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Die Simpsons

Review von Chris Pfeiler

Verglichen mit den beiden vorherigen S13-Folgen ist die heutige CABF18 "A Hunka Hunka Burns in Love" wohl bereits eine deutliche Verbesserung des Stils, obwohl sie noch zur Scully-Zeit gehört.

Sehen wir uns mal die positiven Aspekte an:

Wir haben eine kohärente Handlung über alle 3 Akte und keine unnütze Laufzeitvergeudung durch ziellosen Slapstick und angereihte Einzel- sketche. Selbst die relativ kurze Vorgeschichte mit Homer und den Fortune Cookies trägt aktiv zur eigentlichen Handlung bei - allein damit heben wir uns ja schon positiv vom CABF-Mainstream ab. Die Story ist relativ realistisch, visuelle Gags werden recht dezent eingesetzt, kein übertrieben krudes oder blutiges Material um mangelnden Inhalt durch grelle Effekte zu kaschieren (siehe den Müll von letzter Woche.)

Monty Burns ist zumindest nicht mehr die flache und senile Selbst- karikatur, die er in div. S11/S12-Unfolgen war, man hat sich in der heutigen Folge wieder mehr auf seine klassischen "Eigenheiten" zurückbesonnen - wie etwa sein völlig altmodisches Weltbild, in dem er glaubt, moderne Frauen mit stereoskopischen Bildern vom Krimkrieg beeindrucken zu können und einiges mehr. Trotz diverser und zum Teil auch leicht plumper Bemühungen, Monty zu re-etablieren, wirkt er im Endeffekt in der ganzen Folge aber wohl etwas zu nett.

Wir haben recht viel guten Humor, es ist IMO auch auffällig, daß der dialogbasierte Humor hier weit besser funktioniert als der direkte visuelle Humor. Die Szene mit dem "echten" chinesischen Drachen gleich am Anfang ist daher weit weniger amüsant, als beispielsweise Humor, der in Dialogen direkt durch die Charaktere oder durch deren Eigenheiten entsteht (z..B. "Get off the lawn, coppers, or I totally turn the sprinklers on" oder das Wortspiel mit "There´s a pie in for you"). Nette Ideen wie Homers "Mmmmmh, Pistol Whip" mit Gedankenblase verweisen ebenfalls auf klassische Jahre.

Die Satire ist relativ dünn gehalten, die Medienparodie mit Kent Brockman und seiner Ausnützung der Situation aber durchaus gut durchdacht. Keine übergreifenden Konzepte wie früher, aber auch kein grobes Reinkonstruieren von Alibi-Satire ohne Rücksicht auf Inhalt und Logik.

Kommen wir zu den negativen Aspekten:

Einige der Jokes stammen natürlich aus dem S1x-Bereich, wir haben auch wieder eine Tendenz zum sexuellen Humor, wobei es hier aber weniger störend wirkt als in manch anderen Folgen. Der Effekt von Homers und Marges (etwas zu lautem) Sex auf die Kinder und vor allem auf Flanders hat daher durchaus Schmunzelpotential, Smithers und die Tänzerinnen aber IMO eher weniger. Auf ein paar Jokes dieser und ähnlicher Art hätte die Folge dank ihrer stabilen Handlung verzichten können. Es gibt natürlich auch diversen Slapstick und Dresche für Homer, es wird aber nicht zu übertrieben gezeigt.

Trotz der versuchten Re-Etablierung von Monty Burns als komplexerem Charakter - wenn man Monty Burns als lustigen alten Mann betrachtet, kann man an der Folge mehr Freude haben, als wenn man ihn noch immer als satirisches Konzept eines US-Kapitalisten sehen will. Lustig ist er aber von dem "Citizen Kane"-Charakter früherer Jahre doch ziemlich weg, daran kann auch die etwas übertrieben häufig wirkende Verwendung des Wortes "excellent" in der Folge nichts ändern.

Was bleibt noch zu sagen - das ganze Schema "Homer hilft jemandem" ist nicht neu, die Familie wird als Begleiteffekt recht stark zu Statisten mit kurzen Auftritten. Der Titel der Folge bezieht sich auf die Zeile "It´s a hunka hunka burning love..." im Elvis-Song. Die Synchro der Ep wird sowieso umfassend diskutiert und mit der drts-Synchro verglichen werden, da ich die Ivarisierung nicht kenne, sage ich da gar nix zu.

Fazit: eine deutliche Verbesserung zu den beiden vorherigen Folgen - netter Humor, durchgehende und logische Handlung. Viel vom Humor hier entsteht durch Charaktere und nicht nur durch Reihen von visuellen Einzelgags, recht wenig S1x-Material. Im Gesamtbild eine unterhaltsame Folge nach einem relativ bekannten Schema mit einfacher Satire. Sicher keine schlechte Folge, aber letztlich auch eine Folge ohne besondere Substanz und Innovation. Gehobenes Mittelmaß, Note C+.


Review von Andreas Roth

Die heutige Folge war eine deutliche Steigerung gegenüber den absolut sinnentleerten Episoden der letzten beiden Wochen, wenngleich sie natürlich nicht an die älteren Staffeln herankommt. Der Einstieg hat wie so oft relativ wenig mit der eigentlichen Folge zu tun, man griff hier wieder einmal auf das besonders in S11/12 bekannte Schema "Die Simpsons fahren irgendwo hin und 10 Minuten später geht es mit der eigentlichen Handlung los"-Schema zurück. Bis auf den recht netten Woody Allen-Gag hatte der Auftakt eigentlich nichts zu bieten.

Wenigstens wurde Homers neuer Job als Glückskeks-Textschreiber zum Aufhänger für die eigentliche Story um Mr. Burns große Liebe, die überraschend eingängig inszeniert wurde, ohne jedoch zu sehr in die Tiefe zu gehen - dafür war sie doch recht flach und stellenweise auch ein wenig unlogisch. Das Aphrodisiakum sah leider wieder ein wenig nach dem mittlerweile typischen Drogen-Running-"Gag" aus, bot aber immerhin einen Lacher mit der "Hoffentlich haben uns die Kinder nicht gehört"-Szene. ;-)

Die Szenen mit Burns und Gloria hingegen waren durchaus erfrischend, man sieht mal kein Blut (beim Auftauchen von Snake hätte ich schon fast damit gerechnet...), und Homer hält sich auch etwas mehr zurück in Sachen Clownerei, ja er zeigt sogar bisweilen eine erstaunliche Cleverness (Befreiung von den Fesseln mittels Feuer etc.).

Daß es am Ende mit Burns und Gloria nichts wird, war natürlich abzusehen, aber gerade das Ende ist recht fad geraten - Wiggum ist noch inkompetenter als sonst, und auch Kent Brockman verhält sich nicht ganz so smart wie gewöhnlich. Die Schlußszene mit dem unvermeidlichen Arm-in-Arm-Marsch in den Sonnenuntergang hinein wirkt ebenfalls etwas zu aufgesetzt.

Insgesamt jedoch eine durchaus sehenswerte Episode, die viele schöne Momente, jedoch auch zeitweise eine recht flache Handlung aufweist, deshalb gibt es diesmal eine 3+. Hoffen wir, daß es in den nächsten Wochen weiterhin so positiv aussieht!


Review von Tobias J. Becker

Diese Folge stellt eine große Steigerung gegenüber den letzten beiden Folgen da, enthält aber immer noch einige nervige typische S1X-Elemente:

  • Die Folge beginnt abermals mit einem besonders Festival /Show? / Event, in diesem Fall dem chinesischen Neujahr
  • Homer nimmt wieder einmal ein Job an und "macht lustige Sachen". Das Kraftwerk kommt zwar in dieser Folge vor, aber Homer ist nicht dort zusehen noch wird IICR erwähnt, dass Homer dort arbeitet – obwohl er ständig in Burns Nähe ist. Burns erinnert sich wohl einfach mal wieder nicht daran, aber es fehlen mir einfach Hinweise darauf, dass Homer für Burns im Kraftwerk arbeitet
  • Allerdings macht sich Homer erneut für Burns zum Affen, diesmal aber nicht so entwürdigend wie in CABF04. So schlimm ist dieser Punkt für mich persönlich auch nicht
  • Die Homer-Zentriertheit: Um Homer in den Mittelpunkt zu stellen läuft er ziemlich unveranlasst ("Der Hund hat meinen Kaugummi") ins Bild.
  • Es wird plötzlich ein Wunder-Aphrodisiakum in die Handlung gebracht
  • Homer spritzt sich dieses und wird sexgeil. Den Sex bekommen dann sogar die Nachbarn mit (was allerdings durchaus auch eine realistische Situation sein kann).
  • Homer muss leiden (wird von Snake geschlagen; durch Feuer).

Auffällig ist auch, dass diese Folge nur eine A-Storyline hat, die durch ein paar Familieneinschübe unterbrochen bzw. eingerahmt wird (Szene im Restaurant, in der Küche, Homer zieht sich für den Abend an, Sex mit Marge, Schlussszene).

Durchaus gut gelungen ist die eigentliche Handlung, dass Burns sich verliebt und Vitalität vortäuscht. Er glaubt selbst daran, dass er mithilfe anderer die Uhr zurückdrehen kann, gibt sich letztlich nur einer Illusion hin, wie er selbst erkennt. Ein guter Einfall ist, dass sich die Polizistin (bzw. Politesse) ausgerechnet in den Verbrecher (Snake) verliebt. Plausibel und nachvollziehbar ist es dann, dass sie am Ende zu Snake zurückkehrt. In seiner Lümmelhaftigkeit sieht sie "Männlichkeit", die Burns für sie niemals hätte aufbringen können. Vielleicht wollte sie sie in ihm sehen, aber letztlich war er nur ein Intermezzo für sie. Auch wenn Burns alles versuchte, was er konnte zieht sie mehr zu "echter" Jugendhaftigkeit. Freilich dürfte Snakes und Glorias Beziehung auch nicht lange halten, aber darum geht es in der Folge nicht. Nur ist Burns' Verlust von Gloria IMO schlecht inszeniert. Er erkennt die Illusion, versucht dann Gloria aber doch aus der brennenden Hütte zu retten, wird dann selbst von Gloria herausgetragen – und dann geht sie zu Snake zurück und Burns beginnt nur ein sinnloses Gespräch mit den Simpsons über seine Boshaftigkeit. In 7F15 ("Principal Charming", DF: "Der Heiratskandisat") wurde das bei Skinner viel besser inszeniert.

Nun zur Synchronisation: Ich habe während der Folge das Andis Skript der drts-Synchro mitgelesen. Im Allgemeinen war Ivar gar nicht mal unbedingt so schlecht. Er hat hier und da einige Dinge anders formuliert. Die paar Wortspiele sind bei Ivar natürlich nicht wieder so der Knaller. Woody Allen redet von sich als "junger Mann" und der andere Autor macht daraus "Jungmann" (bei uns "äh, an, äh, mich!" – "Also bitte! Anne Mich war eine Niete"). "Pistol Whip" finde ich mit "Schlagrahm" gar nicht mal so schlecht übertragen, aber "Pistole auf Eis" ist da kreativer. Völlig daneben ist Burns' Heiratsantrag. Bei uns sagt Burns "Ich denke, du findest die rote Kugel viel "bindender", bei Ivar "verlockender", was hier wenig Sinn ergibt. (Bei der Ehe bindet man sich, man verlockt sicht nicht.) Auffällig ist auch, das Burns seinen "Kumpel" Homer von Anfang an duzt, während er Gloria lange siezt. Bei uns ist es genau andersherum. Dadurch ist bei Ivar die Szene in Stu's Disco etwas besser. Burns sagt bei uns: "Legen Sie meine Hand auf ihr Knie!" und kurz später "Ich sagte ihr... und ich sagte Knie!", was genauso gut als "Ich sagte Ihr Knie" verstanden werden kann, was eine andere Bedeutung hat... Da bei Ivar hingegen Burns Homer die ganze Zeit geduzt, ist die Aussage nicht misverständlich. Es gibt einige Sätze, die bei uns gestelzter formuliert sind, andere klingen bei Ivar hölzerner (z.B. Lennys Satz im Chinarestaurant). Die Ivar-Synchro hat IMO weniger Charme. Einige Sprecher sprechen irgendwie nicht so engagiert (Kent klingt SEHR lustlos), Homer, Burns und MacAllister? klingen ziemlich alt. Am meisten weniger lustig ist IMO die Szene in der Küche der Simpsons, als Marge alles miteinander paart. Marcs Geräusche, "M-mh!" sind einfach genial bie der Volkmann klingt es so, als würde Marge verträumt summen. Auch der abschließende Satz der Szene kommt bei uns einfach lustiger. "Es hat nicht sollen sein", was im ursprünglichen Skript gar nicht stand, heißt bei Ivar so etwas in der Art wie "Das passt wohl nicht zusammen". Einfach weniger lustig. An ein paar Stellen ist aber auch die Ivar-Version besser. So heißen die Stereopticon-Bilder bei Ivar "stereoskopische Bilder", was wohl richtig(er) sein dürfte (ich weiß gar nicht, ob es dafür einene offiziellen deutschen Begriff gibt, ich kenne das Gemeinte nur den englischen. Da Chris allerdings den Ivar-Begriff verwendet, obwohl die Übersetzung nicht kennt, nehme ich an, es ist die richtige Übersetzung). Richtig falsch ist aber bei uns der Begriff "Taschenfuchs" ("Es wurde aus den Taschen des Taschenfuchses gemacht"). Bei Ivar heißt es korrekt "Beutelfüchse"). (Der gleiche Fehler tauchte übrigens in meinem/unserem ASAD Skript auf, als Burns von "Taschenratten" singt.

Und jetzt noch die Sprecherliste, zum Vergleich mit unserer Besetzung:

CABF18 / 273. / 272.
Deutscher Titel: "Gloria - die wahre Liebe"                 ICH HEIRATE (K)EINEN MILLIONÄR
Original-Titel: "A Hunka Hunka Burns in Love"

US: So, 02.12.2001
D1: Sa, 22.02.2003

Tafel-Gag:
FUN DOES NOT HAVE A SIZE

FUN DOES NOT HAVE

(Spaß hat keine Größe.)                                             SPASS HAT KEINE GRÖSSE

Sofa-Gag:
Simpsons in Gefängnisuniformen. (recycled ?)

Synchronsprecher:                                                                     DRTS
Lisa Simpson             Sabine Bohlmann          (OV: Yeardley Smith)    FLORIAN BRUECHER
Tibetaner/Chinesen       (Peter Musäus)                                    ANDREAS KRÖSING
                         (Ulf-Jürgen Wagner)
                         (Ivar Combrinck?) 
Marge Simpson            Elisabeth Volkmann       (OV: Julie Kavner)           MARC REINER
Tierfänger               Willi Röbke                                   SEBASTIAN SPROESSER
Bart Simpson             Sandra Schwittau         (OV: Nancy Cartwright)       TIM KIPPELS
Kellner                  Fritz von Hardenberg     (OV: George Takei)       MARKUS DRESSLER
Homer Simpson            Norbert Gastell          (OV: Dan Castellaneta)    MARC WEINREICH
Manager des Restaurants  Ivar Combrinck                    CHRIS PFEILER / ANDREAS KRÖSING
Woody Allen              Kai Taschner             (OV: Karl Wiedergott)   TOBIAS J. BECKER
Autor                    Willi Röbke                                       MARKUS DRESSLER
Autoren                  (Ivar Combrinck u.a.)                             ANDREAS KRÖSING
Lenny                    Ulf-Jürgen Wagner        (OV: Harry Shearer)     TOBIAS J. BECKER
Captain H. McCallister   Gernot Duda              (OV: Hank Azaria)        ANDREAS KRÖSING
C.M. Burns               Reinhard Brock           (OV: Harry Shearer)      ANDREAS KRÖSING
Lieferjunge              Nico Macoulis                                     MARKUS DRESSLER
Waylon Smithers          Hans-Georg Panczak       (OV: Harry Shearer)     JOACHIM MOEGLICH
Reiche Dame              Inge Solbrig             (OV: Tress MacNeille)     HANNA GERHARDT
Moe Szyslak              (Bernd Simon)            (OV: Hank Azaria))       ANDREAS KRÖSING
Gloria                   Simone Brahmann          (OV: Julia Louis-Dreyfus) HANNA GERHARDT
Bäckerin                 Inge Solbrig             (OV: Tress MacNeille)    ANDREAS KRÖSING
Ned Flanders             Ulrich Frank             (OV: Harry Shearer)      MARKUS DRESSLER
Carl Carlson             Peter Musäus             (OV: Hank Azaria)       FLORIAN BRUECHER
Snake                    Willi Röbke              (OV: Hank Azaria)            TIM KIPPELS
Kent Brockman            Donald Arthur            (OV: Harry Shearer)  SEBASTIAN SPROESSER
Off-Sprecher             Butz Combrinck
Chief Clancy Wiggum      Thomas Rau               (OV: Hank Azaria)        ANDREAS KRÖSING
Computerstimme           Butz Combrinck                                    FLORIAN BRÜCHER
Lou                      Ulf-Jürgen Wagner        (OV: Hank Azaria)        MARKUS DRESSLER
Cletus Del Roy           Peter Musäus             (OV: Hank Azaria)        ANDREAS KRÖSING
Eddie                    Peter Musäus             (OV: Harry Shearer)     TOBIAS J. BECKER