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Die Simpsons

Review von Chris Pfeiler

Beginnen wir wie üblich mit den negativen Aspekten.

Wie bereits in Teilhandlungen in beiden vorherigen Folgen geht es schon wieder um auffallend plumpe Medien-Satire. Zu jenem üblichen Schema der DABF-Nachzügler kommt heute aber auch noch ein recht kruder Stil.

Insgesamt eine Folge mit starkem S11/S12-Gefühl: hastige Handlung mit arg billiger Satire, out-of-character-Verhalten, krawallige Jokes auf niedrigem Niveau und ständige Meta-Referenzen. Ein uninspirierter Brei aus S11/S12-Zutaten wie Blut, Elektroschocks, labilem Homer etc., der sich mit der Ausrede "Mediensatire" zu rechtfertigen versucht.

In diesem Bereich fällt die Folge aber zum Großteil völlig flach, weil sie nicht in der Lage ist, das Reality-Thema irgendwie geistreich oder gar subtil zu persiflieren. Ich weiß, daß Reality-Shows doof sind. Ich weiß auch, daß sie meist in Holland entwickelt werden. Ich weiß ebenso, daß Zuschauer irgendwann das Interesse daran verlieren und der Schrott dann mit mehr "Aktschn" oder Pseudo-Promis etc. belebt werden muß.

Demzufolge ist eine Episode, die mir solche "Satire" nur als gedanklich vorgekaute Alibi-Funktion anbietet, kaum als Mediensatire zu loben. Was ist mit einer Hinterfragung des Themas, die über das simple Schema "The crazy family of Captain Wacky in wacky media land" hinausgeht? Ansätze sind ja durchaus da, werden aber zumeist kaum genutzt.

Kennt übrigends noch jemand meine "Homer walks down a street"-Parodie auf schlechte Folgen aus S11-Tagen? Am Ende dieser Parodie wird Homer von einem selbstgehobenen Felsblock zerquetscht. Wir sind angekommen.

Sehen wir uns die positiven Aspekte an.

Ein paar leicht amüsante Jokes sind vorhanden, man denke etwa an den Scherzanruf bei Moe auf altmodische Art. Wie hat Ivar das "Heywood U. Cuddleme" übersetzt? Auch die Mediensatire hat einige wenige Momente, die zumindest etwas Potential andeuten (z.B. das Zuschauerverhalten). Ein paar der Meta-Anspielungen sind nett und wären sogar netter, wenn das Meta-Thema in S11/S12 nicht ad nauseum durchgeleiert worden wäre.

Fazit: eine Folge in arg typischer S11-Tradition, die sich erneut als Mediensatire versucht. Fiese Jokes, visueller Unfug und lose Gagreihen sind da aber kaum hilfreich. Einige gute Ansätze, aber IMO nicht mehr. Im Gesamtbild vor allem wegen vieler mißlungener Jokes Note D.

Chris



Review von Andreas Roth

Eigentlich bräuchte ich gar kein Review zu schreiben, denn die heutige Folge war leer, einfach nur leer - lahme Story, langweilige Umsetzung, maue Gags und der übliche Ekelfaktor inklusive.

Aber fangen wir von vorne an. Es beginnt mit einem kleinen Arbeitsunfall im Kraftwerk, bei dem Homer, der pfeifend durch die Gänge marschiert, von einem herunterfallenden Rohr getroffen wird, was anscheinend sein Gehirn etwas beeinträchtigt, da er sich nicht entscheiden kann, ob er nun vor Schmerzen schreien oder sein lustiges Liedchen weiterpfeifen soll. *augenroll* Als kleine Entschädigung bekommen die Simpsons VIP-Karten für das allseits beliebte Eishockey, dem sie aber - mit Ausnahme von Lisa - nur wenig Aufmerksamkeit schenken. Sollte diese Tatsache eine kleine Referenz an "Lisa auf dem Eise" darstellen? Viel gemerkt hat man davon jedenfalls nicht.

Wie dem auch sei, der geschenkte Schläger stellt sich als Auslöser für die Haupthandlung heraus, auch wenn es reichlich konstruiert und unglaubwürdig erscheint, daß ausgerechnet auf diese Weise Termiten aus Rußland in die USA eingeschleppt werden. Leider dauert es etwa zehn Minuten, bis die Handlung dann endlich am eigentlichem Thema der Episode, der Reality-Show, ankommt. Einzig die Zeitraffer-Szenen vor dem Simpsonshaus konnten mir ein leichtes Schmunzeln hervorlocken und erinnerten an frühere Zeiten.

Über die Qualitäten derartiger Reality-Shows muß man ja eigentlich keine Worte verlieren, und auch wenn eine solche parodiert werden sollte, ist dies nur in Ansätzen ein wenig geglückt - blutige Gags und andere Unlustigkeiten inklusive. Nicht mal der "Telefonstreich" konnte mir ein Lachen entlocken, und so plätscherte der Rest der Folge immer lustloser und konfuser dahin. Das Erscheinen der "Wilden" erinnert stark an vorletzte Woche, als Bart und Lisa ebenfalls auf diese Art und Weise gerettet wurden.

Wie es scheint, war die Folge zu kurz, und so baute man kurzerhand an die "alles wieder beim alten"-Szene noch ein paar "witzige" Gags ein, die meine Finger jedoch eher animierten, den Ausschaltknopf auf der Fernbedienung zu suchen. Wie so oft hätte es eine ganz interessante Folge werden können, wenn man sich auf das eigentliche Thema konzentriert hätte - vor allem die kleinen alltäglichen Probleme, die durch die Versetzung in das Jahr 1895 auftauchen, hätten für einigen Erzählstoff gesorgt, von dem man nur sehr ansatzweise etwas gesehen hat.

Andreas



Review von Jörg Starke

Alles in allem eine absolut abgründige Folge, die allerdings durchaus auch ihre guten Seiten hat.

Die Satire in sich: Ein eigentlich außert abgründiger Anfang, als Homer das Stahlrohr auf den Kopf fällt, mit dem Vorteil, daß man allerdings sehr schnell zur Sache kommt. Dachte ich. Leider war das Eishockeyspiel diese Sache eben nicht.

Das Spiel, folgentechnisch eigentlich ohne Sinn, wurde dennoch gut umgesetzt, wenngleich wir bereits eine Charakterisierung des Unterschieds Loge vs. Pöbel in einer älteren Folge hatten. Einzelne Abgründe wie die heiße Schokolade oder Cletus als Zahnfänger außen vor gelassen, war der Schwenk im Stadion dennoch erheiternd (Ergebnisvorhersage). Deutlich unrealistischer schon Lisas Abgang und der geschenkte Schläger an sich. Bis zu diesem Punkt eine ziemlich gute Satire auf die Sportveranstaltungen im Logenbereich.

Homers An-Die-Wand-Nagel-Aktion des Schlägers wieder deutlich übertrieben, und gerade im Bart-Bild ("Hauen wir lieber noch ein paar mehr Nägel rein.") deutlich übertrieben und unnötig gewalttätig. Der ganze Aufbau bisher war für die Folge absolut unnötig und sinnfrei, man hätte besser gleich mit der Termitenplage begonnen, es gäbe deutlich kreativere Aufhänger dazu.

Der Übergang zum Wohnungslosen dann deutlich besser umgesetzt, es war ein vernüftiger Grund, das Haus zu verlassen, etwas, war in den neuen Staffeln nicht immer gegeben ist. Die kurzen Schwenks über die Häuser der anderen in sich deutlich lustig und als Pluspunkt zu vermerken.

Die Reality-Show an sich dan deutlich unterirdisch und an Plattheit kaum zu unterbieten, obschon auch Schlüsselstellen vorhanden waren (Jimbos weiche Seite oder der Morse-Scherzanruf). Durch das ganze Vorgeplänkel wurde wertvolle Zeit verschwendet, die im eigentlichen Hauptteil den Inhalt noch gerettet hätte haben können. Stattdessen nur deutlich negativer Schmerz-Humer (Humers Rasur und der E-Schocker). Humers verkommene Blödheit wurde auch mal wieder exponiert (Szene T-Shirt falschrum an), dies ist ebenfalls ein negativer Punkt.

Die Schlauchszene zum Schluß schließlich war eine dieser berühmten Möglichst-Schnell-Und-Unrealistisch-Den-Normalzustand-Wiederherstellen- Aber-Die-Restliche-Zeit-Trotzdem-Sinnlos-Verschwenden-Szenen, wenngleich auch ein gewisser komischer Humor dabei rüberkam. Es erinnerte mich in gewisser Weise an Stummfilm-Slapstik, was wohl irgendwie den Rückschluß zum Thema der Reality-Show liefern sollte.

Die Folge hätte von der Thematik her sicherlich Potential gehabt, allerdings hatten wir vor einigen Folgen erst (The Frying Game) eine ähnliche versuchte Satire dieses Themas, zu wenig Zeit, um das Thema erneut zu behandeln, es weckte in mir den Eindruck fehlender Ideen. Wegen einiger guter Lacher gebe ich der Folge trotz der Inhaltsleere eine 4-.

Jörg