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Die Simpsons

Review von Chris Pfeiler

Nachdem wir den Satz "The Simpsons are going to..." nun bereits einige Male in S13 gehört haben, sehen wir heute die wohl offizielle Urlaubs- folge der Staffel - leider eine Folge in deutlicher Scully-Tradition.

Fangen wir daher mit den negativen Aspekten an.

Die Reise nach Brasilien wird zwar mit akzeptablem Timing halbwegs logisch erklärt, bereits in der Vorgeschichte fallen aber gedehnte "lustige" Slapstickszenen auf, speziell die Stromschläge für Homer. Nach der Ankunft in Brasilien wechselt die Folge mehr zu einer Reihe von Einzelsketchen, die zwar von einer recht dünnen Story zusammen- gehalten werden, aber kaum zu einer Entwicklung der Handlung beitragen. Irgendwann tritt die Folge zwangsläufig auf der Stelle (da die Einzel- gags zu nichts führen) und deshalb setzt die Homer-Entführung ein.

Das Niveau der Jokes ist bisweilen arg krud, die Tendenz geht sehr deutlich in den sexuellen Bereich (was bei dem Thema aber auch sat- irische Aspekte enthält). Material wie die Badehosen, die in Homers dicken Hintern gesaugt werden oder Barts Gleichgültigkeit, als Homer entführt wird, verweisen doch deutlich auf die S1x-Natur der gesamten Folge. Auch der gelb-chaotische Schluß mit der Seilbahn ist typisch für eine moderne Urlaubsfolge, man erinnere sich etwa an den Wasserfall in "Simpson Safari". Die Charaktere bleiben ziemlich flach und karikiert, die Motivation für die ganze Handlung seicht.

Sehen wir uns die positiven Aspekte an.

Im Gesamtbild ist DABF10 trotzdem besser als die Urlaubsfolgen aus S11/ S12, die dort IMO jedes Mal zum qualitativen Bodensatz gehört haben. Die heutige Ep hat neben dem Versuch, eine Art von Handlung zu haben, auch einige nettere Jokes und satirische Elemente: Homer und sein "opposite land", die angemalten Slums, die Nonnen und ihr Plan B, Homers "Try To Stop Us"-US-Hemd, ein paar amüsante Schilder. Zu viele andere Witzchen wirken aber leider auffallend plump.

Die starke sexuelle Tendenz bei vielen Jokes (z.B. das brasilianische Kinderprogramm, "Bert and Ernie left it to your imagination") ist da natürlich schon als satirischer Kommentar über das Image von Brasilien in den USA gedacht, besonders geistreich sind solche Anspielungen in dieser Form IMO dennoch nicht. Zumindest in klassischen Zeiten wurden fremde Länder mit weit mehr Stil persifliert (damals wurden die Macher aber auch noch nicht von den Ländern verklagt, wie von Brasilien nach dieser Folge ;-)).

Fazit: eine recht typische S1x-Urlaubsfolge in Scully-Tradition, die trotzdem etwas besser erscheint, als ihre Vorgänger in S11 und S12. Im Gegensatz zu z.B. "Simpson Safari" wird zumindest versucht, der Story eine Richtung und seicht-satirische Inhalte zu geben. Ein paar nettere Einfälle stehen vielen kruden Jokes gegenüber, speziell zum Schluß hin fasert der Plot immer mehr aus. Zwar keine Note F aber auch kein Mittel- maß mehr. Glatte Note D.