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Die Simpsons

Review von Chris Pfeiler

Nun ist das große Geheimnis wer in dieser Staffel stirbt, also endlich für jedermann gelöst (nachdem es P7 schon seit einer Woche in der Vorschau rausposaunt dürfte es heute wohl nicht mehr allzu überraschend gewesen sein.) Man kann nur hoffen daß der Weggang von Maggie Roswell aus finanziellen Gründen nicht zu weiteren Abwanderungen von Stammsprechern führt.

Nach dem Wahnsinn der letzten Woche war die heutige Folge für S11-Verhältnisse zurückhaltender und gefühlvoller inszeniert und auch die Jokes waren eine Spur leiser, schließlich sollte der Tod eines Stammcharakters nicht in einem völligen Kasperletheater untergehen. Trotz der Zurückhaltung haben die Jokes recht gut funktioniert - wobei der visuelle "Ian Maxtone-Graham" Gag wohl eher Geschmackssache war - und der Moment zwischen Ned und Homer auf den Schaukeln ist gut gelungen. Positiv war auch die schöne Kontinuität (Grabsteine, Van Houten-Scheidung, Apus Achtlinge, Ned und Las Vegas) und Rev. Lovejoys Grabrede war eine gelungene Meta-Referenz.

Nachdem Homer im Original so schön sagt "No more being a jerk" (immer diese leeren Versprechungen) ist sein Verhalten in dieser Episode aber geradezu unnatürlich freundlich und speziell die Szene in der er Ned ins Bett bringt und auf die Stirn küsst, erscheint mir doch etwas unpassend. Man hat irgendwie das Gefühl, daß die Autoren keine rechte Balance mehr mit Homers Charakter finden. Homers Motivation Ned derart zu helfen wirkte jedenfalls recht konstruiert.

Man kann sich in der Folge auch des Gefühls "Handlung führt zu nichts + Aprupter Schluß" nicht ganz erwehren - obwohl man sich beim Schluß vor Augen halten muß, daß Rachel Jordan nun zum wiederkehrenden Charakter wird. Viele Leute haben auch Neds recht passives Verhalten im Bezug auf Maudes Tod kritisiert und auch die Tatsache das es unpassend ist, daß Ned bereits in der selben Folge wieder beginnt, andere Frauen zu treffen (da stimme ich zu.)

Maudes Tod hätte auf Ned eigentlich einen viel stärkeren Eindruck machen sollen oder gar müssen und daß nur gestreifte Thema "Ned verliert seinen Glauben" hätte Material für eine weit ernstere Folge gegeben. Auch die Tatsache daß Homer eigentlich voll verantwortlich für Maudes Tod war, wird nur locker am Rande gestreift. Die Folge hätte tiefgründiges Konfliktpotential gehabt, daß aber in S11 nicht mehr zum leichten Stil der Serie passen würde.

Die deutsche Synchro war so ziemlich in Ordnung, lediglich bei Rev. Lovejoys Grabrede kamen die Meta-Refs vielleicht nicht ganz so klar wie im Original. Der Song blieb zum Glück unangetastet, das ist immer ein Pluspunkt für eine Synchro. Bessere Synchro als viele andere S11-Episoden.

Fazit: eine recht gute Folge, die daß Thema "Tod eines Stammcharakters" einigermaßen gelungen behandelt, jedoch stellenweise konstruiert und auch etwas gezwungen wirkt und das Gefühls-Potential klassischer Folgen aufgrund einer störenden Oberflächlichkeit nicht ganz erreichen kann. Ich hatte zuerst an Note B gedacht, aber verschiedene Minus-Kriterien haben mich dann doch zu einer trotzdem noch guten Note C+ gebracht.