durchlöchert. Es mag symptomatisch für den Stil der Episode sein, daß selbst Homers Werbefiguren-Fantasie am Ende in Aggression gegen ihn umschlägt ("Blood for Cream").

Kommen wir zu den positiven Aspekten.

Auf der anderen Seite hat die Folge auch schöne Einfälle. Besonders der Subplot mit Bart und Milhouse, die sich nach ihrer Playdude-Lektüre für 70er "Playboys" halten (und dabei quasi völlig unschuldig simple Phrasen nachbabbeln - Bart hält etwa das "some" in "getting some" für Spielzeug und hofft, das James Caan beim Spielchen mit Edna gewinnt) hat amüsante Qualitäten - inklusive Homers Aufklärung aller Nachbarskinder.

Im Hauptplot selbst gibt es ein paar nette Marge/Lisa?-Szenen (gerade das Verhältnis der beiden zueinander würde eine gute Folge verdienen) und Gags, z.b. das "But she will win the contest?"-Gespräch zwischen Homer und Lisa. Niemand ist grob out-of-character, Motivationen und Charakterhumor bleiben aber zumeist uninteressant und vorhersehbar.

Der deutsche Titel ist recht einfallslos, bezieht sich aber zumindest auf den Inhalt der Folge. Die Synchro dürfte da keine großen Probleme haben, Barts "grooviger" 70er-Slang und einige spezielle Marge-Wörter der Art "Meany-Bo-Beanies" werden sich kaum übersetzen lassen.

Fazit: keine "weltbewegende" Folge in irgendeiner Weise, mit etwas mehr guten Gags hätten wir aber durchaus im positiveren Mittelfeld sein können. Die vorhandenen amüsanten Einfälle werden aber leider durch relativ viele Gemeinheiten und Füllgags gestört, so daß von der Folge am Ende nur ein von vielen Köchen verrührter Brei übrig bleibt, dessen Geschmack man relativ schnell wieder vergisst oder eher aufgrund eines sauren Nachgeschmacks verdrängt. Note 3-

Chris



Review von Tobias J. Becker

Auf ein Neues also, willkommen zurück mit 21 Folgen der 16. Staffel. Wie üblich gibt es wieder ein paar Nachzügler aus der 15. Produktionsstaffel, die im Großen und Ganzen als deutliche Qualitätssteigerung angesehen wurde. Wie sich da die Nachzügler verhalten und ob die 16. Staffel diese Entwicklung fortsetzen wird, wird sich nun also zeigen.

Los geht's mit 16x02, da ProSieben THOX XV wieder passend zu Halloween zeigen will.

Die Idee der Folge finde ich zunächst einmal gar nicht schlecht. Im einen Handlungsstrang nimmt Marge an einem Backwettbewerb teil. Auch wenn ich noch nie eine entsprechende Kochsendung (gerne) gesehen habe, finde ich doch einen Backwettbewerb innerhalb einer Serienfolge ganz nett. Allerdings nur, wenn daraus keine superspektakuläre Riesenshow gemacht wird, sondern dies noch einen gewissen häuslichen Rahmen hat. In einem solchen passt Marge in meinen Augen dann auch als Kandidatin. Im anderen Handlungsstrang beschließen Bart und Milhouse, nachdem ihnen Homers alte Playdude-Magazine in die Hände fallen, im Baumhaus eine Art Herrenclub zu eröffnen und einen Lebensstil à la Hugh Hefner zu führen. Sehen wir uns mal im Detail an, was daraus gemacht wird.

Zunächst einmal fällt auf, dass die ganze Folge durch eine Reihe von Einzelgags (bzw. einem mehrgeteilten) durchzogen ist, die - na klar - mir mal ganz gut, mal weniger gut gefallen. Sie stören den Ablauf der Handlungen eigentlich nicht, im Gegenteil, sie passen eigentlich alle jeweils gerade in die Handlung. Trotzdem hat man so ein "Guck mal, Gag!" - Gefühl, das mich zumindest immer wieder ein wenig aus der Folge schmeißt.

Wenn man von dem "Blacula Meets Black Dracula"[1] - Ausschnitt absieht, wird die Handlung ziemlich umgehend in Gang gesetzt. Homer und Marge besuchen ein zu Verkauf stehendes Nachbarhaus, dessen Küche mit dem neusten Schnickschnack ausgestattet ist. Hier wartet die Folge bereits mit ihren einfallsreichsten Gags auf. Homer will das Haus lieber nicht kaufen, weil er ja dann neben sich selbst wohnen müsste. Die Erkenntnis in seiner Fantasie, dass er auch für selbst ein ziemlich lästiger Mitmensch sein könnte, finde ich zum Schießen. Die menschliche Fähigkeit zur Selbstreflexion, sich also selbst geistig "betrachten" zu können, wird hier wie schon so oft auf treffende Weise für Homer umgedeutet. Im Haus selbst gibt es lustige Gimmicks wie den "Bread making maker"[2] und die überlebensgroße Mikrowelle. Der feuerfangende Homer ist dann schon wieder weniger lustig. Jedenfalls verspricht er Marge, ihr eine ebensolche hochmoderne Küche zu bauen. Leider rutschen wir hierbei aber wieder in finsterste S11/12-Zeiten ab, wenn Homer sinnlos mit seiner Axt die Küche niederreißt. Natürlich trifft er dabei eine Stromleitung und kriegt eine gewischt. "Man, that hurt. And now I'll do the exact thing again"[3]. Solch einen stupiden Homer will ich nicht sehen, ich hoffte diese Zeiten wären vorbei! Bei der Arbeit entdecken sie aus der Zwischenwand purzelnde alte Playdude-Magazine Homers. Nachdem Marge sämtliche aufreizenden Fotos herausgeschnitten hat - und damit auch die interessanten Artikel auf den Rückseiten zerschnitten hat, an denen Homer wirklich Interesse hatte, wirft er sie dann doch auf den Müll.

Damit setzt er den anderen Handlungsstrang in Gang. Bart und Milhouse krallen sich nämlich die Hefte. Zwar können sie den entschärften Heften nicht ansehen, was ihre Eltern damals daran so fanden, dann finden sie aber Gefallen an dem propagierten Lebensstil und beschließen, das Baumhaus umzugestalten. Somit haben wir es in beiden Geschichten, sowohl bei den Erwachsenen als auch bei Kindern, zunächst mit Heimarbeit zu tun - eine schöne Parallele, die leider nicht die Folge über weitergeführt wird.

Nachdem Homer ein paar Schichten Mörtel zuviel auf die Decke aufgetragen hat, ruft Marge nun doch einen professionellen Handwerker an. Lustig, wie dieser dabei selbst das Klischee einhält, dass Handwerker immer die Ehefrauen zu verführen versuchten (wie Homer natürlich gleich argwöhnt). Zwar sei er selbst zwar schwul, aber habe er für diesen Zweck extra einen Untergebenen[4], der offenbar auf diese Tätigkeit seines Berufes spezialisiert ist. Als Umbauzeit für die Küche veranschlagt er drei Wochen. Es dauert natürlich ein bisschen länger: "Two years later"[5] folgt die umgehende Einblendung. An sich finde ich den Gag sehr lustig, v.a. wie er herübergebracht wird, das Problem ist nur, dass die Einblendung nicht ernstgenommen werden kann. Abgesehen von dem üblichen "Problem", dass die Simpsons nicht altern, müsste eigentlich auch Barts und Milhouse' Abenteuer inzwischen wieder länger zurückliegen. Die Geschichte wird aber ohne Sprung weitererzählt. Genau so ist es mir auch noch am liebsten (ich mag keine großen Zeitsprünge innerhalb einer Folge, wenn es nicht gerade Teil einer Erzählung ist), jedoch macht das den Gag natürlich irgendwie rückwirkend witzlos.

Gut, der Umbau hat nun Schweinegeld gekostet, aber er macht sich auch bezahlt: Die zubereiteten Speisen finden allgemein Anklang unter den Springfielder Bürgern (ein Kommentar des erneut maskiert auftretenden Thomas Pynchon darf natürlich auch nicht fehlen). Da liegt die Idee nahe, an dem demnächst stattfindenden Backwettbewerb teilzunehmen. Nach anfänglichen Abwägen (entweder gewinnt sie oder Adolf Hitler) lässt sie sich doch überzeugen. Auch ihre neu kreierte Speise ("Dessert Dogs") findet in der Familie sofort Anklang, also steht einer Teilnahme nichts mehr im Wege. Tatsächlich wird ihre Bewerbung mit ihrem Rezept angenommen. Parallel dazu wird ein mehrteiliger Gag eingebaut: Erst erzählt Apu, dass er seinen früheren Traum in Amerika Karriere zu machen und eine Familie aufzubauen, durch einen neuen ersetzt hat, seine Familie zurückzulassen und zurück in Indien unter dem neuen Namen "Steve Barnes" Karriere zu machen. Wenig später ist dann im Springfield Shopper zu lesen, dass ein Vater von acht Kindern vermisst wird und kurz darauf in der "New Delhi Daily" (nebst Foto), den Homer wunderlicherweise liest, dass ein gewisser Steve Barnes einen Gemischtwarenladen eröffnet habe... Ich glaube, ein solcher Etappenwitz ist bislang einmalig für die Serie und überhaupt eine sehr pfiffige Idee. Das Problem ist nur, dass Apu natürlich aus Prinzip in Springfield bleiben muss. Trotzdem bleibt am Ende offen, ob und wie Apu wieder zurückkommt. (Gut, so etwas hatten wir mit Hausmeister Willy auch schon.) So lässt mich dieser auf wirklich einfallsreiche Weise erzählte Witz doch leider etwas unwohl zurück.

Der nächste Gag ist, naja, mal wieder typisch wiggumisch. Clancy muss seinem Sohn zuliebe dessen Bundstiftsandwich probieren, der warum auch immer nicht zum Wettbewerb zugelassen wurde. Ich kann nicht so recht darüber lachen, finde es dann aber auch nicht so schlimm, da er doch wieder etwas Wahrheit enthält: Manchmal ist es doch besser (oder wenigstens einfacher), zu lügen und sich vom neusten Werk des Kindes ganz begeistert zu zeigen...

Bevor ich mir aber noch weiter Gedanken machen kann, folgt schon der nächste Gag, der dafür wieder ein Brüller ist. Natürlich braucht so ein Wettbewerb auch Sponsoren und natürlich verfolgen diese durchaus ihre eigenen Ziele. Mal ist das weniger auffällig, mal mehr. Zumindest sind die Ziele der "American Price Radar-Guided Missile Systems"[6] in Zusammenhang mit einem Backwettbewerb doch eher fraglich. ;-)

Inzwischen geht Bart in neuer Kluft - Bademantel und Wasserpfeife - in die Öffentlichkeit - und wird erst mal von den anderen Kindern ausgelacht. Als er ihnen aber klar macht, was für eine angesagte Party er doch demnächst schmeißen wird, hat er ihr Interese geweckt. Damit ist die Sache auf herrliche Weise entlarvend: Aus dem Bauch heraus äußern sich die anderen über Barts neue Gangart verlachend (ganz einfach, weil es auch lächerlich wirkt), sobald etwas aber den Anschein macht, "angesagt" zu sein, ist die Reaktion darauf auf einmal eine ganz andere, auch wenn hier noch niemand versteht, was das Männerbild eigentlich bedeutet, für das Bart hier eintritt... Leider kann die Party dann nicht ohne einen unlustigen Auftritt James Caans auskommen, aber er darf sich später noch unterbieten.

Marge muss mittlerweile erleben, dass es unter den Teilnehmern unfein zugeht, als ihre Gericht sabotiert wird. Trotzdem gibt sie von Lisa aufgemuntert nicht auf. In letzter Sekunde kann sie ihr Werk im großen Speisenraum abgeben, ehe sich das Metalltor verschließt. Agnes dagegen knallt mit voller Wucht dagegen und hinterlässt eine Beule im Metall. Als sie nun ganz allein in dem Raum ist, lockt sie der Gedanke, es ihren Gegnern gleichzutun und die anderen Speisen mithilfe Maggies Ohrentropfen ungenießbar zu machen. Und in der Tat kann sie der Versuchung nicht widerstehen, wie die entsetzte Lisa mitkriegt. Gelungen ist hier der "Doppelschlag"-Gag: Nach Lisas Entsetzen wird noch einer draufgesetzt, denn die Schlüssellochverkleidung, durch die Lisa gelinst hat, ist - was für ein dramatischer Höhepunkt! - frisch gestrichen und folglich hat Lisa nun einen Fleck um ihr Auge. Scheint dies auf den ersten Blick erst ein ironisch überzogener Draufsetzer zu sein, so passt das symbolisch doch gut: Das Mogeln ihrer Mutter (ob das wirklich zu Marge passt, bin ich mir unsicher, etwas mehr dazu unten), ist im wörtlichen Sinne eine Schandfleck, für den sich Lisa schämt und dadurch dass sie nun zur Mitwisserin geworden ist, ist sie auch persönlich beschmutzt. Wie sich zeigt, wird das noch Konsequenzen haben.

Lisa berichtet ihrem Vater ihre Beobachtungen, der das nicht so eng sieht und schon wieder mal in Fantasien abdriftet, wo er alle möglichen lebendig gewordenen Werbefiguren antrifft. Als er Twinkle the Kid aus Versehen zerquetscht, schwören die anderen auf Rache. Ihr "Blood for cream"[7] - Mobruf schnallt Homer aber gar nicht, sondern er springt geistig auf den fahrenden Zug gegen sich selbst mit auf. Undenkbar für ihn, dass er und Süßigkeiten auf verschiedenen Seiten stehen könnten! Davon abgesehen hat er aber auch gerade seine eigenen Probleme, die anderen Eltern beschweren sich nämlich über den Lebenswandel, den Bart nun propagiert. Homer wagt den Schritt nach vorne: Er klärt Bart auf, warum Männer wirklich Frauen verführen wollen und setzt damit einen Schneeballeffekt in Gang, als sich diese entsetzliche, eklige Neuigkeit wie ein Lauffeuer unter den Kindern verbreitet. "Well, it's better they here it from me now, than from their parents when they're old enough." [8] Sehr witzig und passend, wie Homer wie so oft einerseits in üblichen Vorstellungen verhaftet ist (es gibt ein "richtiges" Alter zur Aufklärung und es liegt an den Eltern zu entscheiden, wann dieses erreicht ist), andererseits auch einen lebensnahen Pragmatismus an den Tag liegt. Egal, ob man jetzt mit Homers Entscheidung zufrieden ist: Das ist der Homer, den ich mag, der letztlich doch sich auf seine ganz eigene Weise in der Welt zurechtfindet und dabei nicht nur an sich selbst denkt!

Auch der Backwettbewerb neigt sich inzwischen dem Ende zu. Durch Marge' Sabotage sind nur noch sie und Brandine ("and... No-Last-Name-Given")[9] als finale Kandidatinnen übriggeblieben. Lisa schafft es aber, an das Gewissen ihrer Mutter zu appellieren, worauf sie ihr Vergehen zugibt. Brandine ist (trotz kotzenden Schweins) die Siegerin des Wettbewerbs, aber die moralische Siegerin ist am Ende doch Marge. Zumindest in den Augen ihrer Tochter, und das ist das Wichtigste! Jeder macht Fehler (aber dafür gibt's ja Radiergummis... ach nein...), auch Marge. Das Entscheidende ist, dass Marge sich selbst und den anderen diesen Fehler eingesteht. Keiner ist perfekt (und das ist auch gut so), aber wenn man sich dessen nicht bewusst ist und überhaupt keine moralischen Bedenken hat, sich selbst nicht mit einer gewissen Regelmäßigkeit hinterfragt, begeht man dieselben Fehler immer selber.

Zum Schluss hat James Caan in einer mauen DER PATE - Referenz einen Auftritt. Jetzt nach ihrem Sieg genießt Brandine ein höheres Ansehen und dem armen Cletus hat James Cann sie auch gleich ausgespannt. Aber er hat schon einen Plan ersonnen. Am Grenzübergang wird er von anderen Rednecks vielfachst durch- und niedergeschossen. Blutig liegt er da und kriegt noch einen Tritt ins Gesicht. "That's it. Next time I'll fly.", meint er im Sterben. Wahnsinnsbrüller.

Noch einmal zusammengefasst: Die Folge hat zwei sinnvolle Handlungsstränge, leider gibt es aber immer wieder einige unnötige unwitzige "Gags", die einen ein bisschen doch wieder die Laune verderben. Darüber hinaus wirkt manches ein wenig charakterabwegig, hier kriegt sich Marge aber zum Glück rechtzeitig wieder ein und wird von Lisa auf den richtigen Weg gebracht. Es lag vermutlich daran, dass die Entwicklung sehr knapp erzählt wurde, auch wenn immer wieder zwischen beiden Handlungstränge hin- und hergewechselt wurde. Aber, und das ist wirklich bemerkenswert: Es brauchte gar nicht viele Worte, um Marge Handlungen nachvollziehen zu können! So gesehen gibt es wirklich Schlimmeres. Note 2-/3+

Zur deutschen Fassung muss nicht viel gesagt werden. Übersetzungsfehler sind mir nicht aufgefallen, es war gut gesprochen. Auffällig sind nur wieder mal einige nicht synchronsierte Stellen, an denen man die OV hört (Couchgag, Ralphs Weinen, Clancy isst, Kindergemurmel, kotzender Richter, Töne von sich gebende Brandine, kotzendes Schwein). Noch sind es Kleinigkeiten, hoffen wir, dass es nicht wieder wie in S12 ausartet. Thomas Pynchon hat mit Thomas Rauscher wieder die gleiche Stimme wie in FABF10 (15x10 "Fantasien einer durchgeknallten Frau") und Dewey Largo wurde auch schon in zwei von drei S15-Folgen von Berno von Cramm gesprochen. Nur der deutsche Titel ist etwas einfallslos. Hier die Komplettsprecherliste:

 TV-Sprecher             Thomas Rauscher          (OV: Harry Shearer)
 Blakula                 Randolf Kronberg         (OV: Dan Castallaneta)
 Black Dracula           Thomas Rauscher          (OV: Hank Azaria)
 Homer Simpson           Norbert Gastell          (OV: Dan Castellaneta)
 Bart Simpson            Sandra Schwittau         (OV: Nancy Cartwright)
 Marge Simpson           Elisabeth Volkmann       (OV: Julie Kavner)
 Milhouse Van Houten     Michaela Amler           (OV: Pamela Hayden)
 Handwerker              Reinhard Brock           (OV: Hank Azaria)
 Untergebener            Wolfgang Schatz          (OV: Dan Castellaneta)
 Moe Syszlak             Bernd Simon              (OV: Hank Azaria)
 Carl Carlson            Peter Musäus             (OV: Hank Azaria)
 Lenny Leonard           Ulf-Jürgen Wagner        (OV: Harry Shearer)
 Mr. Dewey Largo         Berno von Cramm          (OV: Harry Shearer)
 Thomas Pynchon          Thomas Rauscher          (OV: Thomas Pynchon)
 Tingeltangel-Mel        Ivar Combrinck           (OV: Dan Castellaneta)
 Ned Flanders            Ulrich Frank             (OV: Harry Shearer)
 Lisa Simpson            Sabine Bohlmann          (OV: Yeardley Smith)
 Apu Nahasapeemapetilon  Tobias Lelle             (OV: Hank Azaria)
 Off-Sprecher            Ivar Combrinck
 Ralph Wiggum            Beate Pfeiffer           (OV: Nancy Cartwright)
 Chief Clancy Wiggum     Thomas Rau               (OV: Hank Azaria)
 Kent Brockman           Donald Arthur            (OV: Harry Shearer)
 Nelson Muntz            Wolfgang Schatz          (OV: Nancy Cartwright)
 Billy Boullionwürfel    Bernd Simon              (OV: Hank Azaria)
 Stuart                  Ulf-Jürgen Wagner        (OV: Dan Castellaneta)
 Agnes Skinner           Alice Franz              (OV: Tress MacNeille)
 Luigi                   Ivar Combrinck           (OV: Hank Azaria)
 James Caan              Reinhard Brock           (OV: James Caan)
 Edna Krabappel          Inge Solbrig             (OV: Marcia Wallace)
 Preisrichter            Michael Rüth             (OV: Harry Shearer)
 Tante Ofenfrisch 1954   Eva Maria Lahl           (OV: Tress MacNeille)
 Twinkle the Kid         Claus Brockmeyer         (OV: Hank Azaria)
 Pringles-Mann           Willi Röbke              (OV: Harry Shearer)
 Kubla-Zwerg             Tobias Lelle             (OV: Dan Castellaneta)
(Figuren                 Ivar Combrinck           (OV: Karl Wiedergott u.a.))
                         Alice Franz u.a.
(Kotzender Richter       [unsynchronisiert]       (OV: Dan Castellaneta))
 Brandine Del Roy        Eva Maria Lahl           (OV: Tress MacNeille)
(Zuschauer               Ivar Combrinck u.a.)
 Cletus Del Roy          Peter Musäus             (OV: Hank Azaria)

Das sind 25 Sprecher.


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Zitatangaben zur deutschen Fassung:
[1] "Blakula trifft Black Dracula"
[2] Brotmaschine-Maschine
[3] "Mann, tut das weh! Und jetzt mach ich genau dasselbe noch mal!"
[4] OV: Subcontractor
[5] "Zwei Jahre später" - was habt ihr denn erwartet? ;-)
[6] "Amerikas Stolz: Radargelenkte Raketensysteme"
[7] "Blut für Creme"
[8] "Es ist besser, sie erfahren es jetzt von mir als von ihren Eltern,
     wenn sie alt genug sind."
[9] "Brandine Ohnenachnamen"
[10] "Das war's. Nächstes Mal fliege ich."




Review von Andreas Roth

Zwar ist es noch nicht Herbst [TM], aber nun hat sie also angefangen, die 16. Staffel... "Die geheime Zutat" ist sicherlich kein Meisterwerk, hat aber einige recht nette Moment zu bieten. Ohne großes Vorgeplänkel wird direkt mit der Handlung begonnen, so daß das Tempo an keiner Stelle zu hastig wird, nahezu alle Aspekte finden ausreichend Beachtung. Die Idee mit dem Backwettbewerb ist nicht schlecht und paßt auch zu Marge, welche durch ihre neue Küche richtig aufblüht. Zwar stellt sich die Frage, wie die Simpsons sich eine Küche für 100.000 Dollar leisten können (das eingeblendete "Zwei Jahre später" ist zwar ein netter Gag, hilft bei der Erklärung aber auch nicht weiter), aber ist als Aufhänger für den Wettbewerb durchaus glaubwürdig.

Überaus unnötig sind die zahlreichen Homer-Quälereien, mit der doppelten "Elektroschock-Therapie" ("Und jetzt das gleiche nochmal!") als unseliger Höhepunkt. Unverständlich, warum man sich hier auf S12/13-Niveau herabläßt. Auch einige weitere Stellen wie Ralphs Malstift-Sandwich und das kotzende Schwein hätten nicht sein müssen, sind aber noch tolerabel, da nur sehr kurz. Teilweise erinnerten mich die cartoonig-slapstick-artigen Einlagen ziemlich an Family Guy, beispielsweise die Traumsequenz von Homer.

Der Fund der alten Playdude-Hefte setzt eine wirklich gelungene Nebenhandlung ein, die mir bedeutend besser gefällt als der Hauptplot. Zum Glück erhält sie mindestens einen ebenso großen Stellenwert und besticht demnach mit vielen witzigen Details, seien es nun die kindlichen Schwärmereien und Vorstellungen von Bart und Milhouse, die Baumhaus-Party oder die Stelle, an der Homer seinen Sohn "aufklärt". Gerade solche Szenen wecken Erinnerungen an die klassischen Folgen, sind sie doch geradezu aus dem Leben gegriffen und lassen die Personen nach ihren altbekannten Charaktereigenschaften handeln.

Marges zunehmende Frustration beim Wettbewerb wird recht gut dargestellt, kann mich aber nicht endgültig überzeugen. Lisa spielt ihre Rolle als "Gewissen" sehr gut, jedoch wünsche ich mir etwas mehr Selbstzweifel seitens von Marge; immerhin ist sie es selbst dann, die den Betrug zugibt. Trotzdem wirkt die Geschichte hier etwas flach und zu konstruiert, auch stellt sich der "alles schon einmal gesehen"-Effekt ein.

Der Hauptplot ist daher höchstens als "ausreichend" zu bewerten, jedoch reißt die Nebenstory einiges heraus, nicht zuletzt durch die zahlreichen netten Gags. Unverständlich jedoch, warum man als "Schlußgag" nochmal einen reichlich deplatzierten Hammer herausholen mußte, der nichts mit der eigentlichen Story zu tun hat. Mehr als eine 3- ist daher nicht drin.



Review von Christian Hackl

Ein Fingerhut voll Handlung, aufgeteilt auf anstrengende knapp 20 Minuten. Der schwache Plot ist mit vielen dümmlichen Gags aufgefüllt, über die kein Mensch lachen kann: das gewalttätige Ende, die kindische Sequenz, nachdem Homer Bart aufgeklärt hat, der tausendste Huuumer-Elektroschock-Witz (in zweifacher Ausführung), Huuumer im lustigen Mikrowellenherd ... ach, es ist sinnlos, darauf noch näher einzugehen.

Weder Marges moralisches Dilemma noch die Auflösung des Konflikts können überzeugen. Marges Movitation, den Wettbewerb unbedingt zu gewinnen, wird kaum erklärt, weshalb sich keinerlei Anteilnahme beim Zuschauer regen kann. Bei selbigem Wettbewerb flachen schließlich alle beteiligten Charaktere ab. Wie entsetzlich übertrieben das heutzutage sein muß. Alle Teilnehmer wollen aus purer Bösartigkeit Marges Beitrag zerstören. Agnes taucht sogar ihre Haare in Marges Topf. Ha ha, ist das vielleicht lustig.

Dann schafft es Marge zufällig gerade noch, als letzte in den Raum zu hechten, wo sie es zufällig ganz alleine und unbeobachtet den anderen heimzahlen kann. Von vorn bis hinten konstruiert. Lächerlich. Die Intelligenz des Zusehers beleidigend.

Schließlich läßt sich Marge von Lisa doch noch überzeugen, den Betrug zuzugeben. Das wirkt zumindest glaubwürdiger als der Rest, da Lisa ein paar wenige gute Dialogzeilen hat und einige Sympathiepunkte beim Publikum sammeln kann. Marge wirkt in der Folge dagegen völlig von der Rolle. Die ganze Betrugssache paßt nicht zu ihr.

Die Nebenhandlung ist, weil's so gut dazupaßt, langweiliges Mittelmaß. Bart ist viel zu dumm im Vergleich zu früher, aber wenigstens die Grundidee, daß er und Milhouse Homers alte Playdude-Hefte finden, ist realistisch. Das hätte mehr Potential gehabt.

Der Gaststarauftritt dokumentiert übrigens die Phantasielosigkeit der Autoren. Daß Bart einen Star in sein Baumhaus lockt, um Gäste zu unterhalten, ist keine neue Idee. Das gab es schon in Staffel 5. Dort wurde aber wenigstens gezeigt, wie Bart es überhaupt schaffte, den Auftritt Robert Goulets zu organisieren.

Daß Barts Lehrerin sich im Baumhaus ihrer Schüler aufhält und dort Männer verführt, muß man inzwischen schon achselzuckend hinnehmen.

Bleibt noch ein leidiges Thema: Was Ivar nämlich mit dieser Folge angestellt hat, geht auf keine Hutschnur mehr. Unverständlich, daß überhaupt noch von einer deutschen Synchronisation die Rede ist. Als ich nach ein paar Sekunden Bart das Wort "Cookie" sagen hörte, trug ich mich mit dem Gedanken, dem Fernseher Gewalt anzutun. Noch schlimmer die nächste Szene, in der Elisabeth Volkmann offenbar das Wort "Looky-Looky" in den Mund nehmen muß. That's sucky-sucky.

Auf sprachliche Schöpfungen wie "Geschäftstrottel" kann die deutsche Zuseherschaft ebenfalls verzichten. "Das ist so 90er Jahre" klingt genauso künstlich und falsch. Das nervende Vorlesen der Texte tut ein übriges. Wenn die restlichen Synchros in Staffel 16 auch so schlimm werden (und ich bin überzeugt, daß sie das werden), dann Gute Nacht.

Lust, sich den Kram ein zweites Mal zu geben, werde ich bis auf weiteres nicht verspüren. Nach dem tollen Ende von Staffel 15 gibt's zum Auftakt der neuen Saison gleich eine kalte Dusche.

Note: 4+