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Die Simpsons

Review von Andreas Krösing

Die Geschichte ist an sich schnell erzählt. In Springfield werden 2 Telefon - Vorwahlen eingeführt, durch die Homer erhebliche Schwierigkeiten beim Telefonieren bekommt. Als er dann dank dieser Vorwahlen auch noch ein Gewinnspiel für ein THE WHO Konzert verliert rastet er komplett aus. Auch die Erklärung bei der Stadtversammlung genügt ihm nicht und als herauskommt, dass nur die armen Einwohner eine neue Vorwahl bekommen haben beschließt er mit den anderen Armen eine eigene Stadt zu gründen, indem Springfield in 2 Hälften geteilt wird und nimmt sofort das Bürgermeisteramt der armen Hälfte an. Es entsteht ein Streit zwischen Neu - und Alt - Springfield und es wird eine Mauer errichtet, die beide Hälften endgültig voneinander teilt. Als aber die bittere Wahrheit herauskommt, welche Probleme die Teilung mit sich bringt verlassen alle Leute Homers Stadt und kehren zurück nach Alt - Springfield. Homer will es allen zeigen und überredet THE WHO in seiner Stadt zu spielen. Bei diesem Konzert versammeln sich alle Einwohner in Neu - Springfield, THE WHO bieten eine Lösung für das Problem an und die Mauer wird wieder eingerissen.

Allein obige Erzählung zeigt schon einen Großteil der Problematik dieser Folge: Das übliche Strukturchaos und eine abgedrehte, unrealistische Story. Das Niveau der Folge darf noch nicht einmal entstehen, bevor es auf den üblichen Tiefpunkt sinkt, denn dieser wird schon beim Furz - Couch - Gag erreicht. Diesem ach so lustigen Gag folgt sofort eine Etappe Homer und Specht Quälerei, denn ein Dachs hat sich in Knecht Ruprechts Hundehütte eingenistet und muß herausgeholt werden. Als sinnloses Gag - Element wird dazu Todds (extra für dieses Ereignis erfundener) Specht als Köder genommen, der nach fehlgeschlagenem Köderversuch lecker lustig gegen die Insektenlampe fliegt und halb tot zu seinem Geburtstag zurückkommt. Ein wahrhaft komischer Gag, der durch einen vom Dachs lebensgefährlich verletzten Homer - "Es ist sicher nur Milhouse" - noch verbessert wird. Zumindest wenn man auf brutale Qual steht, denn ansonsten kann man diesen ganzen, übrigens recht bezugslosen Gag nur absolut geschmacklos finden.

Die Realität hat damit schon gleich zu Anfang enorme Tiefen erreicht, denn Homers Verletzung ist nicht nur Spitzenkandidat in Sachen Ekeleffekt, sondern auch absolut unrealistischer und nichts beitragender Schwachsinns - Gag. Außer dem, dass Homer nun mit Riesenwunde im Oberkörper lebt, kann Professor Frink mittlerweile übrigens auch schon Personen aus der Vergangenheit in unsere Zeit teleportieren und hat damit endlich die Genialität in Sachen Blödsinn erreicht, die ihm andere Cartoons schon lange vormachten. Und diese Teleport Szene ist nur eine von zahlreichen unrealistischen Cartooneffekten, die und diese Staffel noch bieten wird und ist dazu noch gutes Beispiel für die Kategorie Füllszene.

Von diesen besagten Füllszenen wimmelt es nämlich in dieser Staffel und sie haben bis auf wenige Ausnahmen immer den selben Zweck, weshalb ich den Begriff für die folgenden Reviews prägen möchte: Thematik aufbauende Füllszene. Unter einer Thematik aufbauenden Füllszene verstehe ich eine Szene, die das Szenario und die Story weiter ausführt und dadurch quasi ein Problem entstehen läßt. Diese Szenen sind kurz und haben meistens sehr deutlich irgendeinen Effekt in sich. Sie stellen meist aneinandergereiht die Handlungen der betreffende/n Person/en dar, die zur - dadurch unter anderem auch beschleunigten - Weiterführung der Geschichte führen. In dieser Folge ist es der Streit der beiden Städte. Die einen machen dies, Homers Gegenschlag schlägt fehl. Dies regt ihn mehr auf uns er kommt schließlich zu seinem Endschlag mit THE WHO. Durch solche Szenen wird meistens auch zum Ende hin geleitet, was auf Dauer sehr leicht durchschaubar und sehr ermüdend wird. So auch in diesem Fall. Nach etwas Streit geht es an die Durchführung der letzten Attacke und schließlich wird alles mehr oder weniger zu Ende geführt. Mehr oder weniger eben, denn nur ein einziger Satz bezieht sich noch auf das Ausgangsproblem, ein weiterer auf die Stadtsache und ein letzter auf den Anfang der Folge - den bösen Dachs.

Man führt alle offenen Segmente hurtig zu Ende - nicht elegant, nicht sinnvoll, sondern einfach nur schnell. Ein weiteres Ende mit dudelnder Rockmusik und ein letzter Gag mit Dachsarmee und die Folge ist zu Ende. Zwischendrin haben wir einen Haufen Unsinn und eine äußerst schwach ausfallende Referenz auf die Berliner Mauer. An sich war die Idee der Städteteilung gar nicht so schlecht, doch wäre mehr Platz für entstandene Probleme gewesen, als hier genutzt wurde. Hier entsteht ein Problem und alle hauen ab. Dann haben wir wieder ein irres Szenario und der Hauptpunkt der neuen Folgen ist erreicht. Eigentlich schade.

Die einzelnen Charaktere verhalten sich bisweilen grausam unpassend und wirken allzu oft unglaubwürdig und unbekannt. Besonders Homer etabliert sich erneut in der Rolle des fanatischen Trottels, der durch eine dermaßen unbedeutende Sache, wie die Abänderung einer Vorwahl schier verrückt wird und mit umgeschnallter Bombe, die er dazu auch noch versucht zu zünden, auf eine Stadtversammlung geht. Er verhält sich übermäßig dumm, versucht mit einem Fernseher zu sprechen und sieht wie schon so oft nicht die Realität, sondern nur sich selbst und seine Wünsche und Bedürfnisse, die er mit seinen üblichen Verfahren durchsetzen will. Er verhält sich klischeehaft und ist oft nur der Träger eines Gags, vor allem in der dazu noch sehr konstruiert wirkenden Fernsehszene, in der er und Bart genauso handeln, wie Kent Brockman es beschrieben hat. Homer tritt über die ganze Episode sehr fanatisch auf, führt den Aufstand der Armen an und ist Auslöser des Chaos. Auch eines seiner neuen Lieblingsspielzeuge, Chloroform, darf erneut zum Zuge kommen, auch wenn er immer noch nicht gelernt hat, wie man es benutzt - ein wohl komisch sein sollender Gag, der seit neuestem immer wieder auftritt. Ein solcher Gag ist auch die Stelle auf der Stadtversammlung, in der Homer zu Lisa sagt, dass er mit dem "Cartoon" redet, ihn allerdings als Mann bezeichnet, da er wieder einmal nicht begriffen hat, was vor sich geht.

Und vor solchen Gags und Stellen wimmeln neue Staffeln nur so, es ist beinahe so, als versuche man die alten Standards durch neue zu ersetzen, oder zumindest zu verschärfen, wie es in dieser Folge mit dem Running Gag "Why you little..." gemacht wurde, nach dem Homer dieses Mal nicht die Hände, sondern das Telefonkabel zum Würden benutzt hat.

Die wiederholt stark konstruiert wirkende Story kommt zwar schnell auf den Punkt, öffnet allerdings immer mehr Handlungsstränge, die schnell auseinanderlaufen und dann sehr abrupt zu Ende geführt werden. Sie ist oftmals sehr bezugslos in den Überleitungen und wirkt deshalb kaum nachvollziehbar. Speziell am Ende wirkt sie lustlos und scheinbar ideenlos zu Ende geschrieben und wird noch unglaubwürdiger, extrem unrealistisch und recht cartoonig. Homer beginnt mit Wischmop auf dem Kopf zu singen, Marge bekommt sichtbar schmerzhaft ein Mikrofon an den Kopf geworfen und auch die weiteren Ereignisse überschlagen sich. Die "sprechende" Dachsarmee setzt dem schwachsinnigen Ende die Krone auf und der Zuschauer hat wieder einmal das leere Gefühl keine wirkliche Folge gesehen zu haben.

Während diesem Endchaos kommt nochmals speziell der Fan der "foll grassen" Elemente auf die Kosten, denn wir haben zusätzlich zu den fliegenden Mikrofonen auch noch geworfene Flaschen und ein Katapult, das Homer mit brennendem Müll bewirft. Zuletzt darf Homer nochmals seine Taten auf Marge schieben, die das ganze Chaos natürlich auch während der ganzen Episode kommentarlos geduldet hat, und sie mit Chloroform (er hat nun endlich gelernt, wie man es benutzt) einschläfern. Auch die Szene, in der Homer die Schaufenster zerstört hat klassischen "grass" - Charme und ist eines von zahlreichen Anzeichen, dass diese Folge eine BABF, also eine Staffel 11 Episode ist.

Ob bei solch unschönen und fehl plazierten Szenen auch der Humor der normalen, oder auch kritischen Zuschauer befriedigt wird sei dahingestellt. Bei einer dermaßen schwachen Geschichte sollten wenigstens die Gags gut sein, doch auch in dem Punkt schneidet die Episode leider schlecht ab. Ich konnte bei intensiver Suche gerade mal zwei lustige Stellen entdecken, von denen eine sogar einen üblen Beigeschmack mit sich bringt. Zum einen ist der Erklärungsfilm mit fehlendem Stadtnamen recht amüsant und zum anderen ist es bei aller Liebe zur Kritik recht komisch zu sehen, dass Homer auf seine Hand schreiben muß, welcher seiner Kollegen Lenny und welcher Carl ist. Letzteres glorifiziert leider auch Homers Dummheit, doch in gewissem Maße dumm war er ja schon immer. Dies geht zwar etwas darüber hinaus, doch bringt dennoch den Lacher. Zuletzt ist noch der Bodyguard von THE WHO recht lustig, auch wenn er schon wieder in ein Zentrum gewisser Unglaubwürdigkeit eintaucht.

Der Prominenten Auftritt wirkt wie so viele andere Dinge in der Folge sehr konstruiert und scheint wichtiger Grundsatz für die Beendung der Episode zu sein. Ein weiterer gezwungener Auftritt einer Rockgruppe, der allerdings immerhin - wenn auch erzwungen - ein bißchen Bezug zur Folge hat. Letzen Endes mußte er nicht sein, doch gab es zum einen schlimmere Auftritte von Prominenten und zum anderen ist dieses Problem eher hintergründig bei all den anderen in dieser Folge existierenden Fehlern.

Wo wir gerade bei Fehlern sind, so wahrhaft funktionieren tut die Geschichte ja auch nicht. Denn warum eine Stadtversammlung sich dem Thema mit den Vorwahlen erst widmet, nachdem die Änderung vollzogen wurde und warum Einwohner, denen die Änderung sowieso egal ist überzeugt werden mußten bleibt ebenso fraglich stehen wie die Tatsache, dass Obernörglerin Marge dem Treiben widerstandslos zusieht.

Unter dem Strich eine weitere unterdurchschnittliche Folge, die doch sehr deutlich auf ihre Staffel 11 Herkunft schließen läßt. So ziemlich alle Vorurteile gegenüber der Staffel sind vertreten und so ziemlich jeder Bezug zur Realität geht verloren. Eine Folge, die man vielleicht ein mal ansieht, doch danach nur langweilig und von mal zu mal schlimmer wird.

Zur Synchronisation muß ich zunächst sagen, dass es die erste Folge ist, die ich zuerst im Original und danach in der Synchronisation gesehen habe und es für mich dadurch alles etwas aufgesetzt wirkt. An sich sind mir immer wieder kleine Dinge aufgefallen, denn wie wir es ja schon gewöhnt sind wurde hier und da der Originalwortlaut etwas abgeändert - und das fängt gleich in der ersten Szene an. Zugegebenermaßen überrascht war ich, als ich das Wort "Dachs" hörte, irgendwie hatte ich was anderes erwartet, denn mit Tiernamen (vgl. Fredchen - Eichhörnchen) hat Ivar ja bekanntlich seine Probleme. Tontechnisch ist meiner Meinung nach bei der Werbung der Telefonfirma etwas fehlgeschlagen, ich meine so ein seltsames Echo im Hintergrund ausgemacht zu haben. Was die Besetzung angeht sind meine Befürchtungen wahr geworden: Umbesetzungen bei kleineren Nebenrollen und massige Überbesetzung. Wir haben viel zu oft Inge Solbrig gehört, die über 3 Rollen hatte und auch Bernd Simon war ungeschickt besetzt, da Moe und der Sänger von THE WHO zu kurz nacheinander sprechen. Auch Ivar hat sich gegen Ende haufenweise Rollen gegeben, dabei hatte ich mich schon so gefreut, dass er sich (anfangs) zurückgehalten hat. Gesprochen wurde im Allgemeinen gut, Gastell hat sich viel mehr Mühe gegeben als in der 11. Staffel, ein Lob an die Sprecher. Die Schmerzensschreie von Quimby und Marge klangen etwas müde und der Satz in dem Homer von Mauerbau spricht klang etwas emotionslos, aber sonst im großen und ganzen okay. Warum Gastell englisch singen muß ist mir ein Rätsel. Wir hören ihn nicht gerne singen, er singt nicht gerne, nur Ivar zwingt ihn dazu. Ein Rätsel für mich.

Beispiele:

Original: 	"Are you stupider than a monkey?" - "I'm bigger than a 
                monkey."
Synchro: 	... "Was denn für ein Affe?"
Kommentar: 	Schon irgendwie nahe am Original, aber ändert die 
                Bedeutung natürlich ab.

Original: 	"That was 50 already?"
Synchro: 	"50 nachbestellen."
Kommentar: 	Er wollte wohl unbedingt die Bedeutung des Schildes 
                vermitteln.

Original: 	"out of town tax"
Synchro: 	"Auswärtigensteuer"
Kommentar: 	Das trifft es nicht 100%, da die "Stadt" dabei verloren 
                geht. Etwas besseres fällt mir aber auch nicht ein.

Apu zu Marge:
Original: 	"Not for you."
Synchro: 	"Nicht für euch."
Kommentar: 	Da er nur mit einer Person redet heißt es "Sie", bzw. 
                "dich".

Original: 	"insane"
Synchro: 	"wahnwitzig"
Kommentar: 	wahnsinnig, bitte.


SCHLECHT                                 GUT

[ ][ ][ ][ ][X]  GESCHICHTE  [ ][ ][ ][ ][ ]
[ ][ ][ ][X][X]   STRUKTUR   [ ][ ][ ][ ][ ]

[ ][ ][ ][ ][ ]     IDEE     [X][X][ ][ ][ ]
[ ][ ][ ][X][X] INSZENIERUNG [ ][ ][ ][ ][ ]

[ ][ ][ ][X][X]   THEMATIK   [ ][ ][ ][ ][ ]
[ ][ ][X][X][X]  CHARAKTERE  [ ][ ][ ][ ][ ]
[ ][ ][ ][X][X]     GAGS     [ ][ ][ ][ ][ ]

[ ][ ][ ][ ][ ] IVARISIERUNG [X][ ][ ][ ][ ]
============================================
[ ][ ][X][X][X]    GESAMT    [ ][ ][ ][ ][ ]

PROZENT: 45 %
NOTE:    D


Review von Chris Pfeiler

Es geht mal wieder los - Staffel 12 ist da.

Die heutige Episode ist IMO erneut ein Paradebeispiel dafür wie eine grundsätzlich gute Idee durch miserablen BABF-Stil ruiniert werden kann und wie Abdummung, Abstraktion und Realitätsfremde, Slapstick und Low-Level-Humor, Charakterverzerrung und einiges mehr aus einem an sich durchaus interessanten Konzept einen Haufen Schwachsinn machen können.

Aber mal der Reihe nach.

Die Folge ist auch wieder ein sehr gutes Beispiel für den IMO falschen modernen Stil den ich oft als übermäßige Abstraktion eines Problems bezeichne. Wir hatten dieses Problem z.B. in "Trash of the Titans" als die ernste Müllfrage durch eine zu surreale Überzeichnung der Realität meiner Ansicht nach einfach zu lächerlich gemacht wurde um eine konkrete Satire zu enthalten und wir hatten das Problem auch heute in BABF20 - nur in noch schlimmerer Form.

Die Episode versucht eine politische bzw. eine zeitgeschichtliche Parabel zu sein und Parallelen zum früheren Ostblock und natürlich zur Berliner Mauer zu ziehen (was natürlich auch gleich wieder laut gesagt werden muß, Marke "There was no cane in Citizen Kane". Subtilität ist tot) aber bei diesem (prinzipiell durchaus guten) Versuch versagt die Episode IMO in zu vielen Elementen.

Das gesamte Problem wird von Anfang an in einer bizarren Weise behandelt die mehr Wert darauf legt Homers immer abartigeren totalen Schwachsinn zu zeigen und ihn aus Gründen des "Humors" zu verletzen und laut schreien zu lassen. Welche Art von Humor soll sich hinter all dieser Homer-Quälerei verbergen? Es wird mir immer ein Rätsel bleiben. In einer Serie über die MG einmal gesagt hat das Verletzungen immer real bleiben reißt ein Dachs Homer den Bauch bis zu den Innereien auf aber gleich in der nächsten Szene ist alles schon wieder normal (das ganze auch noch mit "lustiger" Selbstironie). Die klassische Realität hat in der Serie jeden Sinn verloren und wird für die dümmste Sorte von visuellen Gags einfach verzerrt. Sehr schlechte Entwicklung.

Die Innereien-Szene ist natürlich nicht der einzige Kritikpunkt in der Folge. Homer ist als Charakter erneut total zerstört - er kollabiert wie ein psychotisches Baby vor dem Telefon, er benimmt sich wie ein debiler Trottel, will sich selbst in die Luft sprengen etc. etc. und wird durch sein Verhalten sogar noch Bürgermeister von New Springfield (ein weiterer Job in der langen Liste.) Marge reagiert auf all seinen Unsinn total apathisch und teilnahmslos und wird bei ihrem einzigen kritischen Kommentar von Homer mit Chloroform betäubt. Totale Low-Level-Jokes in der Art von "We´re taking Golden Showers" und der obskure Schluß mit den Dachsen und ihren Untertiteln versetzen der Episode noch den letzten Stoß hinab unter die Grenze der Mittelmäßigkeit.

Dabei wäre im Grundkonzept der Folge soviel gutes Potential gewesen - hätte man doch nur einen halbwegs logischen Auslöser gefunden eine Teilung der Stadt zu erklären, das Ganze dann so real wie möglich gehalten und einige subtile Anspielungen auf die Geschichte eingestreut und am Schluß einen denkanregenden Grund für die "Wiedervereinigung" gefunden - schon hätte man Material das bei passender Umsetzung Klassiker-Potential hätte. Aber so? Homer wird zumeist als bösartiger Schwachkopf verzerrt, die Folge ist viel zu weit von der Realität entfernt um ihre bizarre Parabel schlüssig wirken zu lassen und das Problem muß auch noch von sprücheklopfenden Prominenten gelöst werden (welche Verschwendung für "The Who").

Am manchen Stellen könnte man im Detail ja sogar noch positive Aspekte entdecken, ich denke da z.B. an "The Who" die Reagan zitieren "...tear down this wall" oder an die "Boston Tea Party"-Referenz und einige kleinere nette Jokes aber die wenigen positiven Aspekte sind begraben unter einer zu obskuren Abstraktion und dadurch verursachtem Schwachsinn, Löchern im Bauch, Golden Showers, apathischer Marge, "sprechenden" Dachsen und leider noch vielem mehr. Was der Folge im Grunde den totalen Rest gibt ist aber wirklich die grauenhafte Charakterisierung von Homer. Ich mag Homer und ich will ihn absolut nicht als selbstzerstörerischen psychotischen Prügelknaben sehen der nicht in der Lage ist einen logischen Satz zu sprechen.

Zur Synchro kann ich jetzt so gar nix sagen da ich das Original nicht sehr oft gesehen habe (zweimal reicht) und nicht alle Dialoge im Kopf habe. Die Capsules sind dieses Jahr auch tierisch spät dran. Die deutsche Fassung schien mir in Ordnung zu sein, Nobby quäkt halt wie üblich in neuen Staffeln.

Fazit: ziemlicher Fehlstart für S12. Das Schlimme an der Sache ist ja noch das es nicht einfach eine simple Spaßfolge ist die den Bach runtergeht sondern eine Folge die Potential zur ernsten Satire und zeitgeschichtlichen Anspielung hat aber alles unter einem Berg Schwachsinn und Low-Level-Humor begräbt und dadurch versagt. Ich war ja eigentlich die ganze Zeit radikal auf Note F (hatte es in den Vorkritiken auch schon gegeben) aber nach reiflicher Überlegung und um der zumindest noch etwas sichtbaren guten Absicht Aufmerksamkeit zu zeigen und weil ich heute zu freundlich bin: Note D.