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Die Simpsons

Review von Chris Pfeiler

Fangen wir mit den positiven Aspekten an.

Die Folge hatte nach ihrer Ausstrahlung in den USA einen eher schlechten Ruf und galt allgemein als recht mißlungene Satire. Nach mehrmaligem An- sehen muß ich dieser Meinung aber fast etwas widersprechen. Speziell im Detail finden wir hier durchaus recht gute und auch klassische Ideen und sozialsatirische Ansätze (das übliche "Gruppenverhalten" in Springfield, Kinderverhalten vs Gesellschaft, Manipulation durch die Medien.)

Wenn man sich z.B. Lindsay Neagles TV-Werbespot ansieht ("Families come first will hurt my family") dann hat das etwas von der Absurdität eines klassischen Spots aus z.B. "Two Cars" oder "SSB Roberts". Selbst Homers Spot ("Out of State") ist amüsant, ebenso einige Oneliner und Schilder. Lindsay Neagle ist ein typischer Scully-Ära-Charakter, hat jedoch auch ein paar nette Szenen ("Children are the future. Today belongs to me.")

Ein Problem der Folge dürfte gerade hierzulande sein, daß sie sich sehr oft und sehr viel auf (pop)kulturelle Bilder und Zitate aus den USA be- zieht. Das Babyfestival im Regen, Tinky Winkys "not guilty", die Babies am Helikopter, die fallende I&S-Statue - allein das sind Referenzen auf Woodstock, auf James Brown, auf die Evakuierung von Saigon und auf den Fall der Saddam-Statuen im Irak. Über all die vielen Referenzen in den Einzelszenen wurde aber IMO ein schlüssiger Plot etwas vernachlässigt.

Kommen wir zu den negativen Aspekten.

Die Folge hat gute Einzelideen, im Gesamtbild wird das Potential aber wenig genutzt. Einige Gags sind recht plump und einfallslos (etwa die Reality-Parodien am Anfang inkl. Krokodilbiss zwischen die Beine oder Homer und der Hammer bzw. als Slapstick-Curly). Die Roofi-Gags ziehen sich zu sehr in die Länge, manche Szenen wirken auch dezent recycelt. Eine leider nicht unerhebliche Anzahl an Gags geht schlicht daneben.

Die satirischen Aussagen sind teilweise relativ aufdringlich, bleiben am Ende aber trotzdem recht schwammig und konstruiert. Die Auflösung passiert in kürzester Zeit und wirkt zu holprig und unlogisch. Wurde in Springfield nur in der Grundschule abgestimmt? Oder warum bedeutet ein simples Aufhalten der Erwachsenen dort das Scheitern der gesamten Abstimmung? Echte Ansätze sind da, das Resultat überzeugt aber nicht.

Es fällt übrigends auf, daß die Folge am Ende mit der vorher auf snpp beschriebenen Handlung (Marge übernimmt Radiosendung etc.) nicht viel zu tun hatte. Das und der bisweilen holprige Plot mit seiner hastigen Auflösung mag auf zahlreiche re-writes der Folge verweisen.

Fazit: eine Episode, der man inhaltliche Ambitionen durchaus anmerken kann, die im Endeffekt aber eine IMO zu uneinheitliche Story hat. Die Gags und satirischen Qualitäten sind nur zum Teil gelungen, das Thema hätte einen schlüssigeren Inhalt verdient. Mittelmaß, Note 3.



Review von Andreas Roth

Diese Folge gehört wie so viele in die Kategorie "gute Idee, schlechte Umsetzung". Es ist schön, wenn die Simpsons auf eine satirische Art und Weise versuchen, bestehende Gesellschaftsprobleme zu thematisieren, aber hier geht der Schuß eindeutig nach hinten los, zu konstruiert und verworren ist die Geschichte.

Doch fangen wir von vorne an. Der erste Akt ist noch mit am gelungensten, parodiert er doch auf herrliche Weise die typischen Kinderstars, Teletubbies und Co. Die mit zahlreichen Referenzen gespickten Szenen beim Konzert sind witzig anzusehen, und es tut gut, endlich wieder einmal Maggie in einer tragenden Rolle zu sehen (sie ist ja auch zu niedlich :-). Weniger schön waren allerdings die prügelnden Polizisten und die Homerquälereien.

Der Übergang zu Marges Bürgerinitiative war etwas holprig, und leider zieht sich diese Unruhe auch durch die komplette restliche Folge durch, man merkt deutlich, daß es etwas an Laufzeit fehlt. Leider wirken die Charaktere auch recht hölzern, vom früheren Elan der Serie ist nur wenig zu spüren.

Immer wieder trifft man auf Storyelemente, die so oder in ähnlicher Form schon früher einmal vorgekommen sind, und fast immer sehen sie in dieser Folge deutlich schlechter aus. Die Schlußszene birgt zwar einen gewissen Überraschungseffekt, kann aber ebenfalls nicht restlos überzeugen. So bleibt am Ende eine eher durchwachsene Episode zurück, die zwar in Teilb ereichen durchaus gelungen ist, aber insgesamt zu hastig und unausgewogen wirkt. Note 3.