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Die Simpsons

Review von Chris Pfeiler

Ich muß ehrlich sagen: so unschlüssig wie heute war ich wohl noch nie nach einer Folge und ich glaube ich sehe mich zum ersten Mal in dieser Staffel nicht in der Lage eine wirkliche Kritik zu schreiben oder eine begründbare Note zu geben - ich bin schlicht und einfach ratlos. Mein Problem ist: ich kann Simpsons-Episoden benoten aber das heute war einfach keine Simpsons-Episode und in gewisser Weise war es noch weiter davon weg als alles andere (selbst der überdrehteste und cartoonigste Unsinn) in S11.

Gebe ich eine schlechte Note dann würde ich die möglicherweise wohl sehr gut durchdachte Parodie und Selbstsatire und den Einfallsreichtum der Episode nicht würdigen (beide sind sicherlich weit über S11-Niveau) aber ich sehe leider auch keinen Grund ihr eine gute Note zu geben, denn die Ep hat mich niemals - in keiner einzigen Sekunde - auch nur ein klein bißchen angesprochen und ich habe weder geschmunzelt noch gelacht noch sonst irgendwas gemacht, ich hab mich einfach nur leer dabei gefühlt und aus diesem leeren Gefühl heraus kann ich fast keine ernsthafte Note geben.

Die Parodie-Idee an sich ist theoretisch genial (vermute ich mal) und gibt wohl die bestmögliche Entschuldigung für extreme Diskontinuiät und die wohl krassesten Charakterverfehlungen die ich jemals gesehen habe (es waren ja nicht "Die Simpsons" sondern nur die Simpsons.) Um wirklich etwas Negatives zu finden: scheinbar sollte quasi als Entschuldigung durch eine Spezialauswahl von Szenen bewiesen werden das die Homerquälerei schon immer ein wichtiger Teil der Serie war und durch diese Szenen bekam man auch wirklich den Eindruck, aber dem ist IMHO gar nicht so.

Der ganze Rest, die Ironie, die schnellen Szenenblenden, die seltsamen Aussagen und off-the-wall-Handlungselemente waren als Parodie sicherlich gut gemacht aber...ich weiß nicht...ich weiß einfach nicht was es sollte. Es begann, es lief und es endete und ich hatte dazwischen keinerlei Gefühl oder Eindruck oder sonstwas dabei. Es waren die Simpsons und es waren auch nicht die Simpsons - es war ein nicht katalogisierbares Kuriosum (um irgendeinen Vergleich zu haben: es kam dem leeren "All Singing All Dancing" rein vom Gefühl her noch irgendwie nahe - aber so richtig auch nicht) und zwischen Note A und Note F kann ich wohl jede Note verstehen und respektieren, das war heute absolute Geschmackssache aber für mich persönlich *keine* Episode die ich wirklich gerne wiedersehen möchte.

Fazit: ich weiß, das ist die beschissenste und sinnleerste Kritik die ich jemals geschrieben habe. Die Folge und ihre Aussage retten für mich allerdings weder Staffel 11 noch bringt sie mich von meiner Überzeugung ab das der Traum von den Simpsons zu Ende ist. Es war IMHO ein leeres und ultrakurioses Finale für eine leere Staffel. Vielleicht ist die Folge als Kuriosum gut und ich sehe es nur nicht, aber sie spricht mich total Null an. Um den (genialen?) Einfallsreichtum zu würdigen und den persönlichen Nullanspruch quasi zu strafen gehe ich notenmäßig aus reiner Verlegenheit in die Mitte und sage: Note C ohne jegliche Gewähr und fragt mich bloß nicht warum.


Review von Markus Dressler

Also, ich habe mehr gelacht als in vielen 'kanonischen' Staffel-11-Folgen (da konnte man ja nur heulen).

- z.B. mal wieder seit langem (seit "Marge in Screaming Yellow Honkers" am Ende ;) gute FOX-Verballhornungen ("Herr Murdoch unterschreibt!" und "Mein Friseur war zufällig auch der Präsident von FOX!") - Lisa: "Sie haben mich mit Anti-Wachstums-Hormonen gefüttert, um die Spielzeit der Serie zu verlängern!" (der war doch super, oder stehst Du nicht auf Meta-Humor?) - Barts Star-Allüren und generell die Parodie auf Star-Allüren - der "Kentucky"-Gag, der auch hier in der NG wieder sein Ziel erreicht hat... ;)

Diese ganze pseudodramatische halbdokumentarische Aufmachung hebt die Folge ganz klar aus dem S11-Einheitsbrei heraus, je nach Geschmack positiv oder negativ (bei Claas Paletta, Thomas Mozgan und mir positiv, bei vielen andern hier, einem Freund von mir sowie einem Kollegen negativ) und verleiht ihr *gerade* Anspruch.

und natürlich Null Simpsons, es waren ja auch die zufälligerweise gleich heißenden Schauspieler derselben ;)

Charakterverfehlung würde ich auch nicht unbedingt sagen, auch die "Marge"-Schauspielerin ist eine notorische Nörglerin, "Lisa" schreibt ein Buch und "Bart" hat Star-Allüren. Einzig Homer wieder mit seinem "Ich bring Dich um!" nervt, aber das war halt auch nur "Dramatization. May not have happened." (na, welche Folge?).

Rein von der Kreativität und Aufmachung her ist diese Folge gut, sie hat mir auf englisch gefallen und auf deutsch gefällt sie mir auch noch [tja, gleich 10 Minuten später hat BUTZILEIN wieder in Futurama genervt]. Entweder man liebt sie oder man hasst sie (daher fand ich Chris' kontroverse und unentschlossene Bewertung recht interessant), ist doch ein Fortschritt gegenüber dem Rest von S11, wo der erste Satzteil wegfällt.