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Die Simpsons

Review von Chris Pfeiler

Hier vorab geschrieben ein kürzeres Review zur Folge. Fangen wir mit den positiven Aspekten an.

Die heutige EABF20 setzt die positive Tendenz von letzter Woche fort und bietet uns eine musikalische Folge mit parodistischen Elementen, besonders auf "Evita" bezogen. Dabei wird die Folge aber nie zu einer Frontalparodie und bleibt auch für Nichtkenner des Musicals gelungen.

Besonders lobenswert sind die zahlreichen Songs, die in ihrem Einfallsreichtum die üblichen (und oft deplatziert wirkenden) Songeinlagen der bisherigen S1x-Folgen weit übertreffen, auch wegen der brillianten Gesangsdarbietung von Yeardley Smith (die ja hoffentlich in der DV nicht eingedeutscht wird, abgesehen von falschen Untertiteln.) Die Songs der Folge waren für den Emmy nominiert, haben ihn aber (genau wie die Oper aus F3K) nicht bekommen.

Man beachte auch die Qualität der Animation, die Kamerawinkel oder den Szenenwechsel nach dem zweiten Song. Viele gute Gags, nett kurzer Auftritt von Gaststar Michael Moore. Die Charakterisierung ist in Ordnung, gerade Lisa-Fans werden sich über die Folge freuen (was für ein Unter schied zu den platten Lisa-Folgen in den Scully-Jahren.)

Kommen wir zu den negativen Aspekten.

Es sind relativ wenige zu finden. Die Songs haben sicher nicht ganz die Schärfe und den Einfallsreichtum einer "Simpsoncalifragi...". Der Plot an sich ist etwas simpel, was aber bei einer Musicalfolge üblich ist. Homer hält sich mit Auftritten zurück, stört bisweilen aber etwas als Pausenclown (rosa Tütü). Das Ende wurde als zu hastig kritisiert, das ist aber wieder das übliche "everything back to normal"-Problem.

Fazit: sehr schöne Musicalfolge mit einfallsreichen Songs. Eher simpler Plot, aber das liegt hier in der Natur der Folge. Freundliche Note 1-



Review von Andreas Roth

Auch wenn ich mit Musicals und ähnlichen Gesangseinlagen im Allgemeinen nicht viel anfangen kann, gefallen mit solche musikalischen Szenen bei den Simpsons immer sehr gut, und im Gegensatz zu den deutschen Sprechern können Yeardley Smith und Co. wirklich gut singen. Die Songs sind zwar im Vergleich zu "Das magische Kindermädchen" oder auch "Bühne frei für Marge" nicht ganz so mitreißend, aber für S1x-Verhältnisse doch überdurchschnittlich gut.

Die Story ist gut durchdacht und bietet bis zum Schluß immer wieder Überraschungsmomente, so daß selbst das etwas abrupte "Back to normal"-Ende durchaus logisch und nicht konstruiert erscheint. Mag sein, daß ich wegen meiner Vorliebe zu Schul- und natürlich besonders zu Lisa-Episoden etwas zu freundlich bewerte, aber ich habe mich an keiner Stelle gelangweilt, und es blieb auch nirgendwo ein schaler Nachgeschmack zurück.

Allenfalls Marges Spielsucht hätte man etwas unaufdringlicher inszenieren können, und auch der wütende Mob im Wohltätigkeitscasino blieb etwas flach. Zwar trat auch diesmal Homer in seiner fast schon standardmäßigen Rolle als "Pausenclown" auf, aber die Szene war glücklicherweise nur kurz und konnte sogar ein wenig zum Schmunzeln anregen. Auch hinsichtlich des Humors braucht sich die Folge nicht zu verstecken, viele kleine und gut platzierte Szenen lockern die Story auf. Großartig inszeniert ist auch Lisas "Verwandlung" zur Schulsprecherin, sowohl was das Outfit, die Kameraführung sowie die Musik angeht.

Wie üblich leidet die Qualität der Episode in der DV ein wenig, aber vor allem die Simpsons-Sprecher sind diesmal deutlich besser als letzte Woche. Ganz an die alten Zeiten reicht diese Folge zwar nicht heran, aber sie ist nahe dran, deshalb vergebe ich - unter der Berücksichtigung des allgemeinen Qualitätsniveaus von S1x - eine glatte 1.



Review von Joerg 'FTF' Starke

Insgesamt eine sehr schöne Folge, welche durchaus durch ihre Lieder überzeugen konnte. Die sehr schöne Stimme von Y. Smith macht diese Episode auch in der deutschen Version äußerst erträglich, die Untertitelung der Lieder war gut und nicht zwanghaft.

Einzelne Schwachstellen gab es natürlich auch, so zum Beispiel Homers anfänglicher Ausflug in die Szene. Generell hatte Homer in dieser Folge keine wirkliche Handlung, daher gilt auch hier meine Meinung, daß er besser gar nicht erst hätte mitspielen sollen, anstatt nur vereinzelt durch Klamaukaktionen aufzufallen.

Inwieweit Skinners Aktivitäten zu seiner Rolle passen möchte ich hier nicht ausführen, derartiges ist man aus den neuen Folgen bereits gewohnt.

Und auch, wenn ich keine Ahnung habe, wer denn nun Eva Perron war, hat die Folge durchaus Spaß gemacht, so daß ich gerne 13 Punkte vergeben möchte.



Review von Tobias J. Becker

Das war wirklich mal wieder eine Folge nach meinem Geschmack. Passende Gesangseinlagen verbunden mit einer Musical-Parodie in einer gesellschaftskritischen Episode vom gleichen Schlag wie Episoden alter Zeiten - das haben wir endlich mal wieder genießen dürfen. Eine genauere Kenntnis des Musicals "Evita" ist dazu allerdings gar nicht unbedingt notwenig, im Gegenteil. Die Parallelen zwischen Lisa und Eva Perón sind bei genauerem Hinsehen doch nicht so groß (bei ganz genauem Hinsehen gibt es dann doch wieder ein paar Sachen...), insbesondere die Beziehung zur Obrigkeit - hier Rektor Skinner, Chalmers und die anderen Lehrer, in Evas Falle Colonel Perón und seine Parteigenossen - ist doch ziemlich verschieden. Colonel Perón sieht in ihr anfangs hauptsächlich eine Konkubine, entdeckt aber schnell, dass sie das Potential zu einem politischen Spielball hat. Sie ist schon bald als Repräsentantin des Volkes mit Perón, der durch einen Militärputsch gerade erst an die Macht kam, verheiratet, was ihm den Halt des Volkes stärkt. Ansonsten soll sie aber nicht viel zu sagen haben. Bis dahin finden wir auch noch die Entsprechungen in der Folge. Lisa gewinnt auf erstaunlich niveauvolle Weise (aber auch durch Schützenhilfe durch die Lehrer, was das Image angeht) Popularität unter der Schülerschaft (dagegen hat Nelson überraschenderweise keine Chance - wie war das doch gleich mit dem lowest common denominator? Von wegen, große Klappe und nichts dahinter!) und wird ihr Vertreter. Ihre Aufgaben sind allerdings rein repräsentativ. Dann jedoch versucht Skinner, den durch das Streichen der Fächer Sport, Kunst und Musik zu erwartenden Aufruhr abzumildern, indem er es als von der unachtsam gewordenen Lisa befürwortet verkündet. Doch das geht schief. Die Schüler wenden sich nicht nur gegen Skinner, sondern auch gegen die eben noch so plötzlich populäre Lisa. Anders dagegen Evita, die den Spieß herumdreht: Nachdem sie schon vorher immer durch Manipulation und Umgarnen diverser Herren sich nach oben manövrierte, setzt sie ihre Taktik nun auch bei ihrem Ehemann fort. Zum großen Missfallen der konservativen Schicht bewegt sie ihn zu einigen liberalen Entscheidungen, die auch die unteren Schichten finanziell begünstigen. Sie veranstaltet Spendenaktionen, bei der aber offenbar auch ein größerer Teil in die eigene Tasche fließt, aber wen stört das schon? - Sie ist eine Heilige! Lisa erkennt ihren Fehler (bezeichnenderweise hat Bart das ganze Spiel Skinners schon von Anfang an durchschaut) und verkündet den Rücktritt von ihrem Amt, ruft aber als letzte Amtshandlung den Generalstreik der Schüler aus. Diese gehen nun auf die Barrikaden und demonstrieren für die Wiedereinführung der gestrichenen Fächer. Skinner, der keine andere Wahl mehr sieht (positiv: Die Direktion wird nicht einfach als das "Böse" dargestellt, auch sie hat mit den Budgetkürzungen, die irgendwie verkraftet werden müssen, zu kämpfen), erklärt schließlich, um den Redelsführer loszuwerden, dass Lisa für ihren großen Einsatz auf die Begabtenschule versetzt wurde. Lisa nimmt an. Einerseits bringt sie das persönlich weiter, andererseits ist sie traurig, "ihr Volk" zurückzulassen. Evita verlässt ihr Volk auch. Sie geht auf "Regenbogen-Tour" durch Europa, weil sie etwas von der Welt sehen will. Sie kehrt aber zurück nach Argentinien. Dort wird ihr Krebs diagnostiziert und ehe etwas über ihre Machenschaften bekannt werden kann, stirbt die von ihrem Volk angebetete Eva Perón im Alter von nur 33 Jahren. Bei Lisa geht das alles etwas bodenständiger zu - geradezu abrupt bodenständig. Homer ist nicht bereit, jeden Tag 45 Minuten zu brauchen, um Lisa zur Schule zu fahren, weshalb sie wieder zur normalen Springfielder Grundschule muss. Dort hat man es inzwischen geschafft, die gestrichenen Fächer wieder zurückzubringen - durch einige Geschäfte am Rande der Legalität. Aber was soll's, was gewollt wurde, wurde erreicht. Note 1-