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Die Simpsons

Review von Andreas Krösing

THOH haben es eigentlich immer schwer, denn nach dem genialen Auftakt der zweiten Staffel kam meiner Meinung nach nicht eine einzige der weiteren Folgen der Reihe an die Genialität des Debüts heran. THOH 1 schaffte es damals dank genialer Atmosphäre und dem richtigen Maß zwischen „Horror“ und „Comedy“ eine meiner Meinung nach perfekte Folge zu werden. Dieses gewisse Maß allerdings ging schon sehr bald innerhalb der Reihe verloren und die anfangs genialen Parodien wurden zu Totalparodien, die nur noch lustig, aber in keiner Weise mehr gruselig waren. „Gruselig“ und „Horror“ sind natürlich gewagte Bezeichnungen dafür, aber man darf natürlich nicht erwarten vor lauter Angst vom Fernsehsessel zu fallen, sondern muß darunter selbstverständlich nur eine wundervoll in Szene gesetzte Schauerkulisse verstehen, die mit pfiffigem Humor angeheizt wurde. So wie „The Raven“ im ersten Teil das wundervoll atmosphärische Gedicht mit absolut coolem Dan Castallaneta Schauspiel zum an sich von Wort her eher paradoxen „lustigen Horror“ machte. Im Laufe der Jahre wurde eine THOH viel mehr zur absoluten Schreibfreiheit für Autoren, sie konnten sich total darin austoben und ließen die wirrsten Sachen geschehen. Vom Urgedanken blieb damit allerdings leider nur noch sehr wenig erhalten: Die Folgen wurden spaßiger, actionreicher und verrückter, entwickelten sich aber im Laufe der Jahre zu simplen Gag - Folgen und nicht mehr.

In dieser Hinsicht ist auch THOH XII gut, denn die Geschichten sind im Großen und Ganzen doch recht interessant und spannend umgesetzt und auch wegen der Gags schön anzusehen. An vielen Stellen scheint zwar hier und da für meine Ansprüche noch zuviel Staffel 11 Einfluß heraus, aber bei einer THOH kann man da wohl ein Auge zudrücken.

Sondervorspann:

Wie alle THOH fängt auch THOH XII mit einem abnormalen Anfang an, jedoch hier meiner Meinung nach mit einem absolut mißratenen. Die Vorkommnisse auf Burns Anwesen (nicht das normale, sondern ein Schloß) wirken auf mich sehr seltsam und der abstürzende Turm, sowie die Leichen und die referenzbeladenen Simpsons erscheinen mir allesamt sehr konstruiert. Nachdem THOH IX den Titel „Best Opening Ever“ verdient hat, bekommt dieses hier zumindest von mit den Titel „Worst Opening Ever“. Es scheint mir sogar so, als ob das Skript den Zeichnern eine nicht realisierbare Aufgabe stellte, denn irgendwie schreit dieser Anfang in meinen Augen nach einem seltsamen Denken im Skript einer der Autoren. Wenn man nämlich allein schon versucht die Vorkommnisse, die wir mittlerweile schon sehen können zu beschreiben wird es kompliziert, beim Ausdenken davon muß man meiner Meinung nach wirklich sehr konfuse Gedankengänge haben. Der Gag, das wir annehmen sollen Smithers bekommt einen Stromschlag zündet irgendwie nicht richtig und der Rest der Geschehnisse ist nur noch Schwachsinn.

Segment 1:

Es fängt noch ganz gut an, der Titel ist lustig und auch das Treiben der Stadt ist ganz nett, dann allerdings beginnen schon die ersten Probleme. Das Segment ist bei der Wahrsagerin anfangs („Are you a cop?“) zwar immer noch sehr lustig, danach aber schnell wieder im alten Schwachsinn drin. Traurige Homer Qual, Homer Dummheit und Ekeleffekte, die mit der Warze mal wieder scheußliche Ausmaße haben in weniger als einer Minute bescheren dem Zuschauer schon mal den ersten Schock und selbst das Halloween Szenario rechtfertigt da meiner Meinung nach nichts. Ein Schock in einer Halloweenfolge klingt zwar gut, ist aber zu dem Preis meiner Meinung nach absolut unpassend, erst recht in dieser Serie. Danach geht es allerdings glücklicherweise wieder ein bißchen bergauf. Zwar wird der Cartoongehalt während des ganzen Segment nicht weniger, sondern nur noch mehr, allerdings ist die Story doch ganz nett und lustig anzusehen, wenn auch noch wirklich schlechtes Zeug drin ist. Die Wahrsagerin hat Homer verflucht und alle Leute, die er liebt sollen von unsagbarem Pech verfolgt werden. Somit werden alle Familienmitglieder verhext und die Kumpels in der Bar von einem Hubschrauber getötet. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen was daran lustig sein soll und auch für Halloween hat es keinerlei Effekt. Es ist einfach nur bescheuert, weder lustig noch gruselig. Danach wird das Segment aber wieder ganz annehmbar, denn so „foll grass“ es auch mögen möchte, ich finde den kleinen grünen Kerl (einschließlich der Sache mit dem Iren) einfach nur spitze. Er bringt wirklich Schuß in die Story und auch das Ende mit der Hochzeit ist komisch anzusehen. Unter dem Aspekt der neuen Halloweenfolgen, den ich oben erläutert habe ist der 1. Akt der Folge ganz nett, allerdings wegen zu viel Einfluß der neuen Staffeln nicht mehr als schlapper Durchschnitt.

SCHLECHT                                 GUT

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PROZENT: 67 %
NOTE:    C-

Segment 2:

Das 2. Segment wird dann meiner Meinung nach wesentlich besser, in einer THOH ist Science Fiction völlig in Ordnung und hier sogar wirklich schön umgesetzt, auch von der Animation her sehr chic. Obwohl diese Story schon oft von anderen Serien (u.a. WB Cartoons) inszeniert wurde ist sie auch bei Simpsons nett anzusehen, das Haus wirkt irgendwie cool und der Prominentenauftritt ist hier meiner Meinung nach nicht besonders störend, da er ernsthaft etwas zur Story beiträgt, bzw. diese sogar führt. Ganz lustig ist das Gespräch über Marge zwischen Homer und dem Haus, doch danach wird es für meinen Geschmack eindeutig zu blutig. Homers blutiger (scheinbarer) Tod und seine anschließende Wunde sind wirklich scheußlich, allerdings wage ich es nicht in einer THOH den fehlenden Realismus zu beklagen, denn von dem Gesichtspunkt wäre es ja egal. Was mich mehr daran stört ist die Tatsache, dass man alles noch wesentlich besser umsetzen könnte. Manchmal ist weniger mehr und genau das meine ich auch, wenn ich über Blut in einer THOH rede. Es soll kein Gemetzel werden, denn wo zuviel ist wirkt es einfach nicht mehr... Zwar ist die Szene auch nicht wirklich schlecht, sondern hat dank cooler Kameraeinstellung noch irgend etwas, allerdings gefallen mir die weiteren Geschehnisse einschließlich Homers Wunde eben nicht mehr. Auch die Geschichte mit dem Haus wird mir gegen Ende zu cartoonig und vor allem die „Hände“ wirken wie direkt aus einem Disney Comic geklaut. Auch der Angriff des Hauses ist mir einfach zu cartoonig, es ist als Höhepunkt für mich einfach unbefriedigend, einen Haufen Cartoon Effekte geboten zu bekommen und genau diesen Fehler macht dieses Segment. Glücklicherweise ist das Ende dafür mit Angriff des Wasserboilers, britischer Charme Chips und dem finalen Verwendungszweck für die Maschine wirklich wunderbar gelungen und vor allem dank der Hintergrundmusik bei Patty und Selma einfach schön lustig anzuschauen. Eindeutig besser als das erste Segment und bis auf den cartoonig gipfelnden Höhepunkt ein recht netter Akt.

SCHLECHT                                 GUT

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PROZENT: 80 %
NOTE:    C+

Segment 3:

Beim 3. Segment hat ein Potter – Hasser wie ich wirklich seinen Spaß, obwohl er eine Vielzahl der Anspielungen auf die Bücher wohl nicht versteht. Die Fans haben ihren Spaß, gerade weil sie es verstehen und somit ist den Autoren hier eigentlich mal wieder etwas Gutes gelungen. Die Story ist für meine Begriffe wieder etwas zu wild und zu cartoonig und so wahnsinnig viel mit Halloween hat sie auch nicht zu tun, aber immerhin haben die Autoren eine kreative und gute Idee ziemlich gut umgesetzt. Wie bereits erwähnt sind die THOH im Laufe der Zeit dazu verkommen eine Bühne für derartige Exkursionen zu bieten und das ist mir, wenn es gut umgesetzt wird, eigentlich lieber als eine extra Folge, die einen neuen Rahmen für die Geschichten spannt, wie zum Beispiel die Bible Stories, oder die Tall Tales es machten. Wie schon das erste Segment betrachtet unter den Kriterien einer modernen THOH weiß auch dieses Segment zu überzeugen, wobei natürlich wie bei fast allen modernen Folgen der Aspekt „Gag“ im Vordergrund stand. Da bei Potter allerdings auch nicht mehr als der blanke Gag und die Parodie drin ist muß man das berücksichtigen und kann somit sagen, dass das Segment gelungen ist, wenn die Parodie gelungen ist und in meinen Augen ist sie das. Viele wirklich gute Gags (Nelson in der Zauberschule, Smithers und Burns, Homer bei der Aufführung und sein Spruch, dass sie sich auch die anderen Kinder angesehen haben und nun alle wegrennen, wenn Lisa dran ist...) und coole Charaktere verleihen der Episode einen interessanten Touch und verschaffen dem Zuschauer beim Ansehen viel Spaß.

Fraglich hingegen ist da noch der etwas widerliche, aber für mich trotzdem lustige Gag mit dem sich übergebenden Frosch. Es paßt eher zu South Park, aber als ich die Folge zum ersten Mal sah hatte ich das irgendwie hatte nicht erwartet und mußte laut auflachen, was mir eigentlich bei neuen Folgen und speziell dank Gags dieser Art eher selten passiert. Obwohl ich derartige Stilverdrehung normalerweise nicht mag kann ich hier über die Geschmacklosigkeiten und vielleicht sogar typischen Probleme der neuen Staffeln (einschließlich „Please kill me!“ doch etwas seltsam und irgendwie auf Staffel 11 Niveau, wenn man es objektiv betrachtet) wirklich lachen, um ehrlich zu sein finde ich die ganze Szene mit dem kleinen Krötenprinzen doch sehr komisch. Bei vielen anderen dieser besagten „schlimmen“ Szenen ist meistens der eigentliche Witz für mich einfach nicht erkennbar, wobei es hier dank Zauberhintergrund und Halloween eigentlich für den Gag noch in Ordnung geht und darum so gut funktioniert.

Das Ende ist dann mit Smithers, der Burns auffrißt nochmals wirklich komisch, aber vom Ablauf her für meine Begriffe etwas zu schnell und zu lieblos inszeniert, was allerdings vermutlich auch am steigenden Cartoongehalt liegt. Alles in allem ist das 3. Segment als Parodie auf Harry Potter wirklich gut gelungen und kann zumindest mich trotz seiner erwähnten Schwächen überzeugen. Ein schöner Abschluß für ein ansonsten eher durchschnittliches Halloween Special.

SCHLECHT                                 GUT

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PROZENT: 85 %
NOTE:    B

Der komplette Abschluß der Episode ist zunächst mit grünen Fabelwesen auf Barts Schultern und dann auch noch mit Prominenten Huldigung und Staffel 11 Ende zu bescheuert, aber für dass, das es „nur“ die Credits unterlegt lasse ich es gerade nochmals ohne dafür abzuwerten durchgehen. Unter dem Strich eine durchschnittliche Halloweenfolge, die als Spaßfolge durchaus zu überzeugen weiß, aber den alten Aspekt der Reihe nicht wirklich trifft.

THOH XII:

SCHLECHT                                 GUT

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PROZENT: 73 %
NOTE:    C


Review von Andreas Roth

Das war sie nun also, die THOH-Folge der 13. Staffel, und mein Eindruck ist etwas zwiespältig. Einerseits gibt es eine ganze Reihe recht guter Gags, aber vieles wirkt doch auch etwas zu aufgesetzt oder einfach nur lahm. Bei den THOHs sind non-canon-Elemente ja erlaubt, und so dürfen z. B. Charaktere verletzt oder gar getötet werden, ohne daß es Auswirkungen auf spätere Folgen hätte, und auch die "allseits beliebten" Blut-Gags wirken hier nicht so deplatziert wie in den anderen Folgen...

Das erste Teilsegment "Hex and the City" war meiner Meinung nach das schwächste, und ich habe, ehrlich gesagt, einen Großteil der Handlung schon wieder vergessen. Die Handlung war äußerst platt angelegt (Simpsons besuchen Wahrsagerin, Wahrsagerin verflucht Simpsons, Homer fängt einen Kobold, Kobold soll Simpsons von Fluch befreien) und hob sich nur durch einige recht witzige Gags etwas hervor (z. B. die Liebesaffäre zwischen Kobold und Wahrsagerin). Einige Mini-Referenzen an frühere Folgen waren eingebaut, was den Rest aber nicht wettmachen konnte.

"House of Whacks" konnte sich da schon deutlich besser präsentieren und bot eine durchgängige Story, deren Ende wirklich zu überzeugen vermochte (eine Seltenheit bei den aktuellen Episoden). Die Referenzen an "2001" waren recht gelungen, wenn auch die Deaktvierung des Ultrahouse 3000 nicht im geringsten an das Original herankam - schade eigentlich, denn es ist im Film eine der Schlüsselszenen. Nervig fand ich die erneute Bemühung des Beruhigungspillen-Running-Gags, wohingegen die Blutszene erfreulich erträglich ausfiel (nicht jedoch Homers aufgeschlitzter Hinterkopf). Aber wie gesagt, bei THOH muß man das nicht ganz so eng sehen.

Im dritten Segment "Wiz Kids" wurde der "Hype" um die Harry Potter-Geschichten aufs Korn genommen, und herausgekommen ist eine durchweg ansehbare Parodie, die jedoch nicht allzusehr in die Tiefe geht (inwieweit die Details übereinstimmen, kann ich mangels Harry-Potter-Kenntnissen nicht sagen). Burns brilliert in der Rolle als fieser Hexer, und ein schlangenzüngiger Smithers paßt ebenfalls sehr gut zum Charakter. Die sich übergebende Frosch-Kreatur von Bart war IMO etwas ekelig, ansonsten bestach das Teilsegment durch eine schöne Optik, und die Springfield Elementary machte sich als Hogwarts wirklich klasse.

Segment 1 zieht die Gesamtwertung leider etwas herunter, wegen der schwachen Story gibt es hier nur eine 4-. Das zweite Segment erhält, vor allem wegen dem guten Schluß, eine 2 und das dritte Segment schließlich bekommt eine 2-. Insgesamt also eine glatte 3.


Review von Chris Pfeiler

Und wieder ist es Zeit für eine neue Folge, diesmal CABF19 "Treehouse of Horror XII" (in der DV wie immer seit S10 völlig mißlungen nach dem ersten Segment benannt.)

Bei einem THOH sollte man nun die Toleranzschwelle für visuelle Gags, Frontalparodien und blutigere Szenen wohl etwas anheben und für eine Benotung mehr auf Einfallsreichtum und Unterhaltungswert der Segmente achten, als auf Logik. Das bedeutet allerdings nicht, daß man jeden geschmacklosen Unfug und Füllmaterial heute einfach so durchgehen lassen sollte. THOH war ja immer die einmalige Chance, schrägeres Material als in normalen Folgen einer klassischen Staffel zu zeigen, ohne jedoch das hohe Niveau der Serie zu verlassen.

In den klassischen Jahren bedeutete THOH oft inspirierte Parodie von Filmen, Gedichten oder auch Serien wie der oft referierten "Twilight Zone". Es bedeutete auch Atmosphäre, Inhalt und gekonnte Satire inner- halb einer Parodie (z.B. die geniale Politsatire in "Citizen Kang" und vieles mehr.) Aktuellere THOH in S1x standen hingegen meist für sehr uneinheitliche Mischungen aus Parodie, Slapstick und relativ plumpen Gagreihen, die fehlenden Inhalt durch überzogene Gewalt "auszugleichen" versuchten.

Sehen wir uns also kurz die Segmente des S13-Treehouse CABF19 an, den ziemlich dämlichen Vorspann ignorieren wir dazu am besten (der Abspann ist wohl einfallsreicher gemacht.)

Das erste Segment "Hex and The City" ist IMO das schwächste der ganzen Folge - Homers schräges Benehmen führt zu einer Reihe von ebenso schrägen visuellen und/oder kruden Gags in der typischen S1x-Schiene. Material wie Bart, der sich in seinen Cornflakes ertränkt, ist auch in einem THOH nicht besonders lustig. Auf der anderen Seite hat das Segment durchaus ein paar Schmunzler und bessere Ideen, besonders Dans brabbelnder OV-Leprechaun ist recht amüsant. Keine wirkliche Atmosphäre, als Reihe von Gagszenen aber zum Teil ganz nett, zum Teil für meinen Geschmack zu überdreht.

Das zweite Segment "House of Whacks" ist meiner Ansicht nach der beste Abschnitt der Folge. Nun sind 2001-Referenzen bei OFF und generell im Cartoongenre nicht neu, die Parodie ist aber gekonnt gemacht. Im Gegensatz zum ersten Segment sehen wir hier nämlich nicht nur Gag-Anreihungen, durch die Sterilität des Hauses und andere Verweise entsteht durchaus Atmosphäre. Gerade wegen dieser guten Atmosphäre wirken einige eher krude und blutige Jokes IMO auch deutlich störend, während anderes dialogbasiertes Material (z.B. "My British Charme Unit...") weit unterhaltsamer sind. Eine im Gesamtbild doch noch relativ stimmige Parodie mit gelungener Schlußpointe (und das ist in modernen THOH eine Seltenheit.)

Das dritte Segment "Whiz Kids" stellt einen Tribut an die pop- kulturelle Harry-Potter-Manie dar, bei einer OFF-Story zu dem Thema hätte ich aber z.B. mit satirischen Seitenhieben auf das Merchandise und die Vermarktung der Potter-Produkte gerechnet. Stattdessen sehen wir hier nur eine reine Parodie mit einigen einfallsreichen Momenten und Anspielungen (z.B. "Head Zeppelin"). Szenen wie der kotzende Mutantenfrosch gehören nun allerdings wieder deutlicher in den S1x-Bereich. Es ist interessant, mal wieder einen bösen Monty Burns zu sehen. Als seichtere Parodie nett geschrieben und trotz etwas hastigem Schluß kurzweilige Unterhaltung, allerdings ohne viel THOH-Potential.

Es gibt zu der Folge bereits ein BART-File von Tobias (anhand der DVD geschrieben), vielleicht kann man das nochmal posten oder auf google verweisen, falls es jemand noch nicht kennt.

Fazit: für ein modernes Treehouse trotz S1x-Materials im Gesamtbild erstaunlich unterhaltsam und zum Teil einfallsreich geschrieben. Die üblichen Probleme sind zwar noch immer da (allen voran der Mangel an echter Atmosphäre) aber THOH XII zeigt einige positive Entwicklungen und gleicht die paar ärgerlichen Szenen durch guten Humor an anderer Stelle beinahe aus. In jedem Bezug weit schwächer als klassische Eps, aber IMO bestes modernes THOH seit Nummer IX und gehobenes Mittelfeld, daher wieder mal Note C+.


Review von Tobias J. Becker

Das erste Segment war auch nach meiner Ansicht das Schlecheste von allen dreien, allerdings trotzdem nicht *sooo* furchtbar schlimm. Es wirkt aber anfangs fast schon wie eine normale S1X-Folge. Die Athmosphäre ganz zu Beginn in Ethic Town ist zwar eine etwas andere als in Springfield in gewöhnlichen Folgen, aber ansonsten ist es zunächst eine altbekannte Geschichte: Simpsons unterwegs, irgendwer macht etwas Dummes, was Konsequenzen nach sich zieht, die Simpsons versuchen, es rückgängig oder etwas dagegen zu machen und dabei passieren komische Sachen. Am Ende ist alles wieder gut, aber in einer unerwarteten Form. Eine Verfluchung ist zwar nicht gerade originell, aber auch nicht sonderlich schlimm. THOH-typisch gibt es auch ein paar Tode, deren Darstellung mir sogar ganz gut gefallen. Auf Lenny und Carl stürzt ein Flugzeug und Moe steckt plötzlich im Gurkenglas. Diese abermals aus Family Guy übernommene Art der "Spontan-Gags" passt hier ausnahms- weise mal sehr gut. Die Leprechaun-Fang-Aktion ist auch noch ganz witzig. Doch am Ende wird es völlig abgedreht, als der Leprechaun die Zigeunerin heiratet. Ingesamt eine 4, vielleicht ein 4+.

Das zweite Segment ist eindeutig das beste der drei. Der Promi-Sprecher ist endlich mal ist sinnvoll eingesetzt, wir haben mal wieder eine THOH-Story wie sie in den klassischen Staffeln hätte vorkommen können: Die Gefahr, die den Simpsons droht, wird anfangs nur subtil angedeutet, und bei den späteren Blut- / Splatterszenen hat man sich einigermaßen zurückgehalten. Das Segment hat sogar eine gelungene Schlusspointe, die dadurch entsteht, dass in das Geschehen, das THOH-mäßig zeitweise in einem leicht abgeändertem OFF-Universum spielt, wieder ein Element aus dem "normalem" OFF-Universum eingebracht wird, nämlich die Nervtötigkeit Selmas und Pattys. Eine glatte 2.

Zum dritten Segment kann ich nicht allzuviel sagen, da ich mit dem Harry Potter – Universum nicht ganz vertraut bin. Man hätte vielleicht eine Satire auf die Vermarktung rund um Harry Potter machen können, aber das muss ja nicht unbedingt sein. Stattdessen ist es ein Einblick in eine simpsonifizierte Zauberschule (mit einem Auftritt von Harry Potter). Die kotzende Frosch-Kreatur nervt natürlich wieder und erinnert uns daran, dass dies eine S1X-Folge ist, aber IMO positiv zu vermerken ist, dass der Frosch seinen eigenen Tod erfleht und damit diesen seiner leidvollen Existenz vorzieht. Das gibt der Kreatur einen Hauch von Tragik. Der Rest des Segments präsentiert uns eine Zaubervorstellung, bei der die Magie praktischerweise auch dazu verwendet wird, das etwas träge Publokum künstlich zum Lachen zu bringen, und natürlich der Kampf Gut gegen Böse, bei dem Bart zeitweilig von letzterem verführt wird. Wirklich positiv fällt auf – was für die ganze Folge (außer vielleicht dem Beginn bei Burns' Anwesen) gilt, aber hier besonders - dass sich alle in-charakter verhalten, wie man es aus den klassischen Simpsons kennt. Die Stärken und kleinen Schwächen vieler Figuren werden hier eingebracht. 2-

Der Anfang der Folge ist etwas merkwürdig, weil ein Burns, der sein Anwesen Halloween-mäßig schmückt, irgendwie nicht passt. Dass die Simpsons am Tor gespalten werden ist vielleicht nicht sonderlich kreativ, ist aber auch nicht weiter lästig. Der Abspann dagegen ist recht gelungen. Ähnlich wie in THOH 1, wo der Bart-Rabe auch außerhalb von "The Raven" vorkam, und THOH 2, wo Homer auch außerhalb seines Traumes noch Burns' Kopf mit an seinem Rumpf hatte (durch das Ersetzen des Abspannes vom ZDF ziemlich verstümmelt), gehört der Leprechaun mit zur Meta-Ebene des Abspanns. Laut dem Gespräch sind sowohl er wie die Frosch-Kreatur (sich selbst spielende) Gaststars bei den Simpsons. Diese Ebenen-Vermischung gibt es auch schon am Ende des dritten Segments, als der Leprechaun plötzlich wieder auftaucht (in der Synchro durch den rätselhaften Satz fast noch besser). Note 2-

Im Ganzen eine 3+.