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Die Simpsons

Review von Chris Pfeiler

Fangen wir mit den negativen Aspekten an.

Mit der heutigen FABF08 zeichnet sich leider ein kleiner Durchhänger in der Staffel ab. Das Hauptproblem dieser Episode ist, daß man nach ca. 7 Minuten Laufzeit wohl bereits ihre besten Szenen und Ideen gesehen hat, der inhaltlich völlig unabhängige Rest beschränkt sich auf zu sitcomige Standardmuster, zu farblose Charakterisierung und oft laue Scherzchen.

Nach "Half-Decent Proposal" in S13 ist es bereits der zweite Auftritt von Artie Ziff (mit der Stimme von Jon Lovitz) bei Al Jean. War Artie aber in der herausragenden S13-Folge eine durchaus interessante Figur und auch eine durchdachte Weiterentwicklung seiner klassischen Rolle aus S2, so wirkt er in der heutigen Folge seltsam farblos und blass. Seine Charakterisierung wirkt sprunghaft, seine Motivationen gerade am Ende sind in dieser hastigen Form nicht nachvollziehbar.

Das Problem mag in einem Mangel an Laufzeit begründet liegen - leider ist aber auch recht deutlich, wofür diese Zeit verbraucht wurde: für eine ebenso nette, wie zu lange Vorgeschichte und für diverse relativ flache Scherzchen an meist unpassenden Stellen. So fällt auch negativ auf, daß Homer in der Folge kaum mehr zu tun hat, als Dummheiten von sich zu geben (ein deutlicher Rückschritt zu vielen anderen S15) und auch die obligatorische S1x-Gerichtssaalszene darf nicht fehlen.

Auch einige der Gags wirken mehr oder weniger mißlungen: Bart würgt sich selbst, Pattys und Selmas übertrieben spuckender Husten, Homer tritt Mann in die Familienjuwelen. Auffälliger Animationsfehler: bei der Pokerrunde bei Moe ist Barney abwechselnd gekämmt und ungekämmt zu sehen. Oder wurde das mittlerweile korrigiert?

Kommen wir zu den positiven Aspekten.

In den ersten 7 Minuten sehen wir (wie gesagt) die wohl besten Ideen der ganzen Folge: ein genialer Couchgag, die Filmtitelparodien ("The Fashion of Christ", "You´re in the Matrix, Charlie Brown") in bester Freeze-Frame-Tradition, das nette Re-Deadening (negativ nur der S1x- Standardgag mit Lennys Augen) und die visuell gelungene Parodie auf das Blair Witch Project auf dem Dachboden.

Danach lassen Stil und Humor zwar merklich nach, aber manch amüsante Stellen finden sich dennoch: "Why America loves Saddam Hussein", der vielleicht zu sinnbefreite Meta-Gag mit allen Jon-Lovitz-Charakteren bei Moe, Homer vor Gericht ("Inseminate myself? Dudes, I think this guy is coming onto me...") Hier überwiegen aber deutlich die mittel- mäßigen Gags und sitcomigen Einfälle. Nette Kontinuität: Krusty ist noch immer Mitglied im Kongress.

Fazit: eine Folge, die die Qualität des Anfangs nicht halten kann und in schwächere Scherzchen und zu farblose Charaktere abdriftet. Dan Castellaneta ist als Sprecher hervorragend, das Schreiben von Folgen scheint ihm aber nicht recht zu liegen. Mittelmaß, Note 3.



Review von Andreas Roth

Vorweg gesagt: Best Couchgag ever. Die Kamerafahrt vom Makroskopischen ins Mikroskopische und zurück ist einfach genial - wow! Auch der erste Akt - der leider mal wieder überhaupt nichts mit der eigentlichen Handlung zu tun hat - kann mit vielen guten Gags, schöne Parodien und netten "Freeze-Frame-Fun"-Szenen überzeugen. Zwar scheint es übertrieben, daß die Simpsonskinder nach Anschauen des Horrorfilms vor Angst schlotternd am Tisch sitzen (ist Bart wirklich so eine Memme? ;-) ), aber zumindest für die amüsante Blair Witch-Parodie lasse ich das noch durchgehen.

Was die eigentliche Geschichte um Artie Ziff angeht, muß ich leider sagen, daß sie ausgesprochen durchwachsen daherkommt. Zwar finden sich durchaus eine Reihe netter Szenen, aber überwiegend gerät die Folge zu einer losen Aneinanderreihung flacher Witzchen ohne tiefergehende Bedeutung. Nach der wirklich guten Artie Ziff-Folge in S13 gerät diese nur allzuleicht zu einem billigen Abklatsch, welche mit Effekthaschereien versucht, die Gunst des Publikums zu gewinnen.

Besonderer Schwachpunkt ist hier die Charakterisierung der Hauptpersonen, die praktisch zu Statisten für die Inszenierung von mehr oder weniger seichten Gags degradiert wurden. Wie schon weiter oben erwähnt, ist das Verhalten der Simpsonskinder viel zu sprunghaft, und auch Homer wirkt nur allzu dümmlich, wird er doch zu kaum mehr eingesetzt, als ein paar Phrasen zu dreschen und andere Leute zu quälen.

Ohne den starken ersten Akt würde diese Folge wohl völlig durchfallen, aber so bleibt sie einem wenigstens teilweise in guter Erinnerung. Im Vergleich mit den anderen Artie Ziff-Folgen fällt sie jedoch deutlich ab, da ihr jegliches Flair fehlt. Die Story bewegt sich auf sehr dünnem Eis (Was hat Artie auf dem Dachboden der Simpsons zu suchen?, um nur eine der vielen [un-]logischen Klimmzüge zu nennen) und wird zu kaum mehr als einer Aneinanderreihung von nur selten innovativen Gags verwendet.

Die deutsche Synchro tut ihr übriges, um den Eindruck nicht gerade zu verbessern; zwar sind die Hauptcharaktere recht gut gesprochen, aber gerade diverse Nebenfiguren verlieren durch die Standardsprecher sehr an Qualität (die Sprecherwechsel in letzter Zeit tragen natürlich ebenfalls dazu bei). Insgesamt kann ich nicht mehr als eine 4+ vergeben, wobei der gute erste Akt noch schlimmeres verhindert hat.