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Die Simpsons

Review von Chris Pfeiler

Zum heutigen THOH XIV (dem letzten EABF-Nachzügler von S15) könnte ich meinen üblichen Kritikpunkt wiederholen: waren viele THOH-Segmente und Parodien in klassischen Staffeln durchaus auch atmosphärisch (z.B. The Raven, The Shinning etc.) oder sogar mit satirischen Inhalten (Citizen Kang), so tendieren aktuelle THOH oft stärker zur geradlinigen Parodie mit direktem, visuellem Humor. Dadurch fehlt es etwas an Ausgleich.

Im Unterschied zum letzten Jahr - als nur das erste Segment halbwegs ansprechend war - haben in der heutigen Folge aber alle drei Stories durchaus Qualitäten und nette Einfälle. Der kurze Auftritt von Kang und Kodos dürfte in der DV übrigends etwas danebengehen, da sich ihr Geläster über eine Halloween-Episode im November auf den Sendetermin im November 2003 in den USA bezieht. Zu den Segmenten:

Der "Reaper Madness"-Plot ist vom Potential her das interessanteste Segment, leider ist es jedoch auch das kürzeste. Gute Oneliner und Dialoghumor mit netten Referenzen (inklusive des Wechsels von Benny Hill zu Ingmar Bergman in einer Szene) und visuellen Gags. Ein paar eher mißglückte Gags ("Run like the wynd") stehen auf der negativen Seite. Mit etwas mehr Laufzeit hätte das Segment neben dem schwarz- humorigen auch das atmosphärische Potential besser nutzen können.

Die "Frinkenstein"-Story ist die wohl am meisten kritisierte, da sie sich sehr stark auf visuelle Gags und recht kruden "Splatter"-Humor stützt. Auf der anderen Seite haben wir auch hier gute Einfälle und einen ebenso gutgelaunten Jerry Lewis als Gastsprecher. Man beachte auch Homers völlig deplatzierten Meta-Kommentar "I wish I was Death again. That was cool". Auf sowas muß man erstmal kommen. Amüsant.

Das "Clockstopper"-Segment hat IMO das Problem, daß es zuviel Laufzeit für zuwenig Handlungssubstanz verwendet (gerade jene Laufzeit, die man besser für das erste Segment hätte verwenden sollen). Nettere Gags im visuellen Bereich, aber zu häufig nach gleichem Schema. Zu den besten Einfällen im Dialogbereich gehören noch Barts "Just like a background character in a Hanna-Barbera-Cartoon" und Milhouse "You say it first." Der Schluß ist überdreht, aber dem Schluß von THOH V nicht unähnlich.

Fazit: besser als das THOH vom letzten Jahr, aber zum Teil immer noch mit den typischen Problemen der S1x-Treehouse. Jede Menge Einfälle im Detail stehen einem kruden Humor (den man bei THOH nicht so eng sehen sollte), einem Mangel an Atmosphäre und einer ungünstigen Verteilung der Laufzeit gegenüber. Note 3+



Review von Andreas Roth

Die letzten THOHs waren ja nicht immer das Gelbe vom Ei, und auch diesmal bleibt der ganz große Knüller aus. Die Geschichten haben zwar durchaus Substanz, wurden aber teilweise mehr schlecht als recht umgesetzt und bauen zu sehr auf kruden Splatter-Humor auf, der in einem THOH zwar durchaus angewandt werden darf, allerdings wünsche ich mir doch etwas mehr Abwechslung.

Das erste Segment ist bis auf wenige Ausnahmen, wie z. B. der Stadionszene, wirklich gut gemacht und kann auch einige Überraschungseffekte bieten, z. B. als Homer versucht, Gott zu täuschen. Zwar haben wir den Slapstick im Benny-Hill-Stil nun schon mehrmals gesehen, aber auch hier verfehlt er nicht seine Wirkung und ist sehr witzig anzusehen. Note: 2+

Schlechtestes Segment ist eindeutig Teil zwei, welches zwar wie gesagt ebenfalls auf einer guten Idee basiert, allerdings sagt mir die leichtfertige Verwendung von Splatterelementen im comichaften Stil überhaupt nicht zu. Bis auf die Szene vor dem Nobelpreisverleihungsgebäude sowie Homers Kommentar über seinen "vorherigen Job" konnte mir diese Geschichte auch kaum ein Schmunzeln entlocken, deshalb kann ich kaum mehr als eine 4- vergeben.

Von der Geschichte her wieder sehr gelungen ist das dritte Segment, sehr positiv ist vor allem, Bart und Milhouse einmal wieder als "richtige" Kinder zu sehen, die zu allerlei Schabernack aufgelegt sind. Die klassische Story-Idee wurde bis auf das etwas unausgegorene Ende sehr gut umgesetzt und weiß auch in Sachen Witz zu überzeugen. Note: 2

Insgesamt betrachtet ist dieses THOH zwar nicht weltbewegend, aber doch eine recht nette Folge, die leider wie üblich in der DV einiges von ihrem Schwung verliert. Das zweite Segment zieht die Gesamtbewertung deutlich herunter, so daß es insgesamt nur eine 3+ geworden ist.



Review von Tobias J. Becker

Zunächst einmal zum Rahmen. Früher war es so, dass die Rahmenhandlung noch in der Simpsons-Realität angesiedelt war (oder dieser sogar noch eine metahafte Ankündigungsszene vorangestellt war) und erst am Ende mit der erzählten Fantasie verschmolz, und so gefiel es mir eigentlich auch besser. So ist es leider schon lange nicht mehr, was der Athmosphäre IMHO schadet. Der Rahmen ist jetzt nur noch horrormäßig brutal. Der Seitenhieb Kangs und Kodos', dass die Simpsons-Halloween- Folgen seit einiger Zeit erst Anfang Novemberausgestrahlt werden, ergibt im Deutschen natürlich keinen Sinn, allerdings ist es mir auch lieber, wenn ProSieben die Folge zu/VOR Halloween sendet, wie es sich auch gehört ;-)

REAPER MADNESS
Die Idee, dass des den Tod nicht mehr gibt und deshalb nun jemand anderes seinen Platz einnimmt, dessen Qualikfikation zweifelhaft ist, ist einfallsreich und passt gut zu Homer, ist allerdings keineswegs neu. In einer "Family Guy" - Folge ging es auch genau darum, wenngleich der Tod da nicht starb, sondern nur mit gebrochenem Knöchel außer Gefecht gesetzt war. Eine Schießerei ohne Tote gab es auch dort, aber ansonsten hat die Simpsons-Version auch einige eigene nette Einfälle, z.B. der "Beruf-meines-Vaters"-Tag, bei dem Lisa einen eher ungewöhnlichen Beruf vorstellt... Oder die Benny-Hill-Show-Verfolgungsjagd. Oder dass Jasper Homers Vorgänger "Doug" gut leiden konnte ;-)
Note 2, vielleicht 2+

FRINKENSTEIN
Eine Mischung aus (ach?) Frankenstein und Forever Young, die eigentlich nur durch den zur Abwechslung wirklich mal gut eingesetzten Gastauftritt von Jerry Lewis als Professor Frink Sr. überzeugen kann. Die Sucht (?!) des Herrn Frink sr. nach Organen ist nicht wirklich verständlich. Klar, er braucht neue Organe, aber warum ihn das auch noch, obwohl er schon genüg hat, süchtig macht, will sich mir nicht erschließen. Wieder einmal wie schon bei einer gewissen Malstift-Folge wird der Fehler begangen, zu verkennen, dass ein höheres Denkvermögen keine Beweise für oder gegen etwas ersetzen kann ("The pyramids were actually built by seers"), was für mich nur ein müder Gag ist. Ein schöner Einfall ist dann aber noch, dass Frink sr. aus der Verleihung eine Stand-up-Comedy-Show macht, Homer eine Referenz auf das erste Segment macht ("Ich wünschte, ich wäre wieder der Tod. Das war cool") und das Frink sr. mit den gleichen "Worten" stirbt wie der Frink-Truthahn in der letztjährigen THOH-Folge.
Note 3-/4+

STOP THE WORLD, I WANT TO GOOF OFF
Auch eine science-fiction-haftige und spaßige Episode, die wieder viel "Wahres" offenbart. Selbst als einer von zwei "lebenden" Menschen kann man Milhouse immer noch kaum als cool bezeichnen und all die Streiche, die man schon immer mal spielen wollte, machen irgendwann einfach keinen Spaß mehr. Vor allem, wenn sich niemand mehr darüber ärgert. Bevor es aber soweit kommt, gibt es in einem Potpourri mal wieder allerlei (multi-)Bart-mangled banners, kleinere Streiche und ein Spielen mit Nelsons "Ha-ha".
Note 2+

In der Gänze hat es mir aber recht gut gefallen. Kein Vergleich mit den ersten beiden THOHs, aber das sage ich ja jedesmal. ;-)
Gesamtnote: 2-