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Die Simpsons

Review von Chris Pfeiler

Sehen wir uns die negativen Aspekte an.

Nach dem guten Ablauf der letzten zwei Folgen fällt das Standardschema in dieser Folge deutlich auf. Nach dem schrägen Olympia-Joke kommt der Besuch bei einer Veranstaltung mit einer recht losen Reihe von Gags, dann ein mittlerer Plot über Bart und Greta und schließlich (etwa 5 Minuten vor Schluß) die dünn angesetzte Reise nach Kanada. Dazwischen findet sich zudem einiges an Füllmaterial, wie die DVD mit I&S oder Skinners Comedy-Auftritt. Diese Szenen sind zum Teil zwar durchaus lustig, man merkt der Folge aber auch den Versuch an, ihre knapp 20 Minuten Laufzeit mit Handlung füllen zu wollen.

Ein Fan aus den USA hat es auf meiner Webseite recht gut ausgedrückt, daher zitiere ich ihn einfach mal: "The story just runs through the motions, with most of the jokes having nothing to do with the plot. [...] Not that The Simpsons should be a drama, but it should be able to tell a humorous and somewhat interesting story instead of a story with jokes tacked on to it, like this episode."

Wurde die Folge von Fox noch mit dem Slogan "The Simpsons are going to Canada" beworben und ist der deutsche Titel sogar direkt auf diese Reise bezogen, so fällt beim Ansehen auf, daß der Besuch in Toronto ziemlich unmotiviert wirkt, in der Story nicht mal 5 Minuten dauert und zum Groß- teil aus diversen Einzelsketchen besteht, die nichts mit der Handlung zu tun haben. Das abrupte und arg schräge Ende und der erneute Rückgriff auf Füllmaterial-Skinner ist symptomatisch.

Sehen wir uns die positiven Aspekte an.

Auch wenn die eigentliche Handlung dünn und wenig innovativ ist, so hat die Folge trotzdem einige nette Einfälle und Jokes. Die Parodie über Kanada ist recht amüsant ("Canadian Graffiti - Obey the Rules") und die meisten Sätze von Rainier Wulfcastle für einen Schmunzler gut, zumindest in der OV ("The geeks shall inherit the Earth") Der Plot kommt auch ohne krude Jokes aus, der emotionale Teil ist nett und selbst Milhouse und sein "Wassup" sind ganz lustig, wie einige andere Szenen auch.

Fazit: das Hauptproblem der Folge ist IMO, daß sie versucht ihren Plot mit diversen Tricks zu füllen, weil es dem Plot selbst an Substanz man- gelt. Das hat aber nur wenig mit der flüssigen Koexistenz von komplexen Handlungen und gutem Humor in der Vergangenheit zu tun. Die prinzipiell gute Idee und amüsante Jokes wirken in den Gagreihen oft eher vergeudet, daher Mittelmaß und Note C.


Review von Andreas Roth

Die Folge ist leider wieder einmal eines der unzähligen Beispiele, wie eine an sich gute Geschichte durch reichlich unpassende Füllszenen und miese Gags verunstaltet wird. Schon der Beginn mit dem olympischen Feuer samt Jerkass-Homer ist zum Davonlaufen, und auch die daran anschließende "Entdeckung" der Privatschule erinnert an die üblichen "Die Simpsons machen einen Ausflug"-Einleitungen. Neben einigen recht netten Szenen fallen dort besonders Skinners Einbruch sowie die unnötige Gewalt von Homer und Marge (Wegziehen von Lisa am Tor) störend auf.

Da ich die Episoden, die sich um Liebesgeschichten drehen, schon immer gemocht habe, fand ich den Auftritt von Greta (abgesehen von der unpassenden Synchro, die sich leider durch die ganze Folge zog) eigentlich nicht schlecht, auch wenn damit Rainier Wolfcastle immer mehr vom "Hollywood"-Star zum Bekannten der Simpsons wird. Ähnliches passierte aber auch schon mit Krusty, Präsident Bush und anderen, so daß dies nicht weiter ins Gewicht fällt. Daß diesmal der Spieß umgedreht wurde und Bart Gretas Liebe zuerst gar nicht bemerkt bzw. erwidert, macht die Sache auch durchaus überzeugend.

Viele schöne Szenen und gute Gags (Wolfcastles "Hummer", DVD samt Audiokommentar, Eisdiele, Lisa erklärt Bart das Thema "Verlust und Eifersucht") bringen die Geschichte schnell voran (leider etwas zu schnell) und behandeln das Thema trotz einer gewissen Oberflächlichkeit durchaus gelungen. Negativ fallen, wie schon erwähnt, die vielen Füllszenen und vor allem der reichlich unmotivierte und "angestückelte" Schluß mit dem Trip nach Kanada auf. Nicht nur, daß die Simpsons wieder einmal in ein anderes Land verreisen, vor allem wird dieses allzu direkt verunglimpft (wo bleibt da die Subtilität?), und auch die Abschiedsszene ist mehr als flach.

Hätte man die eigentliche Handlung, um das "Drumherum" befreit, gezeigt, wäre eine durchaus schöne Episode dabei herausgekommen, die man noch viel mehr hätte ausbauen können, aber so wirkt sie reichlich blaß und unmotiviert. Wegen der positiven Ansätze vergeben ich jedoch noch eine 3-.