ULOC-Logo      
ULOC-Suche

 
Die Simpsons

Review von Chris Pfeiler

Sehen wir uns die negativen Aspekte an.

Die Simpsons helfen einem (Ex-)Prominenten und Homer will Barts Held sein. Klingt ja nicht gerade innovativ und einfallsreich - ist es auch nicht. Die Folge plänkelt meist auf sitcomigem Niveau dahin, ein Groß- teil der Jokes fällt flach, dem Plot selbst mangelt es an Richtung und Substanz. Generell erscheint die Episode durch ihr schlechtes Timing eher wie eine S13-Version der lahmen S12-"Pokey Mom", wobei sich hier sogar direkte Parallelen ziehen lassen (z.B. das statische Schlußbild).

Weniger Humor an sich ist noch kein Problem, dann sollte eine Folge jedoch von einer interessanten Handlung und den Charakteren getragen werden, was hier auch nicht der Fall ist. Die Story um Buck McCoy? wird oberflächlich und zu oft nach Standardschema abgespult, ein Interesse an Handlung und Charakteren ist dabei nur selten möglich - obwohl die prinzipielle Idee der Folge (die Dekonstruktion klassischer Western- Mythen) durchaus Potential gehabt hätte.

Da es dem Plot so deutlich an Witz mangelt, wird zudem versucht, diesen Mißstand mit einer Vielzahl von arg juvenilen Scherzchen auszugleichen: einem Pappclown wird zwischen die Beine geschossen, Krusty wird "lustig" angeschossen, Snake wird mit einem Lasso die Unterhose ausgezogen etc. - was bleibt ist eine unausgewogene Mischung aus flacher Sitcom, Cowboy- Satire und zu plumpen Gags. Der obskure Hund taucht nur in den ersten 5 Minuten und am Schluß auf, trotzdem wirkt er unnütz.

Sehen wir uns die positiven Aspekte an.

Um die positiven Eigenschaften der Folge zu sehen, muß man wohl weniger auf die flache Handlung achten, sondern mehr darauf, was die Folge aus- zusagen versucht. Der abgehalfterte Ex-Westernstar, der nicht mal reali- siert, daß seine Zeit vorbei ist, die parodistischen Filmplakate und die schräge und anachronistische Motor-Cowboy-Serie aus den 70ern, die "John Ford Clinic for Alcoholic Cowboys" (einer der besten Einfälle der ganzen Folge) - all das sind Versuche, die amerikanischen Mythen um Western und Cowboys satirisch zu dekonstruieren.

Auch der Schluß, als Bucks "heroischer Abgang" mit den statischen Alltagsszenen vor seinem Haus dekonstruiert wird, zählt zu dieser Satire. Irgendwie amüsanter oder geistreicher wird die Folge und ihre Szenen dadurch aber auch nicht, der Plot selbst ist nicht in der Lage, dieses Potential zu nutzen. Vermutlich funktioniert die Folge in einem US-Kulturkreis sogar noch etwas besser als hierzulande. Ansonsten hat die Story ein paar dünne Schmunzler (z.B. "Eat my Short Stories") aber mehr schon nicht. In der OV haben wir noch eine nette Sprecherleistung von Dennis Weaver als Buck McCoy?.

Fazit: im Endeffekt schlicht und einfach eine langweilige Folge - zu humorlos, um unterhaltsam zu sein und zu substanzleer, um die Handlung zu tragen. Ein paar wenige nette Ideen, dafür deutlich mehr Jokes, die entweder flach fallen oder plump wirken. Einfallsloser Ablauf und Ani- mation, die Parallelen zu "Pokey Mom" sind deutlich. In dieser Form unter Mittelmaß, wegen guter Ansätze mit positiver Tendenz. Note D+


Review von Andreas Roth

Langweilig - damit wäre eigentlich schon alles gesagt. :-( Die Episode böte wie so oft einen ganz guten Ansatz, diesmal um einen ehemaligen Westernstar, der zunächst etwas widerwillig ein kleines Comeback in Krustys Show versucht, dabei aber kläglich scheitert. Leider verliert sich die Story in einer ausgesprochen drögen Aneinanderreihung von flachen Erzählelementen, die nicht im geringsten mitreißen können. Der Witz bleibt ebenso auf der Strecke, und so gab es höchstens ein, zwei Stellen, bei denen ich überhaupt einmal geschmunzelt habe. Die Tragik der Geschichte verliert sich dabei völlig in Belanglosigkeiten, nicht mal die "John Ford Clinic for Alcoholic Cowboys" kann einen aufrütteln, da McCoys? Aufenthalt sich dort auf ein Minimum beschränkt. Wegen des in Ansätzen erkennbaren durchaus ernsten Themas und dem weitgehenden Fernbleiben von Blut und Gewalt vergebe ich noch eine 4-, ansonsten herrscht Langeweile pur, in der DV sicher noch mehr als im Original.