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Die Simpsons

Review von Chris Pfeiler

Sehen wir uns heute die letzte CABF-Folge an, "The Blunder Years". Ein Fan aus den USA schrieb auf meiner Website zu der Folge recht positiv "There was a certain intelligence, subtlety, and irreverence to this episode that was sorely lacking in most of the CABF episodes..." und dem kann ich (mit Abstrichen) eigentlich zustimmen.

Wenn man Innovation in S13 als Bruch mit eingefahrenen Erzählmustern von S11/S12 definiert, dann ist CABF21 durchaus eine innovative Folge. Anstatt mit Standards (wie dem neuen "lustigen" Job für Homer oder dem Veranstaltungsbesuch mit der visuellen Gagreihe) zu arbeiten, versucht die Episode ein unverbrauchtes und frisches Konzept zu zeigen - eine Rückblende, die sich zu einer Parodie klassischer Kriminalgeschichten entwickelt. Gute Idee, aber wie sieht die Umsetzung aus?

Sehen wir uns die positiven Aspekte an.

Was haben wir - recht viele nette Jokes, Filmreferenzen auf "Stand By Me" und andere, vor allem in der zweiten Hälfte mehr handlungs- und charakterbezogen und ohne zuviele realitätsfremde oder krude visuelle Gags, gute Charakterisierung und Verwendung von Charakteren. Die Vor- geschichte wirkt zu lang, zumindest hat das "Burly"-Papier später in der Handlung noch eine konkrete Funktion. Der Humor ist in der zweiten Hälfte auch eher zurückgenommen, die Folge hat ihre Qualitäten hier mehr in der recht guten Charakterzeichnung (z.B. Monty mit Waylon jr. "So...you´re a baby, eh?").

Eine weitere Innovation der Folge ist IMO der subtile Meta-Humor. War diese Form von Humor in S11/S12 fast immer eine polterige "It´s just a cartoon"-Ironie, so wird die Meta-Ebene in CABF21 klar besser behandelt. Man achte etwa auf Sätze wie Barneys "I was just a prop in a cruel joke" oder Moe, der nicht recht erklären kann, wieso er denn plötzlich bei den Simpsons auftaucht oder auch sein Kommentar, als seine Beweise zu spät und am Schluß der Folge auftauchen - "Want to look anyway, just for ha- ha´s?" und einige Anspielungen mehr. Die Folge betrachtet die Erzähl- strukturen der Serie in ironisch-kommentierender Weise, ohne jedoch dabei die Handlung selbst zu stören.

Dieses Vorhandensein einer zweiten Erzählebene unterscheidet die Folge deutlich vom zu plumpen Ablauf vieler anderer S1x-Folgen. Charaktere zeigen in einigen Szenen auch mehr Tiefgang als heute üblich. Es fällt bei Moe auf, der hier wieder mehr in der Rolle der einsamen Gestalt gezeigt wird und Aufmerksamkeit sucht. Sätze wie "This is a crime only the Simpsons can solve" beziehen sich hierbei auch wieder auf die Meta-Ebene (die Simpsons sind schließlich die "Stars" der Serie), funktionieren aber gleichzeitig auch charakter- bezogen und illustrieren Moes Einsamkeit vor dem Fenster.

Sehen wir uns die negativen Aspekte an.

Ein Problem der Folge ist sicher die mangelnde Laufzeit bzw. der Versuch, zuviel Handlung im zweiten Teil der Folge zu komprimieren. Die Vorgeschichte wirkt (trotz humoriger Stellen) zu lang, Homers Schreierei auf Dauer störend. Hätte man am Anfang einige Minuten gespart, hätte man für die "Mystery"-Story auch mehr Zeit gehabt und einige Dinge detaillierter und weniger oberflächlich zeigen können. Überhaupt hätte eine solche Handlung durchaus Potential für einen Zweiteiler, dann wären viele Aspekte des Plots weniger hastig gewesen. Einige Jokes wirken auch leicht mißlungen, z.B. der kurze 1-Satz-Auftritt von Paul Newman oder Marges drohendes "Spill it...".

Ein weiteres Problem der Folge ist ihre deutliche Nichtbeachtung von Kontinuität. Smithers Eltern sind bereits erwähnt worden (z.B. in 4F06) und in 7F12 wurde gesagt, daß das Kraftwerk gerade erst eröffnet wurde, als Homer in der Highschool war. Fat Tony dürfte älter als Homer sein und die Jugendfreundschaft zwischen Homer, Lenny und Carl war auch nie vorher bekannt, es wurde immer so dargestellt, als ob Homer die beiden erst aus dem Kraftwerk kennt. I hope someone got fired for that. ;-) Ernsthaft, mit der Kontinuität der Serie nimmt es die Ep nicht genau.

Der Titel bezieht der Folge sich auf "The Wonder Years", eine Serie, auf die bei OFF schon öfter referiert wurde.

Fazit: eine für S1x-Verhältnisse erstaunlich innovative Folgenidee, leider mit diversen Problemen. Wäre die Handlung weniger komprimiert und manche Jokes (wie die Schreierei) zurückhaltender und wäre die Diskontinuität nicht so deutlich, dann wäre hier eine bessere Note drin. So bleibt ein bißchen das Gefühl von ungenutztem Potential und Oberflächlichkeit, trotz subtiler Qualitäten im Endeffekt IMO wieder "nur" sehr positives Mittelmaß und Note C+.


Review von Andreas Roth

Die heutige Folge kann man eigentlich nur mit einem Wort zusammenfassen: Laaaaangweilig! Von einer Kriminalgeschichte erwartet man ja doch ein Minimum an Spannung, aber die hat hier eigentlich völlig gefehlt, zumal die eigentliche Geschichte erst kurz vor Schluß überhaupt erst anfing. Schon der Start konnte überhaupt nicht überzeugen; Marge war zwar auch früher schon eine etwas naive Hausfrau, aber daß sie für eine Werbefigur schwärmt und sogar Lisa früher aus der Schule holt, nur um ihr die tolle Saugkraft des Küchentuches zu demonstrieren, ist mehr als nur daneben. Als minimalen Pluspunkt kann man verbuchen, daß die Küchentücher zum Schluß noch einmal eine Rolle spielen, also nicht völlig sinnlos vorgestellt werden.

Der Streich von Bart und Homer zeigt zwar wieder einmal einen Ansatz von Vater-Sohn-Beziehung, war aber auch nicht unbedingt intelligent, genausowenig wie die Hypnoseshow, die einzig und allein durch den Frink-Gag ein wenig Schmunzeln hervorrufen konnte. Homer Schreikrampf war hingegen unerträglich und vor allem viel zu sehr in die Länge gezogen. Recht erfrischend fand ich die nachfolgenden Rückblickszenen (Einblicke in andere Zeiten gefallen mir bei den Simpsons immer besonders :-). Der Anblick der Leiche barg einen kleinen Ekelfaktor, hier hielt man sich aber glücklicherweise dezent zurück (kein Blut ;-), so daß das traumatische Erlebnis durchaus glaubhaft wurde.

Der nachfolgenden Kriminalgeschichte mangelte es leider, wie erwähnt, reichlich an der nötigen Spannung und plätscherte eher lieblos vor sich hin - wo war das großartige detektivische Gespür von Bart und Lisa, das man schon in so vielen Episoden bewundern konnte? Die Aufklärung des Falls konnte somit auch kein besonderes Erstaunen hervorrufen, und daß Burns derart gut auf sein "Geständnis" vorbereitet war, ist einfach lächerlich - inklusive dem Film, den er in seinem Safe aufbewahrt hat. Hatte er den als Dolumentation des Todes von Smithers Senior extra drehen lassen oder wie?

Die Schlußszene zeugt wie so oft mal wieder von jeglichem Mangel an Kreativität, anders kann ich mir den reichlich schlappen Versuch, witzig zu sein, nicht erklären. Während der ganzen Folge habe ich auch höchstens ein- oder zweimal geschmunzelt, ansonsten herrschte Langeweile pur. :-( Dafür, daß die Story wenigstens nicht bar jeglicher Logik war, und daß diesmal kein Blut gespritzt ist, gibt es eine glatte 4.