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Die Simpsons

Review von Chris Pfeiler

Fangen wir mit den positiven Aspekten an.

Verglichen etwa mit der holprigen und überfrachteten Satire von letzter Woche wirkt die heutige FABF04 im Bezug auf Ablauf und Stil erstaunlich schlicht und bodenständig. Der Hauptplot mit einem Homer/Bart-Thema ist ein recht deutliches Remake der Seifenkistenhandlung aus S3s "Saturdays of Thunder", was bis hin zur Verwendung identischer Musik reicht (Bobby Goldsboro). Der relativ schwarzhumorige Subplot mit Lisa und den Katzen wurde als zu gemein kritisiert, hat aber auch gewisse Qualitäten.

Bei beiden Plotlinien fällt auf, daß sie ungewöhnlich realitätsnah und charakterbezogen bleiben, sogar visuelle Gags sind unspektakulär. Auch die dezent überzeichneten Roboterkämpfe bleiben auf fast realem Grund. Es mag daran (und auch an der Notwendigkeit für die Story) liegen, daß die recht starke "Hau-den-Humer"-Tendenz in diesen Szenen kaum störend wirkt, zumal auf Scully-esque Blutfontänen deutlichst verzichtet wird. Lediglich der Erste-Hilfe-Kasten mit den Sprungfedern wirkt punktlos.

Der Humor ist eher zurückhaltend, wir haben aber einige nette Oneliner und Homerismen ("Why was I born a Dad?", "He knows just how I like my Martini - full of alcohol."). Die Roboterkämpfe haben auch einige nett satirische Aspekte, die Kommentatoren sind immer für einen amüsanten Spruch gut ("killing him softly with his saw".) Man beachte auch die sehr gelungene Animation mit ihren Lichteffekten und Kamerawinkeln.

Kommen wir zu den negativen Aspekten.

Die Folge ist teilweise wohl ein allzu offensichtliches Remake des Vorbildes aus S3. Nun war dies damals schon keine besonders heraus- ragende Episode, was am geringeren Potential des Homer/Bart-Themas liegen mag (dem die heutige Folge auch nicht viel hinzufügen kann.) Humor und Referenzen sind relativ schlicht und daher bisweilen mit einem etwas zu sitcomigen Touch. Ein paar Gags gehen daneben, etwa der Tamzerian-Bezug oder der schon erwähnte Erste-Hilfe-Kasten.

Fazit: nette Folge mit nettem Inhalt, der es als Remake aber etwas an frischen Ideen mangelt. Nun kann auch Schlichtheit in Humor und Ablauf eine positive Eigenschaft sein, auf der anderen Seite fragt man sich aber etwas, ob man die herausragende Animation nicht eher für eine innovativere Folge hätte verwenden sollen. Im Gesamtbild trotzdem noch interessant genug für eine freundliche Note 2-.



Review von Andreas Roth

Die heutige Folge hätte um Klassen besser sein können, wenn man diverse Szenen anders gestaltet oder ganz weggelassen hätte. Vor allem der Anfang ist sehr klassisch gehalten, fast fühlt man sich in alte S3/4-Zeiten zurückversetzt. Leider ändert sich das abrupt, als die Katzen-Geschichte einsetzt. Es ist einfach eine Frechheit, dem Zuschauer in kurzer Zeit drei tote Haustiere vorzusetzen und daraus sogar noch eine Art Running-Gag zu machen. Daß am Ende wieder alles beim alten bleibt, macht die Sache nur noch schlimmer - hier wurde schlichtweg Zeit geschindet, um die Episode zu füllen.

Die Geschichte um Bart und Homer ist da schon viel besser, und auch wenn die Idee zu großen Teilen aus "Das Seifenkistenrennen" recycled ist, geht der Roboter-Kampfwettbewerb - wenn auch für sich betrachtet reichlich unrealistisch - in Ordnung, sind doch viele nette Szenen zu sehen (sehr schön z. B. der kurze Auftritt von Jessica Lovejoy). Mit der Homerquälerei hat man es etwas übertrieben, ein paar Ekelszenen weniger wären mir lieber gewesen. Aber wie es aussieht, muß man heutzutage wohl damit leben.

Sehr gut gefallen hat mir die Animation mit ihren Schatten- und Lichteffekten, die viel zur Atmosphäre beigetragen haben. Die deutsche Synchro reicht natürlich wie üblich nicht an die Qualität der OV heran (atmosphärisch gesehen), war diesmal aber durchaus in Ordnung. Störend aufgefallen ist mir nur die Verkäuferin in der Tierhandlung, die man eindeutig als Sprecherin von Milhouse erkennen konnte. Auch wenn die Katzenstory reichlich grober Unfug war, konnte die Schlußszene mit Lisa und Snowball II/V und den wiederholten Explosionen von Gils Wagen zumindest optisch gefallen.

Überragende Gags waren nicht vorhanden, jedoch gab es durchaus den einen oder anderen Anlaß zum Schmunzeln, z. B. Milhouse halsbrecherischer Weg zu Bart, die Szenen mit den Bullies oder auch Lisas Retourkutsche an Rektor Skinner/Tamzarian. Die Auftritte der Katzenlady sowie von Gil wirken zu konstruiert, ich hätte mir z. B. eher gewünscht, daß Lisa am Schluß eine Katze zuläuft, die wie Snowball II aussieht.

Als ich diese Folge zum ersten Mal sah, war ich ziemlich enttäuscht über die Geschichten, aber ich muß sagen, beim zweiten Ansehen hat sie mir etwas besser gefallen, vor allem wie erwähnt wegen der Animation sowie den klassischen Storyelementen. Die Mängel sind natürlich offensichtlich und drücken die Note deutlich nach unten, aber eine 3- kann ich vergeben.