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Die Simpsons

Review von Chris Pfeiler

Ich hatte mir vor der Folge schon ein paar Notizen für die Kritik aus der Capsule gemacht, aber da konnte ich noch nicht mit Ivars diesmal absoluter Inkompetenz rechnen. Die deutsche Version der Folge war ein ziemlicher Schock, ich glaube das war "Worst Synchro Ever" (mehr später). Wenn man die deutsche Folge benotet dann müßte man glaube ich noch mind. einen halben Notengrad runtergehen, weil viele Jokes völlig verbockt wurden, aber warum soll die ansonsten gute Folge unter Ivars Unfähigkeit leiden? Ich habe im Nachfolgenden die Originalversion (wie ich sie aber auch nur aus der Capsule kenne) bewertet und wenn ich von "funktionierenden Jokes" spreche, dann spreche ich von der englischen Fassung.

Zuerst zum Positiven: die heutige S11-Folge war eine gute Folge und sie war durchaus unterhaltsam mit wirklichem Wieder-Anschau-Wert. Ein Großteil der Jokes hat funktioniert, ich denke es war sogar die größte Menge von wirklich funktionierenden Jokes die wir bisher in einer S11-Folge gesehen haben. Die Handlung war nicht perfekt (später mehr) aber sie war nachvollziehbar und man hat niemals wirklich den Faden verloren, auch das Ende war relativ annehmbar. Gute Kontinuität (Marge´s Spielsucht, Gabbo) und Meta-Humor (die Geister wollten einen Subplot *g*) runden die Episode noch etwas ab. Der Homer-Subplot selbst hat sich allerdings in keiner Weise in den Hauptplot eingefügt oder wirklich zu etwas geführt - in "Faith Off" war das auch in S11 besser.

Zum Negativen: Die Folge hat natürlich niemals die emotionale Charaktertiefe vom Vorbild "Lisa´s Hochzeit" erreicht und die Charaktere gingen bisweilen ziemlich oberflächlich von Joke zu Joke. Homer ist der übliche Jerkass, der in seinem Subplot Löcher in den Boden hackt und "Halt die Klappe" zu Marge sagt während der erwachsene Bart in vielen dummen Sätzen mehr wie ein 10-jähriger wirkt. Eine gewisse Plattheit und der Schlag unter die Gürtellinie (Rod und Todd schwul, Homers Prostata) waren in S11 wohl auch unvermeidlich. Auf den zweiten Blick wird auch klar das die Haupthandlung kein wirkliches Ziel hat und ihr Inhalt nur von den fast immer gelungenen Jokes getragen wird, wirkliche Löcher in der Handlung werden z.B. mit einer Geistererscheinung gefüllt (Quizfrage: wer hat die Filmreferenz bei der Geistererscheinung erkannt?)

Zum wirklich Unerfreulichen: zur Synchro. Ich glaube Ivar hat sich noch nie so blamiert wie gestern und selbst diejenigen Dialoge die einigermaßen gestimmt haben, klangen als ob er sie während des Mittagessens mal kurz hingeschludert hatte. Eine kleine Auswahl: "Jerk" heißt laut Ivar "Wer stört?", der ganze Joke mit "Crazy Talk" wurde total verbockt, "Soylent Green" wurde auch wieder verbockt - zum zweiten Mal am selben Tag, die 60er-Serie "Bewitched" hieß beim ersten Mal "Sabrina" (das geht gerade noch durch) aber "Bewitched Marathon" hieß dann auf einmal "Dieser verhexte Marathon". Das hat doch überhaupt keinen Sinn. Sowohl "Crazy Talk" als auch "Dances with Focus Groups" sind Indianer-Namen, der Blödsinn mit Crazy Talk und seinen (wie hieß das noch) "Konzentrationstanzgruppen" ist vielleicht der größte Quark in der ganzen Ep. Das hätte man alles problemlos übersetzen können. Die Synchro war eine absolute Schande. Peinlich.

Fazit: bevor das jetzt alles zu negativ klingt, mir hat die Episode rein von ihrer Unterhaltsamkeit her durchaus gefallen und in S11 gehört sie ganz klar zur Oberschicht, aber das große Vorbild wird niemals auch nur annähernd erreicht. Sie war unterhaltsam aber nicht mehr. In den Reviews auf snpp gab es zwei D-Noten und sogar eine einzelne F-Note für diese Folge, aber die grundsätzliche Meinung war positiv. Ich schließe mich der positiven Meinung an, aber einige Abstriche der Oberflächlichkeit wegen müssen sein, daher gute Note B- (wohlgemerkt für die Originalfassung)