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Die Simpsons

Review von Andreas Krösing

Also danke für die Warnung, ich glaube ohne Vorwarnung hätte ich einen Schock bei der Folge bekommen. Worum es so geht kann ich nicht direkt sagen, weil einfach zu viel passiert, aber im Eigentlichen geht es darum, dass Moe auf dem Barkeeper College auf die Idee kommt seine Bar umzubauen und daraufhin Streit mit den Stammgästen bekommt. Homer macht seine eigene Bar auf, weil er während Moes Abwesenheit dessen Bar führen durfte und bekommt Streit mit Moe. Irgendwann kommen sie aber in Homers Bar wieder zusammen und vertragen sich nach einem Jagdausflug und einem angeschossenen Moe wieder und essen zusammen in Moes alter Bar ihren Tofu Truthahn.

Dass ich eine Handlung darin entdecken kann ist lobenswert, denn ein derartiges Chaos gab es nur selten in letzter Zeit. Selbst für eine Folge aus der 12. Staffel ist sie auffallend schlecht und würde dort neben „Simpsons Safari“ und „Bye, Bye Nerdie“ zu den schlechtesten Episoden der Staffel zählen. Ich wage es einmal die Folge mit der 11. Staffel zu vergleichen, denn einen solchen Unfug mit soviel Handlung um Nichts einschließlich einem schwachsinnigen Prominentenauftritt habe ich lange nicht gesehen. Ein bescheuerter Anfang, der wohl Homers Dummheit widerspiegeln soll (Hat er das nun erfunden oder nicht? In neuen Staffeln ist so etwas normal und keine erlogene Geschichte...) und einem Haufen Blödsinn kann man beim Ansehen dieser Folge nicht entgehen.

ALLE Vorurteile, die man gegen neue Staffeln haben kann werden hier erfüllt, Homer wird verletzt, Blut strömt, jemand wird „foll grass“ angeschossen, Selbstironie, sexuelle Unwitze im Maßen, „Klappe Lisa!“ Syndrom, der Auftritt einer Band und das Erscheinen eines Geistes, sowie die immer wieder auftauchenden und so lustig wirken wollenden Gags, dass irgend etwas einfach total sinnlos ist und darum voll lustig sein soll. Die Anzahl der guten Gags in der Folge beträgt für mich eindeutig „Null“ und die Anzahl der Gags, über die man lachen kann beträgt mit der Explosion in Moes Bar, Homers Hut, dem Farbfernseher und dem Gespräch zwischen Moe und dem Geist gerade mal „Vier“. Der Rest ist nur noch Blödsinn, Sinnloses und vor allem irgendein Geschehnis. Ich weiß nicht, wie ich es beschreiben soll, aber in einer 24h Beobachtung einer Person findet man eine bessere Geschichte als hier. Es passiert dies, dann das, dann jenes, dann nochmal was anderes und so weiter und so weiter.

Ich hatte ernsthafte Probleme bei dieser Folge schlagkräftige Stichwörter für diesen Text aufzuschreiben, weil einfach so viel nicht stimmte und alles so leer war. Man kann den Ablauf beklagen, der einfach zu viele Wendungen hat und die Story beklagen, die viel zu wenig Inhalt hat, kann aber genau so die schlechten Gags, dummen Effekte und typischen Neustaffel Probleme finden, wie zum Beispiel die alte Sache mit dem Betrieb in Homers Garage und die vorher bereits erwähnten Punkte.

Die Charaktere verhalten sich unpassend und von einer „Familie“ Simpson ist auch nichts mehr zu sehen. Homer ist wieder richtig fies drauf und zwingt die anderen in „seiner Bar“ zu arbeiten und verhält sich auch sonst nicht, wie der gute alte Homer Simpson, sondern eher wie eine überzogene Cartoon Figur. Aus dem überforderten, aber bemühten Vater in „Moaning Lisa“ wurde ein widerlicher, unangenehmer und ach so lustig sein wollender und dazu absolut flacher Dussel mit ernsthaften geistigen Problemen und das zu sehen ist für mich immer wieder eine Schande. Außerdem werden alte Standards total ignoriert, denn der gute Moe, der nicht einmal den simpelsten Drink zusammenschütten konnte ist jetzt plötzlich Profi darin und auch sonst wird viel altes vernachlässigt. Homer schlägt Moe, schießt auf ihn, ist gemein und bescheuert und macht lauter sinnloses Zeugs und das Problem ist zu einem Großteil, dass damit die Story der Folge erzählt werden soll. Es geht fast um nichts anderes, als irgendwelche ach so komischen Aktionen von irgendeiner Person. „Gag Rallye“ ist hier im Gegensatz zu „Simpsons Safari“ zwar das falsche Wort, aber im Großen und Ganzen ist damit der nicht erreichte Zweck der Folge definiert. Sie wollten ohne große Story einen Haufen Jokes aneinander heften und die „foll grassen“ Fans werden drauf stehen.

Von Realität, Folgen, Möglichkeiten und Unmöglichkeiten und anderen wichtigen Dingen ist nichts mehr übrig geblieben, Homer scheint einen guten Draht zu allen Berühmtheiten zu haben und Elektroschocks sowie Psychiater und Blutwunden stören auch keine Sau mehr.

Außer der netten Animation und der stellenweise schönen Hintergrundmusik kann man an der Folge nichts loben, noch nicht einmal die Idee, denn die Sache mit Moes Bar wurde schon in „Flaming Moe’s“ aus Staffel 3 (übrigens in einer genialen Folge) und in anderer (auch genialen, vom Geschehnis bezüglich der Bar dieser Folge aber ähnlicheren) Form in „Bart Sells His Soul“ im Subplot verwendet.

Fazit: Eine Folge, wie aus der 11. Staffel mit viel Schwachsinn und wenig Handlung. Wurde bereits besser umgesetzt und ist absolut nicht sehenswert. Genau so schlimm (wenn nicht sogar schlimmer) wie grüne, schwimmende Tiere und „Bye, Bye Nerdie“...

SCHLECHT                                 GUT

[X][X][X][X][X]  GESCHICHTE  [ ][ ][ ][ ][ ]
[X][X][X][X][X]   STRUKTUR   [ ][ ][ ][ ][ ]

[X][X][X][X][X]     IDEE     [ ][ ][ ][ ][ ]
[ ][ ][ ][X][X] INSZENIERUNG [ ][ ][ ][ ][ ]

[ ][X][X][X][X]   THEMATIK   [ ][ ][ ][ ][ ]
[ ][X][X][X][X]  CHARAKTERE  [ ][ ][ ][ ][ ]
[ ][ ][X][X][X]     GAGS     [ ][ ][ ][ ][ ]
============================================
[ ][X][X][X][X]    GESAMT    [ ][ ][ ][ ][ ]

PROZENT: 13 %
NOTE:    F


Review von Andreas Roth

Vorweg gesagt: Ich fand die Folge eigentlich ganz gut. Die Story war 
zwar nicht überwältigend, hatte aber ein paar recht nette Ansätze. 
Jetzt kommt jedoch das große "Aber": Homer ist ein totaler ***!!! 
(diverse Schimpfworte einsetzen) Wie kann man einen Charakter nur so 
kaputtmachen? :-( Doch der Reihe nach... 

Die Familie sitzt am Frühstückstisch, nur Bart fehlt. Nach einem eher 
schwachen Lisa-Spruch "Sein Mineralwasser schalt aus." sieht man ihn im 
Garten ein Loch buddeln, woraufhin Homer gleich vermutet, er grabe nach 
Drogen. Da die Loch-Story scheinbar nur benutzt wird, um Homer noch ein 
paar Elektroschocks geben zu können und über China zu lästern, fragt 
man sich wirklich, was das ganze soll. Die Szene wechselt zu Moe und 
man erkennt, daß Homer eine seiner "tollen Geschichten" zum Besten 
gegeben hat - wow, was für ein innovativer Übergang. *augenverdreh* Moe 
muß mal wieder sein Gewehr auspacken, weil seine Kunden nicht spuren 
(hatten wir das nicht erst letzte Woche?), aber immerhin wird es ein 
bißchen menschlicher, als er zugibt, daß ihn sein Job schon lange nicht 
mehr ausfüllt. Grausamst mal wieder der "Blut-Gag" - scheinbar muß das 
Zeug jedesmal mehr spritzen, letztes Mal war's ja noch nicht genug. >:-(

Zwar ist die Sache mit der "Barkeeper-Uni" etwas weit hergeholt, bietet 
aber durchaus einige nette Szenen und einen sehr 
symbolisch-surrealistischen "Abgang" des ehemaligen Professors von Moe 
(eine Filmreferenz?). Daß Moe seine Kneipe etwas aufmöbelt, kennen wir 
ja schon von früher ("Uncle Moe's Family Feedbag"), diesmal ist's ein 
hippes Szene-Lokal. Daß Homer und seine Kumpanen dort nicht 
'reinpassen, ist natürlich klar, und so erlebt man noch mehr 
oberpeinliche Auftritte (da kommt mir sogar Peter von "Family Guy" 
realistischer vor...). Zurück zu Hause geht es munter weiter mit 
"Jerkass-Homer" - Lisa bekommt eine Zigarette in den Mund gesteckt, und 
in der Garagenbar müssen die Kinder mitten in der Nacht sinnlos 
schuften. *kopfschüttel* Auch die Jagdszene am nächsten Tag strotzt nur 
so vor Brutalitäten (Adler attackiert Moe, Homer schießt Moe an, Homer 
fällt in eine Bärenfalle), wenigstens sieht man da kein Blut spritzen 
(richtiggehend erstaunlich, daß man diese Gelegenheit verpaßt hat...). 

Nun ja, am Ende baut Moe seine alte Bar wieder auf, alle vertragen sich 
natürlich wieder, und die Gaststars tauchen noch einmal auf (irgendwie 
muß sich deren Engagement ja lohnen). Pro7 blendet die Folge 
"netterweise" mitten in der letzten Szene aus, so daß sogar das 
Schlußwort abgeschnitten wird, und die Fans sitzen (mal wieder) vor dem 
Fernseher und fragen sich, wie man nur so einen Müll zusammenschustern 
kann. Am Anfang hatte ich gesagt, daß ich die Geschichte eigentlich 
recht nett fand, und das wäre sie auch gewesen, wenn Homer nicht 
dabeigewesen wäre. Sein "foll grasses" Verhalten zieht das Niveau 
komplett in den Keller, so daß ich eigentlich weniger als Null Punkte 
vergeben müßte. Da die Geschichte an sich jedoch wenigstens teilweise 
Hand und Fuß hatte und Lisa nicht ganz so blaß dargestellt wurde 
(Protest gegen die Jagd), gebe ich der Episode noch eine 5+.


Review von Chris Pfeiler

Ich hatte irgendwie weder die Motivation, ein längeres Review über diese Folge zu schreiben (fällt also heute aus) noch sie mir nochmals in der OV anzusehen. Das wäre alles zuviel Beschäftigung damit, daher nur ein paar kurze Anmerkungen im Notenthread.

Die Folge ist IMO absoluter Müll, von Löchern übers Weitpissen bis zu den russischen Nutten und wohin auch immer. Eine ziellose Ansammlung von Selbstironie, krudem Humor, visuellen Gags und so ziemlich jedem Aspekt, der in S11/S12 schlecht war. Der Plot (?) hat eigentlich keine Richtung, irgendwo stehen zum Ausgleich dann ein paar Prominente arg unmotiviert im Bild rum. Die Nullnummer sieht sich wohl selbst als "Satire" auf pseudo-hippe Bars, was IMO absolut flach fällt.

Mehr fällt mir nun dazu gar nicht ein. In der OV sind ein paar recht heftige Sachen drin ("rotten penis"), ich weiß nicht, ob Ivar da für das deutsche Kinderprogramm entschärft hat.

Ich mag letzte Woche ja etwas zu freundlich gewesen sein, aber die heutige Ep ist IMO noch deutlich schlechter.

Man soll sich von solchen Folgen nun aber nicht entmutigen lassen, es wird noch deutlich bessere Folgen in der Staffel geben, wir sind nach wie vor im CABF-Nachzügler-Bereich (und selbst dort sind noch 2 bessere Folgen auf dem Sendeplan, sogar 3 mit THOH.) Die heutige Ep ist IMO die schlechteste der ganzen Staffel, nur 2 - 3 weitere Folgen gehen noch tendenziell in diese Richtung.


Review von Tobias J. Becker

Das war der absolute Tiefpunkt. Ich habe bei dieser Folge kein einziges Mal geschmunzelt geschweige denn gelacht. Ich saß die ganze Zeit vor dem Bildschirm und war entsetzt darüber, was scheinbar "witzig" sein sollte. Die ganze Folge bestand aus fast zusammenhanglosen Szenen, die entweder nicht mehr aufgegriffen wurden oder sinnloses Füllmarerial waren. Ich kann jetzt nicht alles auflisten, dazu müsste ich mir die Folge noch einmal ansehen, aber dazu habe ich überhaupt keine Lust. Diese Folge hat mir wirklich die Stimmung verdorben. Was in den letzten Wochen bei mir immer wieder Ivars Synchro--, nein, dafür ist mir das Wort zu schade, Futurama- Verpfuschung geschafft hat, hat diesmal die Folge selbst verursacht:

  • Barts Grabe-Aktion am an Anfang der Folge war völlig unsinnig und hat überhaupt nichts zur Handlung beigetragen.
  • Die Weitpiss-Szene
  • Moe zielt _schon wieder_ mit einer Flinte auf seine Gäste
  • Moe wird von einem Adler im Gesicht und den Genitalien zerpickt.
  • Homers Hand ist ein Blutfontäne
  • Homer gibt Lisa eine Zigarette
  • Die russischen "Models"
  • sinnlose Dialoge in Moes "neuer" Taverne, die krampfhaft ironisch-hintergründig zu sein versuchen
und so weiter

Ich erinnere mich gerade einmal an zwei halbwegs oder ansatzweise gute Szenen, für die ich dann doch noch den einen Punkt gab :

  • Der Gang des Professors ins Wasser erinnerte mich an den Freitod Odyssseus' Mutter, wie er in der starbestzten Verfilmung von 1997 zu sehen ist. Trotzdem wirkt die Szene hier aber "reingeklatscht", sie passt von der Stimmung einfach nicht in den Zusammenhang.
  • Barts misslungener prank call, bei dem Homer im Gegensatz zu Moe erkennt, dass es einer ist, aber nicht weiß, wie er darauf reagieren soll (wobei der Telefonstreich in der deutschen Fassung mal natürlich wieder sehr plump übersetzt wieder, frei nach Ivars Motto: Wenn es Bezeichnungen oder Namen nicht gibt, erfinde ich sie eben.

Überhaupt wirkt die ganze Folge aber wie ein Flickenwerk kruder, teils selbstironischer, teils sinnlos erscheinender und mit "künstlicher Hintergründigkeit" versehener Szenen. Es gelingt einfach nicht mehr dieses Netz der Hintergründigkeit unauffällig durch die ganze Folge zu ziehen, sondern ist jeweils fleckenweise aufgesetzt. Die Einbindung dieser Szenen gelingt äußerst schlecht, teilweise sind es auch nur Sekunden dauernde "Einwürfe" von Gags wie die Clinton-Szene in der letzten Folge. Das ist ein von Family Guy übernommenes Stilmittel, das dort jedoch weit besser funktioniert und auch besser in das Grund- oder Ganzkonzept der Serie passt. Von den Simpsons erwarte ich jedoch eine Folge, die ein geschlossenes Ganzes bildet, deren Hintergründigkeit natürlich entsteht und nicht zwanghaft wirkt. Dies war bei dieser Folge nicht im geringsten der Fall – oder um ein Zitat aus "Hör mal, wer da hämmert" zu verwenden: Der Humor ist so hintergründig, dass er gar nicht auffällt...

Note 5- (1 Punkt)

Jetzt zu deutschen Synchronfassung:

CABF20 / 272. / 271.
Deutscher Titel: "Homer und Moe St. Cool"
Original-Titel: "Homer the Moe"

US: So, 18.11.2001
D1: Sa, 15.02.2003

Tafel-Gag:
A BURP IN A GLAS IS NOT A
SCIENCE PROJECT

A BURP IN A GLAS IS NOT A
SCIENCE PROJECT

(Ein Rülpser in einem Glas ist kein wissenschaftliches Objekt.)

Sofa-Gag:
Ein Football wird ins Wohnzimer, und damit ins Bild geworfen. Die
ganze Familie stürzt sich in Football-Ausrüstung gekleidet auf ihn,
zuletzt Homer. Maggie quetscht sich mit dem Football aus dem Haufen
heraus und stößt ihn mit einem jubelnden "Strike!" auf den Boden.

Maggie Simpson           ---                      (OV: Nancy Cartwright)
Homer Simpson            Norbert Gastell          (OV: Dan Castellaneta)
Marge Simpson            Elisabeth Volkmann       (OV: Julie Kavner)
Lisa Simpson             Sabine Bohlmann          (OV: Yeardley Smith)
Bart Simpson             Sandra Schwittau         (OV: Nancy Cartwright)
Dr. Bob Kaufmann         Fritz von Hardenberg
Chines. Militär-Fuzzi 1  Ivar Combrinck
Der Große Homungus,
chines. Militär-Fuzzi 2  Willi Röbke
Chines. Militär-Fuzzi 3  Kai Taschner
Moe Szyslak              Bernd Simon              (OV: Hank Azaria)
Carl Carlson             Peter Musäus             (OV: Hank Azaria)
Lenny                    Ulf-Jürgen Wagner        (OV: Harry Shearer)
Barney Gumble            Gernot Duda              (OV: Dan Castellaneta)
Off-Sprecher             Butz Combrinck
Professor                Fritz von Hardenberg
Studenten                Peter Musäus u.a.
                         Ulf-Jürgen Wagner u.a.
[Homer Simpsons Gesinge  [synchronisiert]]
Fa-mike-o (?)            Ivar Combrinck
Maggie Simpson           Sabine Bohlmann          (OV: Nancy Cartwright))
Cecily (?), Türsteher    Wolfgang Schatz
Russisches Model 1       Natascha Geisler
Russisches Model 2       Sonja Reichelt
(Russische Model 3)
Roboter                  Kai Taschner
Frau 1                   Natascha Geisler
Mann 1                   Nico Macoulis
Mann 2                   Dirk Meyer
Frau 2                   Sonja Reichelt
Mann 3                   Wolfgang Schatz
[[Anti-Moe-Gesang        [synchronisiert]]
[[REM [Gesang]           [unsynchronisiert]]
Peter Buck               Kai Taschner             (OV: Peter Buck)
Michael Stipe            Willi Röbke              (OV: Michael Stipe)
Mike Mills               Ivar Combrinck           (OV: Mike Mills)

Gernot Duda war als Barney ganz erträglich, Musäus klang vor allem am Anfang merkwürdig weich auf Carl. Für die Prominenten hat Ivar diesmal wieder Stammsprecher genommen (im Gegensatz zu N'Sync in S12). Nobby musste natürlich wieder unbedingt singen (ich glaube fast, Ivar lässt ihn nur deshalb so oft singen, WEIL er es nicht gerne tut...). Die Chinesen klingen bei uns eher wie Russen, was aber nicht völlig falsch ist. Das Klischee des "l"s statt "r"s trifft nämlich auf die wenigsten Chinesen zuvor. Der Name, den Bart als Telefonstreich verwendet, ist wie oben geschrieben wieder mal sehr fantasielos (wobei mir Rabes ständiges "der hier xyz-scheißt" auch auf die Nerven geht/ging). In Ganzen viel die Synchro aber nicht schlecht auf. Entschärft hat Ivar wohl wenig bis nichts, auch bei Futurama hat er es ja (zum Missfallen von ProSieben) gelassen, ebenso auch bei der Family Guy - Folge, die heute lief. Ich frage mich wirklich, wie – vor allem von der Sprecherbesetzung her – eine Ivar-Synchro (OFF, FG), ganz passabel, eine andere (F3K, v.a. 4. Staffel) zum Heulen schlecht sein kann. Bei Family Guy holt er sogar immer mal wieder für Prominente (die sich gar nicht mal im Original selbst sprechen, ganz in der Tradition von Clint Eastwood...) ins Studio, sogar Berliner Sprecher sind zu hören. So war letzte Woche z.B. für Sean Penn korrekt Tobias Meister zu hören. So was sollte er auch mal häufiger bei den anderen Serien machen. In THOH XII haben wie schon vor einigen Monaten geschrieben Pierce Brosnan und "Harry Potter" ihre richtigen Stimmen, hoffentlich bleiben das in Zukunft keine Ausnahmen. Ich bin in der Hinsicht auch schon mal auf die Clip-Show gespannt...


Review von Jörg Starke

Die neue Folge: Ein durchweg mangelhaftes Spektakel schierer Blödheit präsentiert von Leuten, die mal meine Freunde waren.

Das Loch: Ein eigentlich vielversprechender Anfang. Bart gräbt ein Loch. Sofort kam mir der Eindruck, daß da doch ein Potential hinterstecken könnte, ein Ansatz von einer Story. Wenngleich man auch nichts über die Motivation Barts erfahren konnte, weckte sich zumindest der Eindruck nach einer Story. Fehlalarm. In einem Übergang ungefähr gleich denen Dieter Nuhrs bei Sieben Tage Sieben Köpfe springt Humer als Erzähler erst zu den chinesischen Satelliten, danach zu sich selbst als Erzähler. Bleibt die Frage: Warum? Das alles hat mit der Geschichte rein gar nichts zu tun, es ist weder lustig noch gedankenanregend, es ist einfach nur blöd. Und mit der Story im eigentlichen Sinn hat es auch nichts zu tun. War die Episode etwa zu kurz und brauchte noch ein Füllsel, um überhaupt auf 22 Minuten zu kommen?

Die Bar: Moe zieht die Flinte, wie immer in S13 viel zu schnell und unbegründet, warscheinlich nur, um dem Spaß-Zuschauer gerecht zu werden. Dann der Übergang zur Barkeeperschule. Ein eigentlich vielversprechendes Thema, daß Moe die Lust an seiner Bar verloren hat, bedenkt man nur, daß dieser Schuppen nciht wirklich rentabel sein kann und er immer mit den gleichen Leuten beschäftigt ist. Hier tut sich eine Gelegenheit auf, ein wenig hintergründiges in die ganze Episode zu bringen, die aber hoffnungslos vertan wird. Nach dem Wettpinkeln (wie geschmacklos) wird Humu Chef von Laden und läßt die Bar rocken. In S4 hätte dieses durchaus zu einer Qualitätsfolge werden können (mit S4 als Synonym für die Geisthaftigkeit und Hintergründigkeit der frühen Episoden), so wird es nur als plattes Aufspiel genutzt, auf der Theke zu tanzen.

Joachim: Warum um alles in der Welt haut Humer mit seiner Faust in die Jukebox? Selbst die versuchte Anspielung auf den Fonz kann eigentlich nichts retten, denn der (Un-)Profi und S1x-Kenner vermutet sofort und richtig die Bluttat. Eine spritzende(!) Blutfontäne ergießt sich aus seiner Hand mit einer Geschindigkeit, die ziemlich unglaublich ist. Ganze vier Sekunden hält die Kamera drauf und zeigt nur wieder einmal, daß derartige Szenen auch in der ehemals so moralischen Serie ihre Fortsetzung finden können. Meiner Meinung nach absolut unpassend, das Blut derart abgeründig als verkapptes Stilmittel einzusetzen, aber nun gut.

Das College: Hier setzt endlich der Hauptteil der (nicht wirklich vorhandenen) Story ein. Moe bekommt von seinem ehemaligen Lehrer die Tips, die er sucht (oder glaubt, zu suchen), um seine Lebensfreude wiederzufinden. Während er sich in den frühen Stafflen mit Nutten und One-Night-Stands begnügte, wird er in S1x immer mehr zum tragenden Nebencharakter. Ein grandioser Fehler, ihn so darzustellen, kennen wir ihn von früher doch auch ganz anders. Auch hier kommt wieder der Aspekt mit der Flinte zum tragen, welche früher doch ein sehr geeignetes Stilmittel war, heute aber total verkommt. Der Abgang des Lehrers (sicherlich irgendeine Filmanspielung, die ich nicht verstanden habe) wirkte trotzdem sehr künstlich und unwirklich, beinahe wie ein Versuch, jene bekannte Hintergründigkeit noch zu retten. Mißlungen.

Return of the Prank Call: Endlich ist er wieder da. Nach vier Staffeln ohne Anruf wirkt dieser wieder mal wie der Versuch, etwas der ursprünglichen Frische zu retten. In der DV allerdings merkt man deutlich den Einfallsreichtum der Synchronübersetzer, Namen zu erschaffen. Nach Dubistn aus Staffel 8 folgt nun Ichess. Ein wirklich grandioser Einfall, so werde ich meine Kinder auch nennen. Humu am anderen Ende zeigt in seiner Blödheit, den Witz nicht zu verstehen, selbst nach Barts Anweisungen, was er zu sagen hat. Dies zeigt nur, wie sehr viel tiefer Moe den Stift nun reingedrückt hat (Entschuldigung!).

Humers Ende: Als Humer dann morgens in die Bar ging, standen drinnen Leute, die die Barhocker zum Fenster rauswarfen. Bei allem Sinn für die Szene, aber professionelle Abbrucharbeiter, die so vorgehen sind etwas zu gefährlich. Die haben mehr Dreck gemacht als beseitigt und daher wirkte die ganze Szene unprofessionell bis künstlich.

Die dunkle Ecke: In Moes neuem Schuppen steppt der Bär, die Leute stehen Schlange (erinnert mich irgendwie stark an Flaming Moe's). Von Rausschmeissern bewacht führt Moe eine Kneipe, in der er wohl am allerwenigsten Zutritt haben sollte. Das Moe seine wahren Freunde verleugnet, alles schon mehrfach dagewesen und somit nur der Versuch ein wenig Story in dieselbe zu bringen, natürlich erfolglos. Der ganze Laden wirkt künstlich aufgesetzt und so sollte auch Moe wirken.

Der Sauerstoff: Der Abgang in die Sauerstoff-Bar. Ein Zeichen von moderner Sozialkritik oder nur ein Versuch, Humers potentielle Drogenabhängigkeit ein weiteres Mal zu zeigen. Wenngleich ich eher zu zweiterem tendiere, muß ich sagen, daß die gesamte Szene doch noch einen gewissen Sinn hatte und damit ziemlich allein in dieser Episode dastand.

Humers neue Bar: Nun, warum sollte er nicht seine eigene Bar eröffnen, schließlich hat er ja keine Arbeit mehr (Nein, er arbeitet nicht mehr im Atomkraftwerk, oder doch?), seine Versuche, die Kinder mit dort hineinzubeziehen waren doch gründlich deplatziert und zeigten gar nicht mehr Homer als den familienliebenden Vater, der er einst in S1 ("Ich glaube, wir sind die schlimmste Familie dieser Welt." und den Versuch dieses zu ändern) oder auch in "Bei Simpsons stimmt was nicht" (Homer setzt alles daran, seine Kinder wiederzubekommen) war, ganz im Gegensatz zur Folge letzte Woche oder auch dem heutigen Versuch, Lisa eine Zigarette anzustecken.

Gastauftritt: Sicher stehen die Stars Schlange, um einen Gastauftritt in dieser Serie zu bekommen, trotzdem Frage ich mich, wie es heute zu genau so einem kommen konnte. Der Realismus zeigte sich noch ansatzweise, als Humer seine Bar eröffnet (wir alle wissen, wie impulsiv Homer, aber vor allem Humer sein können), aber warum um alles in der Welt treten solche Musiker in einer Hinterhofersatzkneipe auf? Humer war zwar im Weltraum und ist Grammy-Gewinnen, aber an irgendeinem Punkt sollte der Realismus doch noch zu sehen sein.

Return to previous: Ebenfalls äußert künstlich und aufgesetzt wirkte dann der Schluß, bei dem es darum ging, den ursprünglichen Status wiederherzustellen. Die Jagd. Wir sahen Homer und Moe bereits auf der Jagd in "Homer's Phobia", aber damals wußte man noch, die zwar notwendige Gewalt bei einer Jagd subtil zu verstecken. Es war mir zumindest von vornherein klar, daß es dabei irgendwelche Verletzungen geben wird, welcher Art auch immer. Das am Ende dann die Bar in den ursprünglichen Zustand zurückgebaut wurde ist im ganzen betrachtet ungefähr genauso realistisch wie der grobe Rest der Episode.

Fazit: Einzelne starke Stellen wie zum Beispiel der Roboter, welcher aber auch extrem künstlich in die Länge gezogen wurde, konnten die Schwächen des Inhalts und des Witzes bei weitem nicht ausgleichen.

Bleibt als Abschluß eigentlich nur noch die Hoffnung auf bessere Folgen in den nächsten Wochen.