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Die Simpsons

Review von Chris Pfeiler

Wie habe ich letzte Woche noch gesagt: "Immer wenn man denkt es geht nicht mehr schlimmer dann kommt von irgendwo ein weiterer Abgrund her" und hier war der neue Abgrund und er war tief. Diesmal war das Grauen vielleicht nicht so offensichtlich wie letzte Woche sondern maskiert als hübsch "normale" Episode aber im Gesamteindruck war die Folge auf eine subtilere Weise doch extrem verstörend und ultraschrecklich und ganz sicher in keiner einzigen Szene auch nur irgenwie lustig oder ansprechend.

Nachdem Bart und Homer in dieser Staffel schon mehr als genug Gelegenheit hatten, sich wie Wahnsinnige aufzuführen hat es nun auch Marge getroffen. Die sogenannte Handlung dieser Folge stolpert ohne Sinn und Ziel vom Anfang bis zum Ende und man hat bereits nach wenigen Minuten keine Ahnung mehr was zum Geier eigentlich los war und ist und was der ganze Unfug letztendlich soll. Marge versucht am Anfang wenigstens noch (wenn auch gräßlich übersteigert) in ihrem alten Charakter zu bleiben aber fällt zum Ende hin total aus ihrer Rolle und verkommt einmal mehr zur wirren und faselnden grellen Cartoon-Mama. Was Homer betrifft - Homer bringt in der ganzen Folge keinen einzigen logischen Satz zusammen und verstümmelt sich stattdessen lieber selbst wenn er sich nicht gerade mit schwachsinnigen Aussagen zum kranken Zeichentrickaffen macht, der förmlich herausschreit "Seht her, wie superdumm und superlustig ich bin."

Der Anfang mit Otto wirkt extrem aufgesetzt und spätestens ab der Szene, als sich Homer mit dem Messer verstümmelt und sich selbst mehrfach in die Finger sticht, ist die Episode gelaufen. Wenn man danach noch in der Lage war, dem Unheil weiter zuzusehen (und dabei sein Abendessen im Magen zu behalten) gab es diverse Szenen mit Homer der sich seine Zunge am Eis abreißt oder mit Bart der seinen Vater unter einem Auto zerquetschen will, um ein gutes Video zu bekommen und so weiter und so weiter - ich will mich gar nicht mehr daran erinnern. Homers Verhältnis zu Marge ist absolut krass oberflächlich und er scheint sich keinen Deut mehr darum zu kümmern was mit ihr passiert, solange er nur seine extrem schwachsinnigen Sätze ablassen oder sich anderweitig erniedrigen kann damit sich jeder stupide "Boah Ey"-Fan dort draußen ablachen kann (sorry falls ich zu verbittert werde, ich fühle mich nach dieser Folge nur wieder sehr mies.)

Die bizarre Ausflippszene mit der verrückten Marge, der ganze restliche geisteskranke Unsinn, die stupide Effekthascherei (das Wort widme ich Marc Reiner) und die übliche Sinn- und Ziellosigkeit der Folge sind symptomatisch für S11 und hier mal wieder so schlimm wie selten. Horror von vorne bis hinten und nach meinem Geschmack ganz sicher keine Simpsons-Folge. Marge hat am Schluß mit dem Sado-Maso schon irgendwie recht: die Folge war mal wieder purer Sadismus gegenüber vielen Fans.

Fazit: hinter der Fassade einer Episode die am Anfang vielleicht etwas normal wirkt verbirgt sich der totale unkontrollierte Horror einer Folge die die Simpsons einmal mehr zu unglaublich bizarren stupiden und mir völlig fremden Zeichentrick-Clowns degradiert. Die gesamten letzten drei Folgen sollte man vielleicht unter dem Begriff "Trio Infernale" zusammenfassen. Ich wollte es diese Staffel eigentlich nicht mehr tun, aber ich denke mir bleibt keine Wahl, daher schon wieder und aus voller Überzeugung: Note F