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Die Simpsons

Anmerkungen von Chris Pfeiler

Irgendwie habe ich heute keine Lust auf ein OFF-Review, daher nur ein paar kurze Anmerkungen.

Negativ fällt mir auf jeden Fall auf, daß die Folge der Reihe nach und recht hastig durch verschiedene Stilarten geht - cartooniger Unfug mit dem Screamapillar, Genreparodie, Sozial- und Mediensatire -, ohne dabei irgendwo einen Punkt zu haben. Was ist mit dem Thema Todesstrafe? Warum hören wir z.B. von Lisa keinen Kommentar dazu? Die einzige Funktion der Kinder im Plot scheint für einen dämlichen Cletus-Joke zu sein.

Das größte Problem dürfte der Schluß sein, der plump und im Hau-Ruck- Stil alles zurück auf Normal setzt und sich vermutlich auch noch für gute Medienparodie hält. Niveauloses Programm (in diesem Fall Reality- shows) zu persiflieren ist eine nette Idee, man sollte es aber nicht im Glashaus machen, wenn man seit Jahren drin sitzt.

Positiv fallen noch diverse satirische Ansätze und nette Ideen auf, viele Jokes wirken aber arg uninspiriert. Homers Charakterisierung geht in die richtige Richtung und die Folge wirkt allgemein etwas ernsthafter, als man es von S1x gewohnt ist. Das Potential dieser Ernsthaftigkeit und des Themas wird aber IMO meist vergeudet.

Fazit: eine für ihr Thema recht flach wirkende Folge. Wäre der Schluß nicht so arg plump, dann hätte ich wegen netter Momente und Satire in C-Richtung tendiert, so wohl nur D+.


Review von Andreas Roth

Nach der richtig schönen Episode letzte Woche rauscht die Serie sogleich wieder in niederste Gefielde, einen derartigen Blödsinn habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Doch fangen wir von vorne an...

Schon der deutsch Titel ließ nichts Gutes vermuten, und so werden die Zuschauer die ersten fünf Minuten mit einer unsäglichen Story um eine "Schreiraupe" gequält - seit "Die Sippe auf Safari" habe ich nicht mehr so einen Unsinn gesehen. :-( Eigentlich war die Idee mit Homers Hochzeitsgeschenk für Marge richtig schön, und es wäre auch ohne diese Raupenstory kein Problem gewesen, trotzdem einen Grund zu finden, warum Homer Sozialarbeit leisten muß (z. B. weil er die Kois aus dem Stadtteich geklaut hat oder dergleichen). So aber erleben wir wiederum reichlich unsinnige und eklige Szenen, die nun wirklich nichts mehr mit der ursprünglichen Serie zu tun haben.

Die anschließende Geschichte verläuft zum Glück weitaus angenehmer, und sie zeigt sogar einen liebenswerten und hilfsbereiten Homer, auch wenn man seine Motive, der alten Dame zu helfen, nicht ganz nachvollziehen kann (ist's wegen dem kostenlosen Essen? ;-). Marge ist zwar ebenfalls immer sozial engagiert, aber auch hier wirkt es ein wenig seltsam, daß sie auf einmal gegen ihren Willen als Bedienstete arbeitet. So ziemlich den einzigen guten Gag gibt es mit der Szene im Atomkraftwerk, als Burns Homers Platz einnimmt und dabei von Lenny und Carl beim Faulenzen erwischt wird.

Der Mord selbst verläuft reichlich unspektakulär und erstaunlicherweise ohne viel Blutvergießen (anscheinend ist man von Blut auf ausgewürgten Mageninhalt umgestiegen...). Das Verhör und die Hausdurchsuchung bei den Simpsons wirkt sogar recht überzeugend, wenngleich auch ein wenig die Spannung fehlt. Zumindest läßt man den Zuschauer darüber rätseln, wie die Halskette in Maggies Zimmer kommt. Die Gerichtsverhandlung mit dem Todesurteil ist allerdings ziemlich daneben, da kann auch die Anspielung auf den O. J. Simpson-Prozeß nicht mehr helfen. Dementsprechend wirken auch die Szenen aus "The Green Mile", die an sich recht gut gemacht sind, etwas deplatziert.

Der seine Henkersmahlzeit verschlingende Homer entlockte mir dann ein kleines Lächeln, und auch sein Einsatz für Marge ist zumindest ansatzweise emotional berührend - die Prügelei der Geistlichen allerdings weniger. Als Homer dann wirklich auf dem elektischen Stuhl sitzt, fragte ich mich dennoch, was denn nun passieren würde - ein "Stromausfall" à la "Der merkwürdige Schlüssel?" Die Auflösung kam dann doch etwas überraschend - und gleichzeitig absolut lahm. War es schon nicht "Der merkwürdige Schlüssel", so hat man einfach "Die japanische Horror-Spielshow" kopiert, wie unglaublich kreativ! :-/

Vor allem der grottenschlechte Anfang sowie die reichliche Inanspruchnahme von Elementen aus früheren Folgen (u. a. sei auch "Bei Simpsons stimmt was nicht" genannt) verhindern eine gute Wertung, und die dünne Story wird auch nicht durch die wenigen guten Szenen aufgewertet. So bleibt nur eine schwache 4-, mehr ist beim besten Willen nicht drin.


Review von Jörg Starke

Dieses mal wieder eine etwas schlechtere Episode, die wohl allerdings durch den Kontrast von letzter Woche noch ein wenig schlechter erscheint. Es zeigten sich ein paar deutlich positive Ansätze für den Humor, ich glaube, ich habe soviel gelacht wie in keiner anderen Episode dieser Staffel. Allein bei Szenen wie Ho. J. simpson (auch wenn der längst fällig war) oder "Burns, übernehmen sie". Deutlich positiver hingegen wäre es gewesen, wenn sich diese Stellen auch in die Story integriert hätten und nicht bloß wirken würden, wie ein eingefügter Sprung, weil noch ein Witz zum Staffelende übrig war. Überhaupt glänzten in dieser Folge zahlreiche Charaktere mit sinnfreien Nebenrollen, nur gut für einen kleinen Gag.

Nicht ganz erschloss sich mir der Sinn des Satzes "Wenn Du nicht Pastor wärst, wärst Du jetzt zu Hause", und danach der Schnitt auf eine (fast) volle Kirche. Sind das jetzt alles Pastoren geworden?

Das Ende schließlich ist mal wieder ein Griff ins Klo vom feinsten gewesen. Als Ansatz für eine Mediensatire mag es vielleicht gedacht gewesen sein, es wirkte aber nur lieblos eingefügt, um schnell zur Normalität zurückzukehren, genauso wie der Anfang dieses mal außerordentlich sinnfrei war.