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Die Simpsons

Review von Christian Pfeiler

Wie üblich sehen wir am Anfang der Staffel erstmal einige Nachzügler mit P-Code aus der vorherigen Staffel. Im Unterschied zu den S13-Nachzüglern in S14 (die meist ziemlich mißlungen waren), sind die EABF-Folgen in S15 aber generell gut gelungen und teilweise den FABF gleichwertig.

Fangen wir mit den positiven Aspekten an.

Es ist sicherlich immer ein möglicher Problemfall, wenn sich eine neuere Folge an der Fortsetzung einer klassischen Plotlinie versucht, vor allem im Bezug auf die starken Stil- und Qualitätsunterschiede. Da sich gerade S15 aber wieder eher in eine klassische Richtung orientiert, klappt eine Fortsetzung der S7-Handlung von "Mother Simpson" hier erstaunlich gut.

Auch wenn die heutige Episode im Vergleich zur S7-Story etwas schneller wirkt (gerade beim ersten Ansehen hatte ich diesen Eindruck), nimmt sie sich doch genügend Zeit, um Charakteren und Plot eine gewisse Substanz zu geben. Der Plot an sich ist zwar nicht sonderlich einfallsreich, die Umsetzung funktioniert aber gut und mit netten Ideen im Detail. Auch die schlüssige Kontinuität ist lobenswert, nur die Szene mit dem "Grimey"- Grabstein wirkt hier etwas aufdringlich.

Gelungene Einfälle der Folge sind etwa die "Beautiful Mind"-Parodie mit Homer ("This is what happens when I go 6 hours without sleep"), die 60s Montage, Monty Burns "terrorizing children in a 19th century woodcut", die Szenen im Bus ("Now the really innocent") und generell recht viele Oneliner oder Schildergags ("When the H-Bomb isn´t enough"). Die Folge vermeidet übermäßige wackiness, die Charakterisierung ist in Ordnung.

Kommen wir zu den negativen Aspekten.

Diese Folge macht zwar vieles richtig, trotzdem hat sie im Gesamtbild nicht die gleiche Qualität wie "Mother Simpson". Als Kritikpunkt sind IMO verschiedene Szenen zu sehen, z.B. Barts "Geburt", die inzwischen obligatorische Gerichtssaal-Szene (es bleibt nicht die einzige in S15), Sideshow Mels unlustig-theatralischer Redeschwall. Gil ist als Ersatz für Lionel Hutz nach wie vor nicht wirklich ansprechend. Einige Jokes sind schlicht recycelt, etwa der Blick in Homers Gedanken.

Gibt es zur Synchro was zu sagen? Es sind wohl einige Stellen drin, die recht schwer zu übersetzen sind, etwa Homers Zeitungsmeldungen.

Fazit: gut gelungene Folge mit netten Einfällen, als Fortsetzung einer klassischen Handlung durchaus ohne viel Kritik annehmbar (was für eine neue Folge doch ein ziemlich großes Lob ist). Note 2+

Chris



Review von Andreas Roth

Gerade in S1x-Zeiten sind die Erwartungen natürlich hoch, wenn es an Fortsetzungen von Klassikern wie "Wer ist Mona Simpson?" geht. Zwar reicht "Wiedersehen nach Jahren" natürlich nicht an seinen Vorgänger heran, ist aber überraschend gut gelungen, auch was die Kontinuität angeht. Die Haupthandlung wird geschickt eingeleitet und beginnt zügig, so daß genügend Zeit auch für kleinere Details bleibt. Nichtsdestrotrotz bleibt ein wenig der Eindruck, daß manches zu schnell geht, man kann dies jedoch auch dem Grundgedanken der Episode, "auf der Flucht", zuordnen.

Die Figuren verhalten sich weitgehend charakterkonform, nur selten gibt es wirklich störende Szenen (ich habe z. B. nichts gegen Gil, aber als Rechtsanwalt ist er definitiv fehl am Platz). Ein großes Plus ist auch der Humor, viele Gags sind gut gelungen, besonders der Fernsehrückblick auf die 60er sowie Burns' Darstellung als Kinderquäler auf einem alten Holzschnitt sind einfach köstlich.

Die Synchro nimmt der Folge leider viel von ihrer Atmosphäre, vor allem Burns und Gil klingen total "verstimmt", aber auch die Sprecher der Simpsons haben sich nicht immer Mühe gegeben. Insgesamt betrachtet ist die Folge kein Highlight, aber eine durchaus solide Episode - Note 2.



Anmerkungen von Tobias J. Becker

Note: 2- (10 Punkte)
Es kam in neuerer Zeit immer wieder vor, dass man die Fans der "alten" Simpsons zufrieden stellen wollte, indem man irgendeine frühere Folge oder ein Element wieder aufnimmt, die Sache dabei aber leider verwurstet hat, dass es nur um so ärgerlicher wurde. Hier ist es erfreulicherweise anders. Diese Folge bringt uns zwar nicht wirkliches Neues, aber dafür stört sie auch nicht. Dass Mona an Homer versteckte Botschaften in Artikeln mit Schlagzeilen hinterlässt, die Homers Aufmerksamkeit erwecken, ist ein schöner Einfall. Auch die praktische Ausführung dieser Szenen gefällt mir gut, wie da jedes, durch die Anfangsbuchstaben der Zeilen gebildete Wort in einer anderen Farbe aufleuchtet. Marge tut Homers Entdeckung für Unsinn ab, der hört - aus guten Grund (die Stelle erinnert auch an "Simpsoncalifragilisticexpialia(annoyedgrunt)") - nicht auf sein Gehirn, sondern seinen Kopf und folgt der versteckten Anweisung. Tatsächlich trifft er auf seine Mutter wieder, die sich immer noch auf der Flucht befindet. Und leider rast Homer dabei mit dem Auto direkt ins Polizieirevier, allerdings wird Mona im folgenden Gerichtsverfahren freigesprochen. Jetzt, da Homer endlich seine Mutter wieder hat, will er seine verpasste Lebenszeit mit ihr nachholen: seine Kindheit (samt Kindertheateraufführungen), die Geburt seines ersten Kindes. Doch auch diesmal hält das Glück nicht lange an: Burns trickst Mona aus und sie landet wieder im Gefängnis. Homer will sie aus dem Gefangenenbus befreien, noch sie kommt bei dem Versuch offenbar um. In Wirklichkeit hat sie sich jedoch in letzter Minute aus dem Bus retten und sich absetzen können, wie sie Homer in einer letzten versteckten Zeitungsbotschaft schreibt. Doch diesmal entdeckt Homer die Nachricht nicht.

Homer, der sich wie ein Kind verhält (wie originell...) und Marge, die die in Wehen liegende, Gebärende spielt ist vielleicht etwas krank, aber ansonsten hat die Folge einige nette Einfälle: Der 60er-Jahre- Zusammenschnitt ("For those of you to young to remember the sixties, here's our stock montage"), die Nachrichten der digitalen Verkehrsschilder, die eine Anspielung auf den Film "L.A. Story" sind, das Wörterbuch Hippie <-> English und Homers naives und doch so wahres "I'm sure you're can make it back to the prison on your own".

Und nun meine obligatorischen Anmerkungen zur Synchro.



Ein paar Worte von Andreas Krösing

Note: 2- (10 Punkte)

Zur Urteilsbegründung:

Die Folge EABF18 knüpft auf unterhaltsame Weise an alte Konzepte der Serie an. Hierbei gelingt es ihr, diese eingermaßen anständig weiterzuführen. Eine Stärke der Folge ist für mich die interessante Handlungsebene mit den Zeitungsartikeln und der etwas mysteriöse Einstieg. Der Gerichtsprozess ist dann noch recht unterhaltsam, der Wendepunkt durch Burns erscheint mir zu konstruiert und alles, was danach kommt, ist nicht mehr wirklich gut, sondern eher nur noch unterhaltsam. Die meisten Szenen mit Homer und seiner Mutter sind eigentlich sehr schön, den guten Geschmack bricht man in dieser Folge eigentlich nur ein Mal, ich nenne einfach mal das Stichwort "Geburt".

Im Endeffekt ist es also eine eher durchschnittliche Folge, die primär dadurch besser wird, dass Mona Simpson darin vorkommt.

Die Synchro fand ich überraschend gut, Tobi hat ja alles wissenswerte dazu bereits gesagt.