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Die Simpsons

Review von Andreas Roth

Ich kann mich nicht mehr genau an die OV erinnern, aber soweit ich weiß, war mein Eindruck damals sehr viel besser als der nach dem Schauen der DV. Natürlich ist die Episode wahrlich kein Meisterstück, besticht aber durchaus durch nette Einfälle, und auch die Story ist einigermaßen konsistent.

Positiv zu erwähnen ist, daß keine Zeit mit unnötigen Einleitungen oder Nebenhandlungen vergeudet wird, sondern schon nach der ersten Szene mit der eigentlichen Handlung, der beginnenden Weihnachtszeit, begonnen wird. Homer wird als geiziger Egoist dargestellt, fast noch schlimmer als Mr. Burns, der immerhin Caféteria-Gutscheine im Wert von fünf Dollar verteilen läßt. Das klassische Thema des in der Vergangenheit lebenden Burns wird wiederaufgenommen und trägt dabei ebenso zum charakterkonformen Verhalten bei wie die Gier des CBG nach ebensolchen Sammlerstücken.

Daß die Simpsons ihren neuerworbenen Reichtum sogleich in materielle Güter umsetzen, ist ebenfalls nicht neu, genausowenig wie der gleich darauf folgende Ruin, bei dem nicht einmal mehr Geld für einen vernünftigen Weihnachtsbaum übrig bleibt. Einige Gags sind zwar ein wenig krud geraten, aber daran müssen wir uns in den aktuellen Staffeln wohl gewöhnen. Wenigstens bleiben wir von Ekelszenen verschont, und es gibt auch keine unnötige Gaststar-Invasion.

Die klassische Weihnachtsgeschichte von Dickens wird Simpsons-gerecht umgesetzt, zwar meilenweit entfernt von der Brillianz der frühen Jahre, aber wenigstens ohne allzugroße Übertreibungen. Der Chloroform-Einsatz in Apus Wohnung hätte aber nicht sein müssen. Witzig gemacht war der Weihnachtsstern, der sich als Leuchtkugel von Hans Maulwurf entpuppte. Das Ende der Folge gerät ein wenig zu amerikanisch-kitschig, was aber nicht allzu tragisch ist. Insgesamt betrachtet eine Folge ohne besondere Höhen, aber auch keinen nennenswerten Tiefschlägen, deshalb eine glatte 3.

Speziell zur DV läßt sich sagen, daß sie zwar übersetzungstechnisch soweit in Ordnung ist, aber eine richtige Weihnachtsstimmung einfach nicht aufkommen will. Sie wirkt einfach ein gutes Stück flacher und unambitionierter, so daß der Eindruck hier eher durchwachsen ist.



Review von Chris Pfeiler

Fangen wir mit den positiven Aspekten an.

Ich halte die Folge für die beste Weihnachtsfolge seit S7 und "Marge Be Not Proud" und kann die vielen negativen Meinungen auf [NeSp] daher auch absolut nicht nachvollziehen. Das ist IMO einer jener Episoden, die in 20 Minuten mehr gute Einfälle hat, als eine Scully-Staffel in etlichen Folgen zusammen. Der Plot mag etwas simpel wirken, aber wie in jeder guten OFF-Folge steckt da IMO mehr drin.

Viele gute Einfälle, Homerismen, Referenzen. Allein die Parodie auf die diversen popkulturellen Verballhornungen von Dickens "Christmas Carol" ist gelungen, speziell auch Scottys "He´s showing visions of me future. God, I´m so fat..." Viele andere astreine Gags, z.B. die Buddha-Fantasie, das retuschierte Foto, "just like that stairway to heaven Jesus sang about", die Grinch-Parodie und vieles mehr. Gute Kontinuität, z.B. Lisas Buddhismus, Nelsons Vater-Problem.

Der Schluß wurde als zu konformistisch kritisiert, daß trifft es IMO aber auch nicht. Da steckt wie in der ganzen Folge Satire im Detail, man beachte z.B. eine Umkehrung der Grinch-Aussage (der Springfield- Mob singt erst, als sie ihre Geschenke zurückbekommen.) Die Qualität der Animation und der Sprecher (vor allem auch Dan) ist astrein.

Kommen wir zu den negativen Aspekten:

Negativ fallen nur wenige Szenen auf, speziell bei den Charakteren gibt es einige dezente Ausrutscher wie Marge am Esstisch sowie ein paar Ned-Szenen. Zu den eher S1x-mäßigen Gags gehört sicher Grampa im Schnee, während die fiese Moleman-Szene im Grunde einem Running Gag entspricht, den es mindestens seit S4 gibt. Die Qualitäten bei Humor, Referenzen und Ideen gleichen die Probleme IMO aus.

Fazit: beste Weihnachtsfolge seit Jahren. Gute Gags, gute Balance, guter Inhalt und sogar ein funktionierender Schluß. Note 1-