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Die Simpsons

Review von Andreas Roth

Schon kurz nach Beginn der Folge drängte sich mir das Gefühl auf, einen billigen Abklatsch von "Die Erbschaft" zu sehen - zu ähnlich war die Prämisse. Und so erinnern auch weite Teile der Folge doch sehr an den Klassiker. Glücklicherweise ist die Geschichte in sich geschlossen, und es wird nicht wie üblich am Anfang erst einmal wertvolle Zeit verschenkt, bevor die Episode richtig startet.

Ein wenig makaber fand ich den Telefonanruf mit der Todesnachricht vom Altenheim, auch wenn man sich natürlich denken kann, daß dies nicht stimmt (Hauptcharaktere sterben üblicherweise nicht, jedenfalls nicht bei den Simpsons). Ansonsten gab es durchaus einige erfrischende Szenen, und auch bei einigen Gags konnte man zumindest schmunzeln.

Zur Mitte hin flachte die Episode etwas ab; waren im ersten Teil die Gags noch recht nett, häuften sich zunehmend platter Humor, zusammen mit reichlich cartoonigen Szenen wie dem zu Staub zerfallenden Tennessee Ernie Ford. Marges wiederaufflammende Spielsucht sorgte zwar für einen kleinen Lacher, war jedoch ein wenig deplatziert.

Gerade als die Geschichte ihren Tiefpunkt zu erreichen schien, wurde sie jedoch überraschend mit Abes Absage an die Beziehung zu Zelda gerettet - das hätte ich schon fast nicht mehr erwartet.

Was mich an dieser Folge am meisten gestört hat, war die Synchro - die Sprecher haben sich nur selten Mühe gegeben und klingen reichlich schlaff oder gar etwas "schräg". CP und Co. haben recht, man sollte sich das gar nicht mehr antun. Ist Euch aufgefallen, daß zum ersten Mal der Titelsong von Itchy & Scratchy übersetzt wurde? So ein Unsinn...

Insgesamt betrachtet eine durchaus sehenswerte Episode, die in Teilen jedoch arg flach gehalten ist, und deren Grundthema alles andere als neu ist. Note 3-


Review von Chris Pfeiler

Der Aufbau ist für moderne Verhältnisse relativ gut, die Folge kommt schnell zum Punkt und legt am Anfang mit erkennbarem Plot ein durchaus flottes Tempo vor (deutlich besser als letzte Woche in der arg lahmen "Lastest Gun"). Das Problem von DABF09 ist aber IMO, daß sie am Anfang zu schnell durch ihre Handlung geht - Abe hat seinen Führerschein z.B. in kürzester Zeit wieder. Das nette "Death Race" gegen die schrägen Marken-Senioren ist deshalb fast als Höhepunkt der Folge zu sehen - sowohl humoristisch, als auch vom Interesse und Spannungsbogen her.

Der folgende dritte Akt erscheint zumindest mir dann etwas richtungslos und nach "The Simpsons are going to..."-Standardschema. Aus der Grund- idee "Bart und Abe auf großer Tour" hätte man mit Sicherheit ein paar gute Ideen rausholen können, die Fahrt nach Branson erschöpft sich aber in relativ kurzer Zeit in diversen Einzelszenen ohne echte Verbindung zum Plot. Daß Bart bereits in Branson war (nämlich in 3F17 "Bart on the Road") wird erst gar nicht erwähnt, dafür gibt es zur Kontinuität etwas hysterisches Gambling-Gezicke vom Marge. Meh.

Die emotionale Komponente, die wir in Folgen wie 7F17 oder (geringer) 1F21 noch deutlich hatten, fällt hier ziemlich flach, die "Liebes- geschichte" funktioniert mehr als Aufhänger für diverse Gags. Die sind zum Teil zwar ganz nett, Tiefgang und Inhalt erzeugt man aber mit Viagra-Witzen und visuellen Gags über lustige alte Leute nicht. Mit der Klasse eines 7F17 ist das nicht zu vergleichen.

Das Musical in Branson ist für moderne Verhältnisse ganz amüsant, von der Qualität in klassischen Jahren aber weit weg. Es ist wohl auch ein Problem, daß man die im Musical persiflierten Ex-"Stars" hierzulande kaum oder nur sehr wenig kennt. Einer der Gäste war im Übrigen Gabbos guter Freund Ray Jay Johnson ;-). Visuelle Gags wie Bronson, MI oder der zu Asche zerfallende Mann sind Geschmackssache und Füllmaterial, dem Plot selbst bringen sie auf jeden Fall nichts.

Auf der positiven Seite stehen ein paar recht gute Ideen, z.B. der Altenheim-Gigolo mit Rollstuhllift am Auto, Abe und Homer ("He is your dad" "Cosmic") und die seichte Satire über das lahme Branson und über die ehemaligen Pseudo-Stars. Nette Einzelszenen und One- liner, aber relativ flaches Gesamtbild.

Fazit: eine teilweise amüsante Folge, die aber speziell im dritten Akt deutlich verliert. Wenn man vorhandenes Potential besser genutzt hätte, hätte man mehr rausholen können (das ist wohl mittlerweile ein Standardsatz geworden.) Durch viele flache Gags und Oberflächlichkeit im Endeffekt aber nur Mittelmaß und daher Note C.