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Die Simpsons

Review von Chris Pfeiler

Sehen wir uns die negativen Aspekte an.

Ein Auszug aus der Kurzkritik eines Fans aus den USA auf meiner Website beschreibt das Problem der heutigen Folge IMO recht treffend: "Here we have a pretty serious storyline, but not once did I care about Apu and Manjula´s situation. The story just runs throught the motions rapidly without anything exciting happening or any character moments."

Nun hatten wir ja bereits zahlreiche und meist sehr gute ernsthaftere Folgen zum Thema Beziehungen, das Thema ist daher wirklich nicht neu. Man bräuchte also frische Ideen, um daraus noch etwas zu machen - und die haben wir in der heutigen Episode definitiv nicht (zumal durch die lange und schräge Vorgeschichte bereits wieder einige Minuten Laufzeit für die eigentliche Handlung verlorengehen.)

Ich denke, das größte Problem von DABF14 ist, daß fast kein Bezug zu den Charakteren und ihrem Verhältnis zueinander da ist. Manjulas Charakter hat sich seit ihrem ersten Auftritt in 5F04 deutlich zum flach-negativen geändert, ihre Ehe mit Apu scheint beinahe nur noch aus Rumnörgeln und Stress zu bestehen. Die ersten Szenen der Folge, Manjulas automatische Reaktion auf Apu im Bett ("You´re not pressuring me for sex") oder die Kinder, die Apu bösartig anzischen - warum sollte Apu eigentlich in so einer Beziehung bleiben wollen? Und wo ist das Interesse des Zuschauers an dieser Beziehung?

Die Folge hat auch wenig interessante Entwicklung oder Charaktermomente. Manjulas Reaktion auf das Videoband wirkt irgendwie genauso gleichgültig wie die Versöhnung am Schluß. Natürlich sollte eine OFF-Folge kein Be- ziehungsdrama sein, bei Folgen mit diesem Thema sollte die "Krise" den- noch mehr sein, als nur der Aufhänger für eine Reihe von Gags nach dem Schema "Die Simpsons helfen...". Gerade bei der Interaktion Apu/Homer hätte es auch da mehr Potential gegeben. Und ist dieser arg recycelte Ganesha-Auftritt wirklich das Beste, was Marge und Lisa (und Autoren) eingefallen ist?

Sehen wir uns die positiven Aspekte an.

Trotz ihrer seichten Handlung hat die Folge durchaus gute Einzeljokes und nettere Ideen: die "Civil War"-Aufführung (zumindest Teile davon), Homers bizarre Reaktion auf Apus Ehebruch im Kwik-E-Mart, seine "You can run but you cannot glide"-Fantasie, sein unpassendes "I think she likes you", als Apu mit der Squishee-Lady Schluß macht und ein paar andere Szenen. Bei den Jokes überwiegt der positive Eindruck IMO eher das plumpe Material, auch wenn kaum konkrete Satire da ist.

Manche Jokes werden sich nur schwer übersetzen lassen, z.B. die An- spielungen beim Tennis ("dirty love") oder das Fudge-Mahal.

Fazit: keine wirklich schlechte Folge, aber eine oberflächliche Folge, die ihrem einfallslosen Thema keine frischen Impulse und Ideen bringt. Vermutlich hat die Beziehung Apu/Manjula auch zuwenig Potential, um eine derartige Handlung zu tragen. Im Endeffekt bestenfalls Mittelmaß und Note C.


Review von Andreas Roth

Episoden, die sich um Beziehungskrisen drehen, gab es ja schon einige, aber diese ist, wie für die neueren Staffeln leider typisch, wieder einmal sehr flach geraten. Man konnte sich weder in die Charaktere hineinversetzen noch mit ihnen "mitleiden" - sehr schade angesichts eines doch so emotionalen Themas.

Zwar fängt die Handlung direkt im Kwik-E-Mart an, jedoch wird uns zunächst einmal eine arg skurrile Bürgerkrieginszenierung gezeigt, die wie üblich nichts mit der eigentlichen Handlung zu tun hat. Hierdurch verschenkt man wertvolle Minuten, die besser in die Charaktere investiert worden wären. Apus Romanze mit der Squishee-Lady kann zwar andeutungsweise überzeugen, wirkt jedoch gerade wegen der fehlenden Charakterisierung reichlich steril und somit eher unglaubwürdig.

Sehr nervig und, vor allem was Homer betrifft, sind die Versuche der Simpsons, Apu und Manjula wieder zusammenzubringen - seine dümmlichen Vorschläge, Krusty hinzuzuziehen, wirken einfach dämlich. Auch die nachfolgenden Szenen mit dem gemeinsamen Abendessen und dem recycleten Gag von Ganesha sind eher einfallslos, entlockten mir aber zumindest ein Schmunzeln.

Gute Gags gab es lediglich zwei: Einmal, als Homer nach seiner "Entdeckung" mit offenem Mund rückwärts aus dem Kwik-E-Mart hinausgeht sowie der Comicstrip in der Zeitschrift. Zwar wirkt der erstgenannte Gag durch die Wiederholung am Ende ein wenig überdehnt, verfehlt aber trotzdem nicht seine Wirkung.

Da man auf allzu groben Unfug und auf Ekelszenen verzichtet hat, versinkt die Geschichte nicht in absoluter Bedeutungslosigkeit, zumal die Grundidee durchaus Potential hat. Deshalb vergebe ich diesmal eine eher versöhnliche Note: 3-.