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Die Simpsons

Review von Andreas Roth

Stresserella über alles" - schon der IVAR-Titel sagt eigentlich alles über die Folge aus, die sich reichlich sinnlos, wirr und unzusammenhanglos gibt. Die nur ansatzweise vorhandene Handlung wird ständig von irgendwelchen unlustigen "Gags" unterbrochen, und das eigentliche Thema (zumindest das, was ich als Thema vermute), nämlich Homers Verlust des Führerscheins und seine anschließende Wandlung zu einem bewußter lebenden Menschen, während seine Frau durch den ständigen Streß immer unachtsamer wird, wird kaum ausgearbeitet, und wenn, dann wird es reichlich überzogen und unglaubwürdig dargestellt.

Stattdessen ist die Geschichte an Plattheit und flachen Witzchen kaum zu überbieten, und jeglicher Versuch, auch einmal in die Tiefe zu gehen, wird konsequent schon im Ansatz abgewürgt. Das Thema "Ehekrise" ist schon ein Klassiker in der Serie und wurde oft auf sehr eindringliche und mitreißende Weise inszeniert, in dieser Folge ist leider nichts davon zu spüren. Selbst die Überraschungsparty am Schluß vermag kaum zu überzeugen.

Gute Gags muß man ebenfalls mit der Lupe suchen, die besten Szenen sind noch Barts Muschel-Streich sowie die fliegenden Pinguine im Springfield-Aquarium. Zum Glück gibt es keine Blut- und andere Ekelszenen, und auch die Wortwahl blieb auf angemessenem Niveau (bezogen auf die Synchro; in letzter Zeit begegnet man ja leider sehr häufig Ausdrücken unteren Niveaus). Die Ivarisierung entzieht der Folge auch noch ihren letzten verbliebenen Elan (Gesangseinlagen und dergleichen), so daß der Zuschauer wieder einmal 22 Minuten reine Langeweile erlebt. Mehr als eine 4- ist deshalb auch nicht drin.



Review von Chris Pfeiler

EABF15 ist eine Folge, die leider sehr viele Probleme moderner Folgen in sich vereint und die man wohl bestenfalls als uninspiriertes Füll- material am Ende der Staffel betrachten kann. Mit den Verbesserungen in S14 und in der kommenden S15 hat diese Folge daher wenig zu tun.

Ein uninteressanter Plot nach Ehekrise-Schema (welches in "Gays of The Condo" weit besser genutzt wurde) mit irritierender Charakterisierung bildet die Grundlage. Eine auffallend große Menge an recycelten Jokes und visuellen Gags soll theoretisch den humoristischen Überbau bilden. Das klappt aber nicht. Viele Jokes sind Standard oder stammen aus der S1x-Mottenkiste: bei Monty Burns brechen die Knochen, auf Video läuft ein lustiger "Editor Chimp"-Affenfilm, Lindsay Neagle taucht im Bild auf, Pinguine fliegen, Homer bei Judge Harm vor Gericht und so weiter.

In den letzten Minuten wechselt die Folge in einem unmotivierten Stil- bruch vom obigen Problem hin zu einem Ende von sitcomiger Schlichtheit: Homer lädt Leute ein, um Marge zu zeigen, daß er sie liebt. Das ist ja nett gemeint, ist aber genau betrachtet punktlos. Treffenderweise weiß der Plot dann auch nicht mehr viel mit sich anzufangen, die "I love my Homey again (for some reason)"-Auflösung ist seicht, das Ende abrupt.

Sehen wir uns die positiven Aspekte an.

Trotz des einfallslosen Aufbaus hat die Folge zumindest ein paar recht nette Einzeljokes, etwa Homers Satz über Kellner "from France...I mean America..." (die Anspielung ist allerdings nicht mehr aktuell). Satire wird bestenfalls seicht gestreift. Ich würde den emotionalen Stil beim Schluß ja gerne loben, die sitcomige Punktlosigkeit stört aber sehr.

Fazit: substanzloser Plot ohne frische Ideen, visuelle Gags in Reihe und eine seichte Auflösung. Ein paar nettere Jokes, dennoch Note D.